Pallade Veneta - Chemnitz eröffnet Kulturhauptstadtjahr mit Straßenfest, Festakt und Bühnenshow

Chemnitz eröffnet Kulturhauptstadtjahr mit Straßenfest, Festakt und Bühnenshow


Chemnitz eröffnet Kulturhauptstadtjahr mit Straßenfest, Festakt und Bühnenshow
Chemnitz eröffnet Kulturhauptstadtjahr mit Straßenfest, Festakt und Bühnenshow / Foto: STRINGER - AFP

Mit einem großen Straßenfest, einem Festakt und einer abendlichen Bühnenshow am Karl-Marx-Monument ist das sächsische Chemnitz am Samstag in das Kulturhauptstadtjahr 2025 gestartet. An vielen Orten in der Stadt lief ein Bühnenprogramm, wie eine Sprecherin der Stadt der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Im Opernhaus kamen am Nachmittag 700 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft zu dem offiziellen Festakt zusammen. Mehrere Demonstrationen verliefen laut Polizei ohne größere Zwischenfälle.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in seiner Rede auf dem Festakt die Geschichte von Chemnitz. Die Stadt habe "Herausforderungen gemeistert" und "Umbrüche erlebt", sagte er laut vorab verbreitetem Redetext. "Allein die zweifache Umbenennung – 37 Jahre lang Karl-Marx-Stadt, dann wieder Chemnitz – steht sinnbildlich für die Erschütterung von Gewissheiten, für Brüche und Neuanfänge."

Chemnitz habe aber auch "bittere Erfahrungen mit Extremismus" gemacht, sagte Steinmeier vor allem mit Blick auf rechtsextreme Ausschreitungen im Jahr 2018. Nun solle aus Chemnitz "ein unübersehbares Signal" für ein "positives Miteinander" ausgehen. "Ein Signal, das wir in Deutschland und in Europa so dringend brauchen", sagte Steinmeier.

"Chemnitz war lange eine Stadt im Schatten, ein Ort, den viele nicht kannten, absichtlich ignorierten oder bewusst mieden", erklärte Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD). "Eine Stadt mit unübersehbaren Brüchen und Narben, aber ebenso eine Stadt, die sich immer wieder neu gefunden und erfunden und aus sich selbst heraus weiterentwickelt hat."

Am Abend fand bei eisigen Temperaturen eine große Eröffnungsshow auf der Bühne am Karl-Marx-Monument statt, bei der unter anderem der DJ Fritz Kalkbrenner auftrat.

Gegen die Veranstaltung hatte die rechtsextremistische Partei Freie Sachsen eine Demonstration angekündigt. Wie die Polizei am Abend mitteilte, nahmen bis zu 400 Menschen daran teil. Innerhalb des Protestzuges sei Pyrotechnik gezündet worden, zudem seien ausländerfeindliche Gesänge und Rufe erfolgt, weshalb nun wegen Volksverhetzung ermittelt werde, erklärte die Polizei.

Demnach wurden mindestens zehn Strafanzeigen aufgenommen. Gegen eine 36-Jährige wurde Anzeige wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erstattet. Gegen einen 15-Jährigen wird wegen gefährlicher Köprerverletzung ermittelt. Er stehe im Verdacht, Pyrotechnik auf einen Polizisten geworfen zu haben, der ein Knalltrauma erlitten habe, erklärte die Polizei.

An einer Gegendemonstration nahmen demnach rund tausend Menschen teil. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund tausend Kräften im Einsatz.

Nach einer Bombendrohung gegen die Stadthalle konnte die Polizei schnell Entwarnung geben. Die Stadthalle sei durchsucht, dabei aber "nichts Besorgniserregendes gefunden" worden. Das Programm sei nicht beeinträchtigt worden. Am Abend hieß es, die Ermittlungen zum Anrufer liefen.

Unter dem Motto "C the Unseen" (Sieh das Unsichtbare) präsentieren Chemnitz und zahlreiche Kommunen im Umland als Europäische Kulturhauptstadt 150 Projekte und mehr als tausend Veranstaltungen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) erklärte, für Chemnitz biete sich "die Chance, europaweit bekannt zu werden und auch längerfristig Strukturen zu schaffen, von denen die ganze Region dauerhaft profitieren kann".

U.Paccione--PV

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