Pallade Veneta - Gazastreifen: US-Außenminister nennt Zahl getöteter Zivilisten "unannehmbar hoch"

Gazastreifen: US-Außenminister nennt Zahl getöteter Zivilisten "unannehmbar hoch"


Gazastreifen: US-Außenminister nennt Zahl getöteter Zivilisten "unannehmbar hoch"
Gazastreifen: US-Außenminister nennt Zahl getöteter Zivilisten "unannehmbar hoch" / Foto: SAMUEL CORUM - AFP

US-Außenminister Antony Blinken hat bei einem Besuch zweier hochrangiger israelischer Regierungsvertreter die Zahl der im Gazastreifen getöteten Zivilisten als "unannehmbar hoch" bezeichnet. Außenministeriumssprecher Matthew Miller erklärte, Blinken habe bei seinem Treffen mit Israels nationalem Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi und dem Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, die "große Besorgnis" des US-Außenministeriums über die "jüngsten zivilen Opfer in Gaza" zum Ausdruck gebracht.

Textgröße ändern:

"Es werden in diesem Konflikt aus unserer Sicht weiterhin viel zu viele Zivilisten getötet", sagte Miller weiter zu Blinkens Treffen mit Hanegbi und Dermer. Auf eine Frage zu US-Waffenlieferungen für Israel sagte Miller, die US-Regierung sei "äußerst beunruhigt über das anhaltende Sterben von Palästinensern im Gazastreifen".

Am Samstag waren bei israelischen Luftangriffen nach Darstellung des von der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mehr als 90 Menschen im Lager Al-Mawasi nahe der Stadt Chan Junis getötet worden.

AFP-Journalisten beobachteten, wie regungslose Körper von Kindern aus den Trümmern gezogen wurden. Der israelischen Arme zufolge richtete sich der Angriff gegen zwei hochrangige Hamas-Anführer und "Drahtzieher" des Überfalls vom 7. Oktober, darunter Hamas-Militärchef Mohammed Deif.

Nach Angaben von US-Außenministeriumssprecher Miller hat Israel "noch keine Gewissheit", ob Deif bei dem Angriff getötet wurde. Zur Möglichkeit einer Feuerpause sagte Miller, die US-Regierung höre "direkt von Israel, dass die Regierung eine Feuerpause erreichen will und sie am von ihnen unterbreiteten Vorschlag festhält".

Am 24. Juli wird Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu einem Besuch in Washington erwartet, wo er unter anderem eine Rede vor dem Kongress halten soll.

Die USA haben Israel seit dem beispiellosen Angriff der Hamas auf das Land am vergangenen 7. Oktober militärisch und diplomatisch unterstützt. Bei dem Angriff waren nach israelischen Angaben 1195 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden.

Als Reaktion auf den Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben des von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 38.580 Menschen getötet.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Schülerproteste in Frankreich: Neuer Aktionstag mit Demonstrationen

Von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg unterstützt haben Schülerinnen und Schüler in Frankreich an einem neuen Protesttag am Dienstag zahlreiche Schulen landesweit blockiert. Rund 200 Oberschulen blieben nach Angaben der Regierung landesweit geschlossen. Offizielle Zahlen zu Blockadeaktionen gab es nicht. Für den Nachmittag sind zahlreiche Demonstrationen geplant. In Onlinediensten kursierte ein Aufruf zu einer nichtgenehmigten Demonstration vor dem Amtssitz von Premierminister Sébastien Lecornu.

Wadephul sichert Ukraine vor Sicherheitsforum in Warschau Unterstützung zu

Vor Beginn eines internationalen Sicherheitsforums in Warschau hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) der Ukraine eine verlässliche Unterstützung zugesichert. Angesichts der massiven russischen Luftangriffe brauche das Land diese "dringender denn je", betonte der CDU-Politiker am Dienstag vor seiner Abreise in die polnische Hauptstadt, wo er mit seinen Kollegen aus Polen, Großbritannien und Norwegen beim Warsaw Security Forum (WSF) zusammenkommt. "Wir sind verlässliche Unterstützer der Ukraine und stärken unsere gemeinsame Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit in der Nato", sagte Wadephul.

Regierungschef will Liveübertragung von US-Hinrichtung in Australien verhindern

Die australische Regierung hat die geplante Liveübertragung einer Hinrichtung in den USA scharf kritisiert. Er werde alles tun, um zu verhindern, dass Nutzer in Australien die Hinrichtung im Internet verfolgen können, sagte Premierminister Anthony Albanese am Dienstag dem Sender ABC. "Ich weiß nicht, warum irgendjemand sich so ein Ereignis ansehen wollen sollte, geschweige denn tatenlos zusehen und zulassen, dass möglicherweise Kinder und Familien Zugang dazu erhalten."

Rente: CDU erwartet von neuem Minister Schweitzer Festhalten an Koalitionsbeschlüssen

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann erwartet von dem designierten Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) ein Festhalten an Vereinbarungen der Koalition zur Rentenreform. "Ich gehe davon aus, dass er sich genauso auch an die Beschlüsse gebunden fühlt, die das Kabinett miteinander und die Koalitionsspitzen miteinander getroffen haben", sagte Hoppermann am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Und deswegen sind wir ja jetzt gespannt, dass er vorlegt, was in seinem Ministerium schon schlummert."

Textgröße ändern: