Pallade Veneta - Juso-Chef Türmer: FDP will statt regieren nur noch blockieren

Juso-Chef Türmer: FDP will statt regieren nur noch blockieren


Juso-Chef Türmer: FDP will statt regieren nur noch blockieren
Juso-Chef Türmer: FDP will statt regieren nur noch blockieren / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer hat maßgeblich die FDP für das schlechte Erscheinungsbild der Ampel-Regierung und das Ausbleiben notwendiger Entscheidungen verantwortlich gemacht. "Das hat auch damit zu tun, dass die FDP gar nicht mehr regieren, sondern nur noch blockieren will", sagte Türmer am Dienstag im Deutschlandfunk. Dem Koalitionspartner Grüne warf der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation vor, die Fühler in Richtung einer Koalition mit der Union auszustrecken.

Textgröße ändern:

Türmer kritisierte in diesem Zusammenhang die Interview-Äußerung von Grünen-Parteichef Omid Nouripour, der die "Ampel" am Sonntag als eine "Übergangsregierung" bezeichnet hatte. "Ich verstehe das als eine Initiativbewerbung der Grünen, nach der nächsten Bundestagswahl mit der CDU zusammenzuarbeiten." Die SPD kämpfe hingegen dafür, "dass die nächste Regierung nicht von der CDU unter Friedrich Merz angeführt wird".

Allerdings gab Türmer Nouripour in dessen Erwartung recht, dass die Ampel-Koalition auf längere Sicht keine Zukunft mehr habe. "Ich glaube auch nicht, dass die nächste Regierung eine Ampel-Koalition sein wird", sagte er dem Deutschlandfunk. Ein Grund dafür sei, dass er fest überzeugt sei, "dass die FDP dem nächsten Bundestag nicht mehr angehören wird".

Türmer räumte auch ein, dass die vergangenen Wochen erneut stark von koalitionsinternem Streit geprägt gewesen seien. Vor allem seien dies "häufig sehr destruktive Streits über Probleme, die man sich selbst geschaffen hat" gewesen. Als Beispiel nannte der Juso-Chef den vor allem von der FDP geführten "ideologischen Streit" um "das krampfhafte Festhalten an der Schuldenbremse".

Türmer forderte die SPD auf, dass sie sich "nicht permanent von einem kleinen Koalitionspartner erpressen lässt, insbesondere der FDP, die die Schuldenbremse als Machtinstrument für einen schwachen Staat verwendet". Ein solcher schwacher und handlungsunfähiger Staat sei das, "was wir uns am wenigsten leisten können".

Als Aufgabe der SPD in der Koalition nannte es Türmer, Maßnahmen umzusetzen, deren Wirkung auch kurzfristig bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Als Beispiele nannte er die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns, Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und "etwas für die Mieterinnen und Mieter in Ballungsräumen zu tun."

"Wir haben den klaren Auftrag als Sozialdemokratie, vor allem für die Menschen zu kämpfen. die weniger Geld haben, die darauf angewiesen sind, dass es einen starken Sozialstaat gibt", hob der Juso-Chef hervor. Einen raschen Ausstieg aus der Ampel-Koalition lehnte er trotz deren Probleme ab. Dies wäre "unverantwortlich in der aktuellen Situation", zumal keine anderen Mehrheiten für eine progressive Politik in Sicht seien.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Trump kündigt Zölle von bis zu hundert Prozent auf Drohnen an

US-Präsident Donald Trump hat Zölle von bis zu hundert Prozent auf Drohnen und ihre Bestandteile verhängt. Er unterzeichnete am Donnerstag eine entsprechende Anordnung, mit der die Abhängigkeit von Importen in der von China dominierten Branche verringert werden soll. Das Weiße Haus begründete die Maßnahme mit der nationalen Sicherheit.

Emirate melden iranische Angriffe auf zwei Schiffe in Straße von Hormus

Der Iran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Diese gehörten dem staatlichen Ölkonzern Adnoc, erklärte am Donnerstagabend das Außenministerium in Abu Dhabi. Bei dem "feindlichen iranischen Angriff" sei niemand verletzt worden.

Mehr als 110.000 Kanadier unterstützen Petition zur Ausweisung des US-Botschafters

In Kanada stößt eine Petition auf rege Zustimmung, wonach die Regierung US-Botschafter Pete Hoekstra zur unerwünschten Person erklären und ausweisen soll. Bislang unterzeichneten mehr als 116.000 Menschen das Bürgerbegehren, das noch bis zum 18. November läuft, hieß es am Donnerstag auf der Website des kanadischen Parlaments. Hoekstra ist ein unermüdlicher Verteidiger von US-Präsident Donald Trump, der wiederholt damnit gedroht hat, Kanada den USA einzuverleiben und das Nachbarland mit Zöllen zu überziehen.

Raúl Castro zeigt sich bei Gedenken an Bruder Fidel erstmals seit Monaten öffentlich

Kubas früherer Staatschef Raúl Castro hat sich erstmals seit mehreren Monaten wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, nahm der 95-Jährige am Donnerstag in der Hauptstadt Havanna an einer Veranstaltung zum 100. Geburtstag seines 2016 gestorbenen Bruders und Revolutionsführers Fidel Castro teil.

Textgröße ändern: