Pallade Veneta - Aktivisten: 16 Zivilisten bei vermutlich russischem Luftangriff auf Aleppo getötet

Aktivisten: 16 Zivilisten bei vermutlich russischem Luftangriff auf Aleppo getötet


Aktivisten: 16 Zivilisten bei vermutlich russischem Luftangriff auf Aleppo getötet
Aktivisten: 16 Zivilisten bei vermutlich russischem Luftangriff auf Aleppo getötet / Foto: Omar HAJ KADOUR - AFP

Bei einem vermutlich russischen Luftangriff auf ein zuvor von dschihadistischen Kämpfern eingenommenes Stadtviertel der syrischen Stadt Aleppo sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 16 Zivilisten getötet worden. "Mindestens 16 Zivilisten" seien "getötet und 20 weitere verletzt", als "Kampfflugzeuge, wahrscheinlich russische" an einem Kreisverkehr in Aleppo zivile Fahrzeuge beschossen hätten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH) am Samstag.

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Damit stieg die Gesamtzahl der Opfer durch die Kämpfe seit Mittwoch laut der OSDH auf 327. Zuvor hatte die Organisation 311 Tote gemeldet - darunter 183 Kämpfer der Dschihadistengruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) und seiner Verbündeten, 100 Mitglieder der syrischen Regierungstruppen sowie 28 Zivilisten.

Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk verschiedener Quellen in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Die HTS und mit ihr verbündete Gruppierungen haben nach Angaben der Beobachtungsstelle den Großteil von Syriens zweitgrößter Stadt Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Die syrische Armee bestätigte am Samstag die Präsenz der Kämpfer in "großen Teilen" Aleppos und meldete "dutzende" Tote sowie zahlreiche Verletzte in ihren eigenen Reihen.

Russland ist ein Verbündeter der syrischen Regierung unter Präsident Baschar al-Assad. Am Morgen hatte die OSDH mitgeteilt, dass Aleppo erstmals seit 2016 von russischen Luftangriffen getroffen wurde. Die russische Armee teilte nach Angaben russischer Medien mit, dass sie zur Unterstützung der Regierung in Damaskus "extremistische" Gruppen in Syrien bombardiert habe.

Der syrische Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida HTS und dessen Verbündete hatten am Mittwoch eine überraschende Großoffensive gegen die Streitkräfte der Regierung gestartet - es sind die heftigsten Kämpfe seit 2020. Im Zuge der Offensive eroberten die Dschihadisten laut OSDH binnen drei Tagen rund 70 Orte.

Die Dschihadisten kontrollieren bereits weite Teile der Region Idlib sowie Teile der Nachbarprovinzen Aleppo, Hama und Latakia. Die Stadt Aleppo war bisher unter der Kontrolle der Regierung.

Der syrische Bürgerkrieg begann 2011, nachdem Präsident al-Assad Proteste gegen die Regierung mit Gewalt niederschlagen ließ. Eine halbe Million Menschen wurden getötet und Millionen weitere vertrieben.

Mit der Unterstützung ihrer Verbündeten Russland und dem Iran erlangte die syrische Regierung 2015 die Kontrolle über weite Teile des Landes zurück. Auch die Großstadt Aleppo eroberte Assad im Jahr 2016 mit Unterstützung der russischen Luftwaffe mittels massiver Bombenangriffe zurück.

Im Norden Syriens gilt seit 2020 ein von der Türkei und Russland vermittelter Waffenstillstand, der zwar immer wieder gebrochen wurde, aber die Region in den vergangenen Jahren weitgehend beruhigt hatte.

Z.Ottaviano--PV

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