Pallade Veneta - Habeck: Regierung wird ihr Amt weiter mit vollem Pflichtbewusstsein ausüben

Habeck: Regierung wird ihr Amt weiter mit vollem Pflichtbewusstsein ausüben


Habeck: Regierung wird ihr Amt weiter mit vollem Pflichtbewusstsein ausüben
Habeck: Regierung wird ihr Amt weiter mit vollem Pflichtbewusstsein ausüben / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) hat ungeachtet des Fehlens einer parlamentarischen Mehrheit den Gestaltungsanspruch der verbleibenden rot-grünen Bundesregierung unterstrichen. "Wir sind im Amt, wir können Entscheidungen treffen und wir werden Entscheidungen treffen", sagte Habeck am Donnerstag in Berlin. Die Regierungsmitglieder würden ihr Amt weiterhin "mit vollem Pflichtbewusstsein ausüben" und das Kabinett werde auch weiter Gesetze auf den Weg bringen.

Textgröße ändern:

Auch auf internationaler Ebene werde die Regierung weiterhin "die Stimme Deutschlands" sein, stellte Habeck klar. "Wir werden unsere Position für Freiheit und Frieden in Europa und für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen einbringen, des Klimas und der Biodiversität, für Ausgleich und Zusammenhalt und gegen Hass und Populismus".

Habeck räumte ein, dass die Regierung für offene Vorhaben in der Regel nicht mit Unterstützung aus CDU/CSU oder FDP werde rechnen können. Diese würden gewiss nicht sagen: "Wir helfen der rot-grünen Regierung über die nächsten Monate."

Gleichwohl würde er begrüßen, ob ein gemeinsames Handeln doch möglich sei, "punktuell, wo es Interessenüberschneidungen gibt", sagte der Vizekanzler. Er glaube nicht, dass es einer Seite im Wahlkampf dann schaden werde, "wenn etwas Vernünftiges zusammen gemacht wird". Insbesondere bei Sicherheitsfragen sehe er nicht, "dass es da parteipolitisch unterschiedliche Interessen gibt", auch gebe es in der Energiepolitik Gesetzesvorhaben, auf die auch in den Bundesländern dringend gewartet werde.

Habeck bekräftigte, dass der Bruch der Ampel-Koalition aus seiner Sicht vermeidbar gewesen wäre. Er begründete dies damit, dass "es verschiedene Optionen auf dem Tisch gab, zu einer Lösung bei der Schließung der Haushaltslücke zu kommen", ohne dass dafür eine weitere Kreditaufnahme erforderlich gewesen wäre. "Wenn man sich hätte einigen wollen, dann hätte man sich auch einigen können", stellte der Grünen-Politiker klar.

Zu den Forderungen aus Union und FDP, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) solle umgehend die Vertrauensfrage stellen und damit den Weg zu Neuwahlen frei machen, äußerte sich Habeck auf Nachfrage zurückhaltend. "Der Bundeskanzler hat sich entschieden, die Vertrauensfrage am 15. Januar zu stellen", sagte er lediglich. "Es ist sein Recht, das zu tun."

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Zentralrat der Juden kritisiert Berliner Vereinbarung zu Antisemitismus

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hält die jüngste Vereinbarung von Linken, Grünen und SPD in Berlin zur Bekämpfung des Antisemitismus für unzureichend. In dem Papier sei von "'Sanktionsmechanismen' bei antisemitischen Vorfällen in den Fraktionen" die Rede, sagte Schuster dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitagsausgaben). Für Sanktionen gebe es bei der Linkspartei "seit Monaten zahlreiche, schwerwiegende Anlässe". Konsequenzen, die über Lippenbekenntnisse hinausgingen, gebe es aber bis heute nicht.

Internationaler Strafgerichtshof bezeichnet Duterte als verhandlungsfähig

Der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angeklagte frühere philippinische Präsident Rodrigo Duterte ist aus Sicht des Tribunals verhandlungsfähig. Das Gericht zeigte sich nach eigenen Angaben vom Donnerstag "überzeugt, dass der Angeklagte in der Lage ist, seine mit einem gerechten Verfahren verbundenen Rechte wirksam auszuüben". Die Einschätzung beruhe auf Angaben unabhängiger Sachverständiger sowie auf Angaben beteiligter Parteien.

Koalitionsausschuss lässt Fragen offen: "Gute Atmosphäre" aber wenig Greifbares

Ein "gutes Treffen" im Kanzleramt - aber keine greifbaren Ergebnisse: Beim mit Spannung erwarteten Koalitionsausschuss sind viele Fragen offen geblieben. Nach Angaben von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) vereinbarten Union und SPD die "nächsten Schritte" bei den anstehenden Reformen. Beim Thema Rente gebe es allerdings "einige Klärungspunkte in der Koalition", sagte der SPD-Chef am Donnerstag in Luxemburg. Das deutsche Handwerk kritisierte, ein überzeugender Reformzeitplan sei "nicht erkennbar".

Stadt Mannheim muss umstrittenen Artikel zu Swingerparty doch veröffentlichen

Die Stadt Mannheim muss einen umstrittenen Artikel des fraktionslosen Stadtrats Julien Ferrat im Zusammenhang mit einer Swingerparty veröffentlichen. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof wies nach Angaben vom Donnerstag eine Beschwerde von Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) dagegen zurück. In dem Artikel kritisiert Ferrat die Stadt wegen Nichtveröffentlichung zweier Beiträge über eine mögliche Swingerparty im Rathaus.

Textgröße ändern: