Pallade Veneta - Merz übernimmt offiziell Chefposten der CDU "in schwerer Zeit"

Merz übernimmt offiziell Chefposten der CDU "in schwerer Zeit"


Merz übernimmt offiziell Chefposten der CDU "in schwerer Zeit"
Merz übernimmt offiziell Chefposten der CDU "in schwerer Zeit"

Nun ist es offiziell: Friedrich Merz ist neuer Chef der CDU. In der aus rechtlichen Gründen notwendigen Briefwahl nach dem digitalen Parteitag erhielt Merz nach Angaben vom Montag gut 95 Prozent der Stimmen. "Wir wissen, was wir vor uns haben", sagte Merz nach der Ergebnisverkündung an der Seite des neuen Generalsekretärs Mario Czaja. "Wir übernehmen die CDU in einer schweren Zeit."

Textgröße ändern:

Merz hatte bereits auf dem Parteitag vor gut einer Woche rund 95 Prozent der Delegiertenstimmen erhalten. Rechtlich bindend war aber erst die Briefwahl. Nach Parteiangaben erhielten sämtliche Mitglieder von Präsidium und Bundesvorstand in der schriftlichen Abstimmung jeweils die nötige Mehrheit.

Merz nannte das Briefwahlergebnis "eindrucksvoll". Er wolle Danke sagen, aber auch Respekt vor der neuen Aufgabe ausdrücken. An die Adresse der CDU-Spitzenkandidaten bei den vier Landtagswahlen in diesem Jahr sagte Merz: "Wir werden von hier aus jede Unterstützung geben, die wir geben können."

Er freue sich nach der offiziellen Amtsübernahme auf "viele Begegnungen", auf Meinungsaustausch und auch "auf das gemeinsame Ringen um politische Positionen", sagte Merz. "Die CDU ist da, wir sind einsatzbereit."

Czaja betonte, es werde "sofort" mit der inhaltlichen Arbeit begonnen. Im jüngsten Bundestagswahlkampf habe es "Leerstellen" gegeben. Auf der nächsten Sitzung des CDU-Präsidiums werde der Prozess zur Erstellung eines neuen Grundsatzprogramms begonnen.

Der 66-Jährige Merz tritt die Nachfolge von Armin Laschet an, der nach dem historisch schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl seinen Rückzug eingeleitet hatte. Im Dezember organisierte die Partei erstmals eine Mitgliederbefragung zum künftigen Vorsitz. Merz ließ dabei seine Konkurrenten, den Außenpolitiker Norbert Röttgen und den ehemaligen Kanzleramtschef Helge Braun, mit 62,1 Prozent der Stimmen weit hinter sich. Es war sein dritter Versuch, CDU-Vorsitzender zu werden.

Für die Union scheint sich der Wechsel an der Spitze derzeit auszuzahlen: In einer Erhebung des Meinungsforschungsunternehmens Insa für die "Bild"-Zeitung verbesserte sich die Union um einen Punkt auf 25 Prozent, und landete damit vor der SPD, die auf nur noch 24 Prozent kam (minus zwei).

Die Grünen lagen unverändert bei 15 Prozent, die FDP bei 12,5 Prozent (plus eins), die AfD kam auf zehn Prozent (minus eins) und die Linken erreichten 6,5 Prozent (plus 0,5). Für die Erhebung hatte Insa von Freitag bis Montag 2147 Bürgerinnen und Bürger befragt. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit plus/minus 2,4 Prozentpunkten angegeben.

Mitte Februar soll Merz auch Chef der Unionsfraktion im Bundestag werden. Amtsinhaber Ralph Brinkhaus (CDU) hatte dafür vor wenigen Tagen den Weg freigemacht.

Auf die Frage, ob er Brinkhaus im Gegenzug einen neuen Posten zugesagt habe, sagte Merz am Montag: "Ich habe ihm zugesagt, dass wir natürlich an ihn denken, wenn wir demnächst Aufgaben zu verteilen haben." Momentan jedoch gebe es "keine Aufgaben zu verteilen". Die Union sei schließlich "nicht in der Regierung, wir sind mit begrenzten Möglichkeiten in der Opposition".

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

Streit um Aufnahmeprogramm: Afghanin erringt vor Bundesverfassungsgericht Erfolg

Niederlage für Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Rechtsstreit um die gestoppten Aufnahmeprogramme für afghanische Flüchtlinge: Eine afghanische Mutter und ihre zwei minderjährigen Söhne haben am Freitag vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe durchsetzen können, dass ihr Fall neu geprüft werden muss. Der Familie wurde ein ursprünglich zugesagtes Visum für Deutschland auf Grundlage von Vorgaben aus Dobrindts Ministerium verweigert. Das Bundesinnenministerium sieht sich indes durch die Entscheidung in seinem Kurs weitgehend bestätigt.

Streit um Rechtsruck: Ehemalige polnische Regierungspartei PiS spaltet sich auf

Wegen eines Richtungsstreits kehren in Polen rund 30 Abgeordnete der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) den Rücken. "Rund 30 Abgeordnete haben unsere Partei verlassen", sagte der Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski am Freitag. Er hatte den Abgeordneten für eine Loyalitätserklärung ein Ultimatum bis Donnerstagabend gestellt. Die Abgeordneten erklärten, sie seien ausgeschlossen worden. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht eine mögliche Koalition der PiS mit Rechtsaußenparteien, um die Parlamentswahl im kommenden Jahr zu gewinnen.

15 Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine - Sechs Tote in Russland

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind am Freitag mindestens 15 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Nach Angaben ukrainischer Behörden starben alleine zehn Menschen bei einem Raketenangriff auf eine Veranstaltung der Rüstungsbranche nahe Kiew und fünf weitere in Slowjansk. Bei ukrainischen Angriffen in Russland wurden laut dortigen Behörden sechs Menschen getötet und mindestens 26 verletzt.

Trump empfängt am Dienstag Selenskyj - und voraussichtlich Netanjahu

US-Präsident Donald Trump empfängt am Dienstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington. Das teilte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses am Freitag mit. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu will ebenfalls am Dienstag mit Trump zusammenkommen, wie sein Büro in Jerusalem erklärte. Es wäre das siebte Treffen der beiden Politiker seit dem Wiedereinzug des US-Präsidenten ins Weiße Haus im Januar 2025.

Textgröße ändern: