Pallade Veneta - Steuerzahlerbund mahnt trotz Schuldenpaket zu Einsparungen im Bundeshaushalt

Steuerzahlerbund mahnt trotz Schuldenpaket zu Einsparungen im Bundeshaushalt


Steuerzahlerbund mahnt trotz Schuldenpaket zu Einsparungen im Bundeshaushalt
Steuerzahlerbund mahnt trotz Schuldenpaket zu Einsparungen im Bundeshaushalt / Foto: Vincenzo PINTO - AFP/Archiv

Der Bund der Steuerzahler hat Union und SPD trotz des geplanten Schuldenpakets zu Einsparungen im Bundeshaushalt aufgefordert. Durch die Lockerung der Schuldenbremse und das geplante Sondervermögen entstünden "kurzfristig Spielräume für zusätzliche Ausgaben von circa 30 bis 40 Milliarden Euro pro Jahr", sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der "Bild"-Zeitung vom Montag. Dies könne zu einer "Katastrophe für eine solide, nachhaltige und generationengerechte Finanzpolitik" werden.

Textgröße ändern:

Denn durch die Pläne wüchsen die Verschuldung, die Zinslast und der Reformstau, sagte Holznagel weiter. Er forderte von Union und SPD strukturelle Reformen bei den sozialen Sicherungssystemen und im Steuersystem, um Milliardenbeträge einzusparen und damit geplante Mehrausgaben für Bundeswehr und Infrastruktur zu finanzieren.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm bezifferte die zusätzlichen Ausgabenspielräume auf bis zu 30 Milliarden Euro pro Jahr. "Ich befürchte, dass dieses Geld vorwiegend für den Konsum ausgegeben wird, zum Beispiel für mehr Mütterrente, die Senkung der Gastro-Mehrwertsteuer und zur Vermeidung von Reformen", sagte die Ökonomin der "Bild". "So gerät Deutschland in eine gefährliche Teufelsspirale: Die Bürger gewöhnen sich an Leistungen, der Staat wird sie aber dauerhaft nur über immer neue Schulden finanzieren können." Spardruck gebe es nicht.

Grimm befürchtete außerdem, dass die neuen Schuldenpakete ökonomisch "nur ein Strohfeuer auslösen". 2026 und 2027 könnten sie zwar "zu zusätzlichem Wachstum von 0,6 oder 0,7 Prozentpunkten führen". Wenn es aber keine Strukturreformen gebe, "beispielsweise bei Steuern, Rente und Bürokratie, dann steigt das Produktionspotenzial nicht." Ab 2028 drohe dann wieder ein Anstieg der Inflation. "Das ist eine brisante Mischung dann vor der nächsten Bundestagswahl: wenig Wachstum, hohe Inflation". Dies sei "ein gefährliches Förderprogramm für die AfD".

Union und SPD wollen die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben und die Länder lockern und ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Investitionen für die Infrastruktur aufheben. CDU-Chef Friedrich Merz hatte am Sonntagabend aber auch die Notwendigkeit von Einsparungen im Bundeshaushalt betont.

"Die Spielräume sind nicht größer geworden", sagte Merz in der ARD. Die Finanzlage sei "schlimmer als wir es vorher wussten". Hinzu kämen die Unsicherheiten durch den Ukraine-Konflikt und die Politik von US-Präsident Donald Trump. In den laufenden Koalitionsverhandlungen müsse deshalb "vor allen Dingen jetzt über Reformen und über Einsparmöglichkeiten im Bundeshaushalt" gesprochen werden.

Der "Bild"-Zeitung zufolge dringen auch SPD-Haushaltspolitiker auf Einsparungen. Sie träten dafür ein, die Zahl der Bundesbeauftragten auf nahezu Null zu senken und einen Einstellungsstopp für Bundesministerien und Bundesbeamte zu erklären, berichtete die "Bild"-Zeitung aus Verhandlungskreisen. Ausgenommen werden sollten Bundeswehr, Bundespolizei und Zoll. Auch eine Einigung auf den Stopp der Erweiterung des Bundeskanzleramts sei möglich.

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

Frankreich: Streit um politische Verantwortung für Schülerproteste

Die gewaltsamen Schülerproteste in Frankreich haben am Donnerstag einen heftigen Streit darüber ausgelöst, ob die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hinter der Bewegung steht. Die Regierung berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die LFI wies den Vorwurf zurück. Bis in die Abendstunden wurden nach Angaben des Innenministeriums 1949 Menschen festgenommen, 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt.

Paris: Macron und Milei beraten über Rohstoffe und Investitionen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen argentinischen Kollegen Javier Milei am Donnerstag zu Wirtschaftsgesprächen in Paris empfangen. Dabei berieten die beiden Staatschefs nach Angaben des französischen Präsidialamts unter anderem über Rohstoffe wie Lithium und Kupfer. Der französische Energiekonzern TotalEnergies kündigte Investitionen von knapp zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) in dem südamerikanischen Land an.

US-Außenminister Rubio reist nach Island und Südeuropa

US-Außenminister Marco Rubio reist kommende Woche nach Island und Südeuropa. Erste Station der am Montag beginnenden viertägigen Reise ist die isländische Hauptstadt Reykjavik, wie das Außenministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Dort werde Rubio mit Regierungsvertretern über die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit sprechen.

Von ICE-Mitarbeiter getötet: Familie von Renee Good verklagt Trump-Regierung

Die Familie der von der US-Einwanderungsbehörde ICE getöteten US-Bürgerin Renee Good verklagt die Regierung von Präsident Donald Trump. Wie aus Gerichtsdokumenten vom Donnerstag hervorgeht, wurden zwei Klagen auf Bundesebene eingereicht, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Die Angehörigen von Good fordern zudem Schadenersatz. Die 37-jährige Good war am 7. Januar in der Stadt Minneapolis am Rande von Protesten gegen Abschieberazzien erschossen worden.

Textgröße ändern: