Pallade Veneta - Landtagwahl in Thüringen: Ramelow warnt vor starkem Abschneiden der AfD

Landtagwahl in Thüringen: Ramelow warnt vor starkem Abschneiden der AfD


Landtagwahl in Thüringen: Ramelow warnt vor starkem Abschneiden der AfD
Landtagwahl in Thüringen: Ramelow warnt vor starkem Abschneiden der AfD / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat vor einem starken Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in knapp vier Wochen gewarnt. Die AfD wolle "die Ein-Drittel-Sperrminorität im Landtag haben, um alle demokratischen Parteien vor sich her zu jagen", sagte Ramelow dem "Handelsblatt" laut Bericht vom Dienstag. Sie könnte dann wichtige Entscheidungen blockieren und die Justiz lahmlegen.

Textgröße ändern:

Eine Sperrminorität würde die AfD bei einem Drittel der Mandate oder mehr erreichen. Sie hätte dann eine Art Veto etwa bei der Entscheidung des Thüringer Landtags über Neuwahlen oder bei der Besetzung von Richterposten. Die AfD könnte parlamentarische Prozesse zudem noch mehr als bisher lähmen.

Ramelow sagte, ihm bereite es "große Sorgen", dass Thüringens AfD-Chef Björn Höcke es geschafft habe, "aus dieser westdeutschen Professorenpartei in Thüringen eine original faschistische Partei zu machen". Deswegen kämpfe er für die 70 Prozent, die nicht AfD wählten.

In Thüringen wird zeitgleich mit Sachsen am 1. September ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen liegt die AfD seit Monaten mit Werten um die 30 Prozent vorn. Die CDU liegt derzeit auf dem zweiten Platz, gefolgt vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und der Linken. Die SPD ist in den Umfragen einstellig, Grüne und FDP müssen um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.

Linke, SPD und Grüne regieren in Thüringen derzeit als Minderheitskoalition ohne parlamentarische Mehrheit. Die rot-rot-grüne Regierung ist deshalb auf Stimmen der Opposition angewiesen. CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt, der seine Partei zurück in Regierungsverantwortung bringen will, schließt eine Zusammenarbeit mit dem BSW nicht aus.

Thüringens BSW-Spitzenkandidatin Katja Wolf sagte im Bayerischen Rundfunk zu einer möglichen Regierungsbeteiligung: "Wir kämpfen nicht um Posten, wir kämpfen um eine Veränderung in Thüringen und wir kämpfen darum, dass in Thüringen wieder gut regiert wird." Demokratische Parteien müssten aber "miteinander gesprächsbereit sein und sie müssen miteinander kompromissfähig sein", fügte Wolf hinzu. Das Wahlergebnis werde zeigen, "mit welcher demokratischen Partei dann überhaupt welche Regierungsbildung möglich wäre".

U.Paccione--PV

Empfohlen

Vorfall in Fairford: USA und Verbündete verurteilen "gewaltsame Angriffe" des Iran

Nach dem Zwischenfall auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt Ende September haben die USA und ihre Verbündeten, darunter auch Deutschland, "auf das Schärfste Irans Einsatz gewaltsamer Angriffe" verurteilt. Dabei gehe es um "Taten tödlicher Anschlagsplanung, Brandstiftung, Sabotage, Cyberangriffe und andere hybride Aktivitäten gegen uns und unsere Partner", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Montag vom US-Außenministerium veröffentlicht wurde.

Oberstes Gericht bestätigt Aussetzung von Wahlrecht für bestimmte Auslands-Spanier

Wenige Wochen vor den Neuwahlen in Spanien hält der Oberste Gerichtshof an der Aussetzung des Wahlrechts für zahlreiche außerhalb Spaniens lebende Wähler fest. Nach einer Beschwerde bekräftigten die Richter am Montag, dass bestimmte unter dem sogenannten Enkelgesetz eingebürgerte Spanier nur wählen dürfen, falls sie nachweisen können, dass ihre Angehörigen tatsächlich vor dem Bürgerkrieg (1936–1939) und der Franco-Diktatur (1939–1975) geflohen sind.

London: Teheran "fast sicher" für Vorfall an Luftwaffenstützpunkt verantwortlich

Nach Aussage des britischen Premierministers Andy Burnham ist es "fast sicher", dass die iranischen Revolutionsgarden hinter den verdächtigen Aktivitäten an einem auch von den USA genutzten britischen Militärstützpunkt im Südwesten Englands stehen. "Ich kann unsere Einschätzung bestätigen, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit im Iran koordiniert wurde, fast sicher unter der Leitung der Islamischen Revolutionsgarde Irans", sagte Burnham am Montag im Parlament in London.

EU und Großbritannien planen Gipfeltreffen für den 20. November

Die EU und Großbritannien wollen am 20. November ihr ursprünglich für Juli geplantes Gipfeltreffen nachholen. "Gemeinsam wollen wir unsere Zusammenarbeit vertiefen, unsere Resilienz stärken, unsere Fähigkeit zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen ausbauen und Stabilität in Europa und darüber hinaus fördern", erklärte EU-Ratspräsident António Costa am Montag. Er freue sich darauf, gemeinsam mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den britischen Premierminister Andy Burnham zum zweiten Gipfel in Brüssel begrüßen zu dürfen, schrieb Costa im Onlinedienst X.

Textgröße ändern: