Pallade Veneta - EU macht Weg für Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau frei

EU macht Weg für Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau frei


EU macht Weg für Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau frei

Der Weg zu Verhandlungen über den EU-Beitritt der Ukraine und Moldaus ist offiziell frei. Wie der belgische EU-Ratsvorsitz am Freitag erklärte, besiegelten die Mitgliedsländer am Freitag in Luxemburg die in der vergangenen Woche beschlossene Eröffnung der Beitrittsgespräche am kommenden Dienstag. Regierungsvertreter der Ukraine sprachen von einem historischen Schritt.

Textgröße ändern:

Für den Auftakt der Beitrittsverhandlungen sind nun in Luxemburg getrennte Regierungskonferenzen mit der Ukraine und Moldau angesetzt. Anfang Juni hatte die Europäische Kommission der Ukraine und Moldau bereits bescheinigt, alle Bedingungen für die Aufnahme der Beitrittsgespräche erfüllt zu haben. Dies gelte auch für den Kampf gegen die Korruption und die Achtung von Minderheitenrechten, hieß es. Die Staats- und Regierungschefs hatten dies im vergangenen Dezember zur Auflage für die Gespräche gemacht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte erfreut auf die Bestätigung des ersten Gesprächstermins. Mit dem Beginn der Beitrittsverhandlungen gehe für Millionen Menschen in der Ukraine ihr "europäischer Traum" in Erfüllung. Die Ukraine kehre nun "als vollwertiges Mitglied der EU nach Europa zurück, wo sie seit Jahrhunderten hingehört", schrieb Selenskyj in den Online-Netzwerken. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba erklärte im Onlinedienst X, sein Land habe "niemandem und nichts erlaubt, uns vom Lauf unserer Geschichte abzubringen".

Ihor Schowkwa, der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes in Kiew, äußerte die Hoffnung, dass die Aufnahme der Beitrittsgespräche die Gewährung militärischer und wirtschaftlicher Unterstützung der EU-Staaten für die Ukraine erleichtern werde. "Es wird mehr geben und schneller gehen", sagte Schowkwa. Die EU-Mitgliedsstaaten würden fortan "davon ausgehen, dass jeder Euro an Hilfe (...) einem Land gewährt wird, das auf Dauer Mitglied der EU wird".

Die Ukraine und Moldau hatten den EU-Beitritt nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 beantragt. Auf eine schnelle Aufnahme können sie allerdings nicht hoffen. Im Fall der Ukraine wäre ein vorheriger Frieden mit Russland zwingend.

Beitrittskandidaten müssen zudem nachweisen, dass sie das Gemeinschaftsrecht und alle Abkommen der EU umsetzen, den sogenannten Acquis. Normalerweise dauert dieser Prozess Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Im Fall der Ukraine kämen auf die EU riesige Herausforderungen zu, insbesondere bei der Verteidigung und den Agrarsubventionen.

Zudem hatte Ungarn - das innerhalb der EU Russland politisch am nächsten steht - erklärt, während seines Anfang Juli beginnenden sechsmonatigen Ratsvorsitzes keine weiteren Gespräche abhalten zu wollen.

Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Schowkwa, sagte im Hinblick auf Konfliktthemen mit manchen Mitgliedstaaten, es sei ersichtlich, "wie schwierig es in einigen Fragen mit einigen Ländern bereits ist". Die Ukraine werde indes keinen ihrer wirtschaftspolitischen Standpunkte aufgeben.

Insbesondere mit dem Nachbarstaat Polen hatte es in den vergangenen Monaten erhebliche Konflikte um Getreideexporte gegeben, die nach Ansicht polnischer Landwirte zu einem Preisverfall im Land geführt hatten.

M.Romero--PV

Empfohlen

Sondierungsunterbrechung in Berlin: SPD fordert Erklärung von Linkspartei

Nach der Unterbrechung der rot-grün-roten Sondierungsgespräche in Berlin hat die SPD die Linke aufgefordert, sich zu gemeinsam getroffenen Absprachen zu bekennen. Die Linke müsse deutlich machen, "wie sie zu unserer Vereinbarung steht und auf den verabredeten gemeinsamen Pfad zurückkehren will, um unsere Sondierungen fortzusetzen", erklärten die Berliner SPD-Landeschefs Bettina König und Steffen Krach am Mittwoch in der Bundeshauptstadt.

Pflegereform: Expertenkommission nimmt Arbeit auf - erste Ergebnisse Ende Januar

Eine Fachkommission aus Gesundheitsexperten und Juristen soll in den kommenden Monaten Vorschläge für eine tiefgreifende Pflegereform erarbeiten. Das Kabinett beschloss am Mittwoch die Einsetzung der sogenannten Pflegestrukturkommission, die bis Ende Januar erste Vorschläge präsentieren soll. Lediglich einen Prüfauftrag hat sie für die umstrittene Forderung aus der SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei den Pflegekosten. Kritik kam an der Zusammensetzung des Gremiums.

Rechenzentrum von größter russischer Bank von Drohne getroffen

In der südrussischen Stadt Balakowo ist ein Rechenzentrum der größten russischen Bank Sberbank von einer Drohne getroffen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Mittwoch unter Berufung auf den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Alexander Wedjachin meldete, laufen alle Systeme und Dienste normal weiter. Laut Angaben des Regionalgouverneurs wurde bei dem Angriff in Balakowo ein Mensch getötet.

Kabinett macht Weg frei für Zuckersteuer

Nach langem Ringen um eine Steuer auf zuckergesüßte Getränke hat sich die Bundesregierung auf einen Gesetzentwurf geeinigt. Die Steuer solle die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung stabil halten und einen wichtigen Beitrag "zum Schutz der Gesundheit vor allem von Kindern und Jugendlichen" leisten, hob das Bundesfinanzministerium hervor. Aus der Getränkewirtschaft kamen indes erneut Warnungen vor einer massiven Belastung.

Textgröße ändern: