Pallade Veneta - Iran schließt deutsches Sprachinstitut - Auswärtiges Amt bestellt Botschafter ein

Iran schließt deutsches Sprachinstitut - Auswärtiges Amt bestellt Botschafter ein


Iran schließt deutsches Sprachinstitut - Auswärtiges Amt bestellt Botschafter ein
Iran schließt deutsches Sprachinstitut - Auswärtiges Amt bestellt Botschafter ein / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Nach der Schließung eines Kulturzentrums im Iran hat das Auswärtige Amt angekündigt, den iranischen Botschafter einzubestellen. Die Schließung des Deutschen Sprachinstituts Teheran (DSIT) sei "durch nichts zu rechtfertigen", erklärte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in Berlin. Sprachaustausch sei die Grundlage des gegenseitigen Verständnisses. "Das Institut ist ein beliebter und anerkannter Ort der Begegnung, in dem sich Menschen mit viel persönlichem Einsatz unter schwierigen Bedingungen für den Spracherwerb einsetzen."

Textgröße ändern:

Das Auswärtige Amt die iranische Regierung auf, "die Aufnahme des Lehrbetriebs sofort wieder zuzulassen."

Die iranische Justiz hatte zuvor erklärt, "zwei Filialen" einer mit der deutschen Regierung verbundenen Einrichtung geschlossen zu haben. Diese hätten "gegen iranische Gesetze verstoßen, zahlreiche illegale Handlungen sowie umfangreiche finanzielle Verstöße begangen", teilte die iranische Justiz auf ihrer Internetseite Mizan Online mit. Es gäbe zudem Berichte über "Verstöße durch weitere mit Deutschland verbundene Zentren". Die Untersuchungen dauern demnach an.

Das DSIT war 1995 von der Deutschen Botschaft in Teheran gegründet worden und beschäftigt derzeit 85 Lehrkräfte. Es finanziert sich nach Angaben des Auswärtigen Amts aus eigenen Einnahmen und gehört nicht zum Goethe-Institut.

Die Schließung des Sprachinstituts erfolgte rund einen Monat, nachdem in Deutschland das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) wegen seiner Beziehungen zum Iran sowie der mutmaßlichen Unterstützung für die libanesische Hisbollah-Miliz verboten wurde. Teheran warf den deutschen Behörden eine "feindliche Aktion" und "Islamfeindlichkeit" vor und bestellte den deutschen Botschafter ein.

In der Begründung des Bundesinnenministeriums für das Verbot hieß es, das IZH sei eine "extremistische Organisation des Islamismus" mit verfassungsfeindlichen Zielen. Von dem Verbot sind auch Teilorganisationen des bundesweit tätigen Vereins in anderen Bundesländern betroffen.

Das 1953 von iranischen Einwanderern gegründete Zentrum war bereits seit mehreren Jahren im Visier der deutschen Behörden. Nach dem Angriff der mit der Hisbollah verbündeten radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober waren die Forderungen nach einer Schließung des IZH lauter geworden.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Trump kündigt Zölle von bis zu hundert Prozent auf Drohnen an

US-Präsident Donald Trump hat Zölle von bis zu hundert Prozent auf Drohnen und ihre Bestandteile verhängt. Er unterzeichnete am Donnerstag eine entsprechende Anordnung, mit der die Abhängigkeit von Importen in der von China dominierten Branche verringert werden soll. Das Weiße Haus begründete die Maßnahme mit der nationalen Sicherheit.

Emirate melden iranische Angriffe auf zwei Schiffe in Straße von Hormus

Der Iran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Diese gehörten dem staatlichen Ölkonzern Adnoc, erklärte am Donnerstagabend das Außenministerium in Abu Dhabi. Bei dem "feindlichen iranischen Angriff" sei niemand verletzt worden.

Mehr als 110.000 Kanadier unterstützen Petition zur Ausweisung des US-Botschafters

In Kanada stößt eine Petition auf rege Zustimmung, wonach die Regierung US-Botschafter Pete Hoekstra zur unerwünschten Person erklären und ausweisen soll. Bislang unterzeichneten mehr als 116.000 Menschen das Bürgerbegehren, das noch bis zum 18. November läuft, hieß es am Donnerstag auf der Website des kanadischen Parlaments. Hoekstra ist ein unermüdlicher Verteidiger von US-Präsident Donald Trump, der wiederholt damnit gedroht hat, Kanada den USA einzuverleiben und das Nachbarland mit Zöllen zu überziehen.

Raúl Castro zeigt sich bei Gedenken an Bruder Fidel erstmals seit Monaten öffentlich

Kubas früherer Staatschef Raúl Castro hat sich erstmals seit mehreren Monaten wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, nahm der 95-Jährige am Donnerstag in der Hauptstadt Havanna an einer Veranstaltung zum 100. Geburtstag seines 2016 gestorbenen Bruders und Revolutionsführers Fidel Castro teil.

Textgröße ändern: