Pallade Veneta - Israel bombardiert Hisbollah-Stellungen im Südlibanon - Neuer Angriff in Beirut

Israel bombardiert Hisbollah-Stellungen im Südlibanon - Neuer Angriff in Beirut


Israel bombardiert Hisbollah-Stellungen im Südlibanon - Neuer Angriff in Beirut
Israel bombardiert Hisbollah-Stellungen im Südlibanon - Neuer Angriff in Beirut / Foto: Anwar AMRO - AFP

Israel hat seine Luftangriffe gegen die Hisbollah-Miliz im Südlibanon intensiviert und trotz Kritik der USA erstmals seit mehreren Tagen wieder den Süden Beiruts bombardiert. Kurz nach einer Evakuierungsaufforderung griff die israelische Armee am Mittwochmorgen das schiitisch geprägte Viertel Haret Hreik im Süden der libanesischen Hauptstadt an, wie AFP-Journalisten berichteten. Die US-Regierung forderte Israel auf, mehr Hilfslieferungen in den Gazastreifen zuzulassen, und drohte damit, ihre Militärhilfen zu kürzen.

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Zwischen den Gebäuden im Viertel Haret Hreik stieg nach dem Angriff schwarzer Rauch auf, wie AFP-Journalisten berichteten. Das israelische Militär hatte die Bewohner knapp eine Stunde zuvor auf Arabisch im Onlinedienst X aufgefordert, das Gebiet zu verlassen, da ein Angriff kurz bevorstehe.

Die US-Regierung hatte am Dienstag deutliche Kritik an den Angriffen der israelischen Luftwaffe auf Ziele in Beirut zum Ausdruck gebracht. "Wir haben deutlich gemacht, dass wir gegen die Kampagne sind", die in den vergangenen Wochen in Beirut zu beobachten gewesen sei, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller.

Nach Angaben libanesischer Staatsmedien durchbrachen israelische Kampfjets über dem Süden Beiruts am Mittwoch zweimal die Schallmauer. AFP-Journalisten berichteten über laute Knalle.

Die israelische Armee setzte auch ihre Luftangriffe auf Ziele im Südlibanon fort. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei einem Angriff auf Verwaltungsgebäude in der Stadt Nabatijeh mindestens sechs Menschen getötet. Gouverneurin Howaida Turk sagte der Nachrichtenagentur AFP, unter den Opfern sei auch Bürgermeister Ahmad Kahil.

Nabatijeh ist eine Hochburg der schiitischen Hisbollah-Miliz und der mit ihr verbündeten Amal-Bewegung. Turk zufolge gab es mindestens elf Angriffe auf die Stadt und ihre Umgebung. Bereits am Wochenende war das Geschäftszentrum von Nabatijeh bei einem israelischen Luftangriff zerstört worden.

Die UN-Sonderkoordinatorin für den Libanon, Jeanine Hennis-Plasschaert, mahnte nach den jüngsten Angriffen auf Nabatijeh den Schutz von "Zivilisten und ziviler Infrastruktur" an.

Die israelische Armee erklärte ihrerseits, sie habe in Nabatijeh am Mittwoch "dutzende terroristische Ziele der Hisbollah" getroffen. Unter den Zielen seien Kommandozentralen und Waffenlager gewesen, welche die Miliz neben "ziviler Infrastruktur" eingerichtet habe, hieß es in der Erklärung.

Die Hisbollah gehört zu der gegen Israel gerichteten "Achse des Widerstands" unter der Führung des Iran. Nach dem Großangriff der mit ihr verbündeten islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte die Hisbollah mit ständigen Raketenangriffen eine zweite Front gegen Israel eröffnet.

In den vergangenen Wochen weiteten die israelischen Streitkräfte ihre Luftangriffe auf die Hisbollah massiv aus. Zudem starteten sie vor rund zwei Wochen Bodeneinsätze im südlichen Libanon gegen Stellungen der Miliz. Seit dem 23. September wurden nach einer AFP-Zählung auf Grundlage offizieller Daten insgesamt mehr als 1350 Menschen im Libanon getötet. Laut UNO wurden zudem fast 700.000 Menschen vertrieben.

Trotz der massiven israelischen Angriffe setzte auch die Hisbollah ihre Attacken auf Israel fort. Die israelische Armee erklärte, in der Nacht zum Mittwoch seien rund 50 Geschosse aus dem Libanon auf Nordisrael abgefeuert worden. Einige davon seien abgefangen worden. Opfer meldete die Armee nicht.

Die Hisbollah hatte zuvor erklärt, sie habe "eine große Raketensalve" auf den Norden Israels abgefeuert. Am Mittwoch griff die Miliz nach eigenen Angaben zudem einen israelischen Panzer nahe dem Grenzdorf Ramia mit einem Lenkflugkörper an.

Mit Blick auf die verheerende humanitäre Lage im Gazastreifen erhöhte die US-Regierung derweil den Druck auf ihren Verbündeten Israel. Die USA drohten damit, einen Teil ihrer Militärhilfen auszusetzen, sollte die israelische Regierung nicht für eine deutliche Verbesserung bei den Hilfslieferungen für die Palästinenser in dem Küstengebiet sorgen.

Israel müsse bewerkstelligen, "dass das Niveau der Hilfe, die in den Gazastreifen gelangt, von dem sehr, sehr niedrigen Niveau, auf dem es sich heute befindet, wieder ansteigt", hieß es in einem Brief an die israelische Regierung, über den Außenamtssprecher Matthew Miller am Dienstag in Washington informierte.

Der Brief war am Sonntag von Außenminister Antony Blinken und Pentagon-Chef Lloyd Austin verschickt worden. Die beiden US-Minister setzten der israelischen Regierung eine Frist von 30 Tagen, um die Änderungen herbeizuführen. "Wir möchten allerdings, dass die Änderungen nicht erst in 30 Tagen, sondern sofort erfolgen", sagte Miller. Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter und zugleich der größte Waffenlieferant.

P.Colombo--PV

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