Pallade Veneta - Vertraute: Puigdemont nicht mehr in Spanien - auf dem Weg nach Belgien

Vertraute: Puigdemont nicht mehr in Spanien - auf dem Weg nach Belgien


Vertraute: Puigdemont nicht mehr in Spanien - auf dem Weg nach Belgien
Vertraute: Puigdemont nicht mehr in Spanien - auf dem Weg nach Belgien / Foto: Cesar Manso - AFP

Nach seiner erneuten Flucht aus Spanien kehrt der frühere katalanische Unabhängigkeitsführer Carles Puigdemont offenbar in sein Exil nach Belgien zurück. Der frühere katalanische Regionalpräsident halte sich "außerhalb" Spaniens auf und sei auf dem Weg "nach Waterloo" in Belgien, teilten sein Anwalt und auch der Generalsekretär seiner Partei, Jordi Turull, am Freitag im katalanischen Radiosender Rac1 mit.

Textgröße ändern:

Turull fügte hinzu, er wisse aber nicht, ob Puigdemont schon in dem Ort in der Nähe von Brüssel angekommen sei, wo er die meiste Zeit seines siebenjährigen Exils verbracht hatte.

Ein spanischer Richter forderte derweil Erklärungen von der sozialistischen Regierung in Madrid sowie von der Polizei, wie es Puigdemont am Donnerstag trotz eines Großaufgebots der Polizei in Barcelona gelingen konnte, nach einer Rede vor tausenden Anhängern im Zentrum der Stadt außer Landes zu fliehen. Gegen den katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter liegt trotz einer Amnestie der Regierung in Madrid immer noch ein spanischer Haftbefehl wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder vor.

Der Richter am obersten Gerichtshof in Madrid, Pablo Llarena, der den Haftbefehl gegen Puigdemont ausgestellt hatte, forderte Erklärungen zum Polizeieinsatz in Barcelona, die Namen der Verantwortlichen für den Einsatz bei der katalanischen Polizei sowie Informationen zu den angeordneten Grenzkontrollen vom Innenministerium. Ein katalanischer Polizist war am Donnerstag als mutmaßlicher Fluchthelfer von Puigdemont festgenommen worden.

Die sozialistische Regierung in Madrid hatte eine Amnestie für katalanische Unabhängigkeitsbefürworter per Gesetz beschlossen - auch um sich eine Regierungsmehrheit mit Unterstützung der Partei von Puigdemont für die Zentralregierung in Madrid zu sichern. Später hob das oberstes Gericht Spaniens zwar die Strafverfolgung etwa für den Vorwurf des Widerstands gegen die Staatsgewalt und des "Terrorismus" auf, nicht aber für den Vorwurf der Veruntreuung von öffentlichen Geldern gegen Puigdemont.

Die Amnestie durch die Regierung in Madrid sollte katalanischen Aktivisten zugute kommen, die nach dem gescheiterten Abspaltungsversuch Kataloniens im Jahr 2017 von der spanischen Justiz verfolgt wurden. Puigdemont war der führende Initiator des damaligen Unabhängigkeitsreferendums, welches das Land in eine seiner schwersten politischen Krisen stürzte. Nach seiner Flucht ins Exil wurde Puigdemont 2019 als Abgeordneter ins Europäische Parlament gewählt. Zuletzt lebte er in Belgien und Südfrankreich.

Puigdemont war anlässlich der Wahl eines neuen Regionalpräsidenten nach Barcelona gekommen. Dazu wurde am Donnerstag der Sozialist Salvador Illa gewählt - und damit erstmals seit 2010 in Katalonien ein Politiker, der nicht die Unabhängigkeit der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens anstrebt.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Pro Asyl kritisiert Bruch von Aufnahmezusagen für Menschen aus Afghanistan

Anlässlich des fünften Jahrestages der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl erneut den Bruch deutscher Aufnahmezusagen für zuvor als gefährdet eingestufte Afghaninnen und Afghanen durch die deutsche Regierung kritisiert. "Die Bundesregierung agiert skrupellos" und "sie lässt Schutzsuchende im Stich", erklärte Geschäftsführerin Helen Rezene am Freitag. Die Menschenrechtslage in Afghanistan beschrieb Pro Asyl als "dramatisch".

Niedriger Ölpreis als oberstes Ziel: USA drohen Iran mit Sanktionen statt Angriffen

Im Krieg gegen den Iran gibt es Anzeichen für einen Strategiewechsel der USA: Anstelle weiterer Militärangriffe droht Washington Teheran nun mit massiven Wirtschaftssanktionen. Der Iran werde eine wirtschaftliche Isolation erleben, "wie sie die Welt noch nicht gesehen hat", kündigte US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag (Ortszeit) an. Vizepräsident JD Vance gab derweil einen niedrigen Ölpreis als oberstes Ziel aus - erst an zweiter Stelle stehe das Ziel, den Iran am Besitz von Atomwaffen zu hindern, sagte er.

Grüne kritisieren Bundesregierung für Zusammenarbeit mit Taliban

Die Grünen haben die Bundesregierung für ihre Zusammenarbeit mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan scharf kritisiert. "Sie biedert sich den Taliban an, die Frauen und Mädchen grundlegende Menschenrechte entziehen und Millionen Menschen in einer der weltweit größten und schwerwiegendsten humanitären Krisen hält", erklärten die Grünen-Politikerinnen Sara Nanni und Shahina Gambir am Freitag in Berlin. Einzige Motivation dafür seien "Abschiebungen um jeden Preis".

Wahlbehörde: Rechtspopulist Farage schlägt Spaßkandidaten in Nachwahl in England

Der britische Rechtspopulist Nigel Farage hat die Parlaments-Nachwahl im Osten Englands gegen den Spaßkandidaten "Count Binface" (Graf Mülltonnengesicht) gewonnen. Nach Auszählung aller Stimmen konnte Farage, der der Bekanntgabe des Ergebnisses fernblieb, 22.239 Stimmen auf sich verzeichnen, wie die Wahlbehörde am Freitag bekanntgab. Der zweitplatzierte "Count Binface" übertraf demnach jedoch die Erwartungen und erzielte 9455 Stimmen.

Textgröße ändern: