Pallade Veneta - Iranisches Parlament billigt Kabinett von Präsident Peseschkian

Iranisches Parlament billigt Kabinett von Präsident Peseschkian


Iranisches Parlament billigt Kabinett von Präsident Peseschkian
Iranisches Parlament billigt Kabinett von Präsident Peseschkian / Foto: ATTA KENARE - AFP

Das iranische Parlament hat das Kabinett des neuen reformorientierten Präsidenten Massud Peseschkian gebilligt. Die Abgeordneten segneten am Mittwoch die Besetzung aller 19 Ministerposten in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Sitzung ab. Peseschkian verzichtete nach eigenen Angaben wegen Widerstands des Parlaments auf einige Wunschkandidaten. Als Außenminister berief er mit dem 61 Jahre alten Abbas Aragtschi einen Karrierediplomaten, der sich für einen Dialog mit dem Westen einsetzt.

Textgröße ändern:

Vor der Parlamentsabstimmung sagte Peseschkian, er habe zunächst "ideale" Kandidaten für die Besetzung seines Kabinetts "im Kopf" gehabt. "Aber als ich gesehen habe, dass es dafür keine Zustimmung gibt, habe ich nachgegeben." Für ihn sei eine einvernehmliche Entscheidung über die Besetzung der neuen Regierung wichtiger als die Durchsetzung seiner Idealvorstellung.

Die reformorientierte Zeitung "Etemad" schrieb, die Parlamentsabstimmung am Mittwoch sei das erste Mal seit 23 Jahren gewesen, dass das iranische Parlament allen von einem Präsidenten ernannten Ministern seine Zustimmung erteilte.

Nach dem Votum veröffentlichte Peseschkian im Onlinedienst X ein Foto von sich mit dem konservativen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf und dem Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs des Iran, Gholamhossein Mohseni Edschei, das er mit den Worten "Konsens für den Iran" kommentierte. Ghalibaf versicherte auf X, das Parlament stehe "an der Seite der Regierung, um die Probleme des Landes zu lösen".

Peseschkian hatte im Juli die Präsidentschaftswahl im Iran gewonnen. Der 69-Jährige galt als einziger Kandidat aus dem Reformer-Lager. Die Neuwahl war nötig geworden, nachdem Präsident Ebrahim Raisi sowie dessen Außenminister Hossein Amir-Abdollahian im Mai bei einem Hubschrauber-Absturz gestorben waren.

Der neue Außenminister Aragtschi ist zwar für seine Dialogbereitschaft gegenüber dem Westen bekannt, bekundete aber unlängst seine "umfassende Unterstützung für die Achse des Widerstands", in der der Iran mit israelfeindlichen Gruppen wie der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas und der libanesischen Hisbollah-Miliz verbunden ist. 2013 hatte Argagtschi die Atomgespräche mit dem Westen geführt. Sie mündeten 2015 schließlich in einem Atomabkommen, das aber nach dem einseitigen Ausstieg der USA 2018 kollabierte.

Peseschkians Kabinett gehört mit der Ministerin für Straßenbau und Stadtentwicklung, Farsaneh Sadegh, nur eine Frau an. Sie ist erst die zweite Frau auf einem Ministerposten seit Gründung der Islamischen Republik Iran 1979. Das Verteidigungsministerium wird nun von General Asis Nasirsadeh geleitet, einem ehemaligen Kommandeur der Luftwaffe.

Im Reformlager erregte Peseschkian einige Kritik, unter anderem weil er konservative Politiker aus Raisis Vorgängerregierung berief. Kritisiert wurde auch, dass der neue Präsident keine Repräsentanten von ethnischen und religiösen Minderheiten und nicht mehr Frauen in sein Kabinett holte.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Trump kündigt Zölle von bis zu hundert Prozent auf Drohnen an

US-Präsident Donald Trump hat Zölle von bis zu hundert Prozent auf Drohnen und ihre Bestandteile verhängt. Er unterzeichnete am Donnerstag eine entsprechende Anordnung, mit der die Abhängigkeit von Importen in der von China dominierten Branche verringert werden soll. Das Weiße Haus begründete die Maßnahme mit der nationalen Sicherheit.

Emirate melden iranische Angriffe auf zwei Schiffe in Straße von Hormus

Der Iran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Diese gehörten dem staatlichen Ölkonzern Adnoc, erklärte am Donnerstagabend das Außenministerium in Abu Dhabi. Bei dem "feindlichen iranischen Angriff" sei niemand verletzt worden.

Mehr als 110.000 Kanadier unterstützen Petition zur Ausweisung des US-Botschafters

In Kanada stößt eine Petition auf rege Zustimmung, wonach die Regierung US-Botschafter Pete Hoekstra zur unerwünschten Person erklären und ausweisen soll. Bislang unterzeichneten mehr als 116.000 Menschen das Bürgerbegehren, das noch bis zum 18. November läuft, hieß es am Donnerstag auf der Website des kanadischen Parlaments. Hoekstra ist ein unermüdlicher Verteidiger von US-Präsident Donald Trump, der wiederholt damnit gedroht hat, Kanada den USA einzuverleiben und das Nachbarland mit Zöllen zu überziehen.

Raúl Castro zeigt sich bei Gedenken an Bruder Fidel erstmals seit Monaten öffentlich

Kubas früherer Staatschef Raúl Castro hat sich erstmals seit mehreren Monaten wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, nahm der 95-Jährige am Donnerstag in der Hauptstadt Havanna an einer Veranstaltung zum 100. Geburtstag seines 2016 gestorbenen Bruders und Revolutionsführers Fidel Castro teil.

Textgröße ändern: