Pallade Veneta - Bangen um Gaza-Waffenruhe: Hamas will Geiseln wie vereinbart freilassen

Bangen um Gaza-Waffenruhe: Hamas will Geiseln wie vereinbart freilassen


Bangen um Gaza-Waffenruhe: Hamas will Geiseln wie vereinbart freilassen
Bangen um Gaza-Waffenruhe: Hamas will Geiseln wie vereinbart freilassen / Foto: Eyad BABA - AFP

Im Streit um die Erfüllung der Vereinbarungen des Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der Hamas hat die radikalislamische Miliz erklärt, weitere israelische Geiseln freilassen zu wollen. Das Abkommen werde wie vereinbart umgesetzt, erklärte die Hamas am Donnerstag. Dazu gehöre auch der "Gefangenenaustausch entsprechend des festgelegten Zeitplans". Zuvor hatten palästinensische Quellen von Fortschritten bei den Gesprächen zur Rettung des Abkommens berichtet. Israel äußerte sich zunächst nicht konkret.

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Die bereits fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas war unter Druck geraten, nachdem die Palästinenserorganisation angekündigt hatte, die vereinbarte Freilassung von Geiseln auszusetzen. Als Grund nannte sie Verstöße Israels gegen das Abkommen. Israel drohte daraufhin mit einer Fortführung des Kriegs im Gazastreifen, sollte die Hamas die Gefangenen nicht freilassen.

Bei den Bemühungen um eine Rettung des Abkommens waren am Donnerstag Fortschritte gemeldet worden. Von der palästinensischen Seite hieß es, Israel habe zugesagt, die im "humanitären Protokoll" festgelegten Hilfslieferungen zu ermöglichen. Damit könnten unter anderem Zelte, Medikamente, Treibstoff und Materialien für die Renovierung von Krankenhäusern in den Gazastreifen gebracht werden.

Die Hamas hatte Israel zuvor vorgeworfen, die Lieferung von schweren Maschinen zu verzögern, die für die Beseitigung der riesigen Trümmermengen in dem Gebiet benötigt werden. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete am Donnerstag von Dutzenden Bulldozern, Baumaschinen und mit Wohnwagen beladene Lastwagen, die an der ägyptischen Grenze zum Gazastreifen bereitstanden.

Israel erklärte allerdings, diese würden nicht in das Palästinensergebiet gelassen werden. "Fertigbauten oder schweres Gerät kommt nicht in den Gazastreifen herein und es gibt keine Koordination in dieser Hinsicht", erklärte ein Sprecher von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im Onlinedienst X. "Der Vereinbarung zufolge dürfen keine Güter über den Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen gelangen", fügte er hinzu.

Der Übergang Rafah an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen war im Rahmen des Waffenruhe-Abkommens für die Evakuierung von Verletzten und Kranken geöffnet worden. Für die Einfuhr von Hilfsgütern in das zerstörte Palästinensergebiet ist dagegen der Grenzübergang Kerem Shalom vorgesehen.

Die Hamas hatte Israel am Montag vorgeworfen, sich nicht an die Vereinbarungen der Waffenruhe zu halten und die für Samstag geplante Freilassung weiterer israelischer Geiseln "bis auf Weiteres" gestoppt. Unter anderem sei die humanitäre Hilfe für den Gazastreifen nicht geliefert worden, zudem habe Israel die Rückkehr der vertriebenen Palästinenser in den Norden des Gebiets verzögert, erklärte die Miliz.

Am Donnerstag berichtete der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Extra News dann unter Berufung auf offizielle Quellen, Ägypten und Katar hätten die Hindernisse bei der weiteren Umsetzung des Waffenruhe-Abkommens "ausgeräumt". Israel und die Hamas verpflichteten sich demnach dazu, das Abkommen vollständig umzusetzen. Ägypten tritt neben Katar als Vermittler auf, auch die USA hatten das Abkommen mit ausgehandelt.

Die israelische Regierung hatte der Hamas mit der Wiederaufnahme der Kämpfe im Gazastreifen gedroht, sollte die Geiselübergabe nicht wie geplant stattfinden. Ein "neuer Gaza-Krieg" werde sich "in seiner Intensität von dem vor der Waffenruhe unterscheiden" und werde "nicht ohne die Niederlage der Hamas und die Freilassung aller Geiseln enden", sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.

Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump die Hamas gewarnt, sollten die Geiseln nicht freikommen, werde "die Hölle" losbrechen.

Die Waffenruhe im Krieg im Gazastreifen war unter Vermittlung der USA, Ägyptens und Katars ausgehandelt worden und am 19. Januar in Kraft getreten. Derzeit läuft eine erste sechswöchige Phase, während der insgesamt 33 israelische Geiseln übergeben werden sollen. Im Gegenzug sollen rund 1900 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. 16 israelische Geiseln sind bereits freigelassen worden, im Gegenzug für 765 palästinensische Häftlinge.

Der Krieg im Gazastreifen war durch den Großangriff der Hamas und mit ihr verbündeter Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden israelischen Angaben zufolge 1211 Menschen getötet, 251 Geiseln wurden in den Gazastreifen verschleppt. 73 befinden sich noch in Gefangenschaft, 35 dieser Geiseln sind laut israelischer Armee bereits tot.

Israel ging seit dem Hamas-Überfall massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde, die nicht unabhängig überprüft werden können, mindestens 48.222 Menschen getötet.

L.Guglielmino--PV

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