Pallade Veneta - Bundesfinanzministerium billigt Drei-Milliarden-Paket für Ukraine

Bundesfinanzministerium billigt Drei-Milliarden-Paket für Ukraine


Bundesfinanzministerium billigt Drei-Milliarden-Paket für Ukraine
Bundesfinanzministerium billigt Drei-Milliarden-Paket für Ukraine / Foto: FABIAN BIMMER - POOL/AFP/Archiv

Das Bundesfinanzministerium hat seine Zustimmung zur Auszahlung eines drei Milliarden Euro schweren Hilfspakets zur militärischen Unterstützung der Ukraine erteilt. In einem Schreiben an den Haushaltsausschuss des Bundestags, das der Nachrichtenagentur AFP in Berlin vorliegt, begründet das Ministerium die überplanmäßige Ausgabe am Dienstag unter anderem mit der schwierigen militärischen Lage der Ukraine, die eine Unterstützung mit neuen Rüstungsgütern erfordere. Der Haushaltsausschuss soll nun in einer Sitzung am Freitag grünes Licht für das Milliardenpaket geben.

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In seinem Schreiben an den Ausschuss zeichnet das Bundesfinanzministerium ein düsteres Bild der aktuellen Situation in der Ukraine. Es weist darauf hin, dass "wegen der sich kontinuierlich verschlechternden militärischen Lage in der Ukraine die schwerwiegende Gefahr besteht, dass die Ukraine ohne eine deutlich gesteigerte materielle Unterstützung in ihrem Verteidigungskampf unterliegt".

Weiter heißt es: "Ein militärischer Erfolg Russlands würde in seiner Konsequenz zu einer unmittelbaren Bedrohung der europäischen Sicherheit führen."

Beantragt hatte die Mittel das Bundesverteidigungsministerium in Form einer überplanmäßigen Ausgabe. Überplanmäßige Ausgaben sind Ausgaben, die über die im Bundeshaushalt genehmigten Mittel hinausgehen. Laut Grundgesetz-Artikel 112 bedürfen solche Ausgaben der Zustimmung des Bundesfinanzministeriums und dürfen nur in "unvorhergesehenen und unabweisbaren" Fällen genehmigt werden. In seinem Schreiben an den Ausschuss erklärt das Ministerium, dass es diese Bedingungen als erfüllt ansieht.

Das Bundesfinanzministerium bat den Ausschuss, die Mittel für die Ukraine-Hilfen freizugeben. Dies soll nach AFP-Informationen in einer Ausschusssitzung am Freitagnachmittag erfolgen. Knapp 2,55 Milliarden Euro sollen in Form einer überplanmäßigen Ausgabe gebilligt werden.

Weitere 450 Millionen Euro sollen aus Rückerstattungen aus dem bei der Europäischen Friedensfazilität (EPF) eingerichteten Refinanzierungsmechanismus kommen. Das Ministerium bat den Ausschuss zudem, für die Jahre 2026 bis 2029 außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigungen für die Ukraine-Hilfe in Höhe von 8,25 Milliarden Euro zu billigen.

In seinem Schreiben weist das Ministerium darauf hin, dass sich die "militärische Situation und die Lage der Zivilbevölkerung in der Ukraine in den vergangenen Monaten erheblich verschlechtert" habe - unter anderem wegen der "deutlichen Beschleunigung der russischen Geländegewinne seit Sommer 2024".

Des Weiteren seien "Unwägbarkeiten und Unsicherheiten hinsichtlich einer Fortführung der US-Unterstützungsleistungen im bisherigen Maße entstanden". Dadurch drohten "spätestens ab dem zweiten Quartal 2025 Versorgungslücken".

Besonderer Bedarf herrsche in der Ukraine in den Bereichen Luftverteidigung, Schutz- und Spezialausstattung, Durchhaltefähigkeit, Drohnen, geschützte Fahrzeuge, Panzerhaubitzen, Kampfpanzer und Schützenpanzer, schrieb das Ministerium. Hier müssten noch im ersten Halbjahr 2025 "zahlreiche weitere Beschaffungsverträge unverzüglich abgeschlossen werden".

Ein "geringer Teil" des Hilfspakets soll auch dem ukrainischen Nachbarland Moldau zugute kommen, schreibt das Bundesfinanzministerium weiter. Die Mittel sollten der "ergänzenden Ertüchtigung der zivilen und militärischen Sicherheitskräfte Moldaus" dienen. Das kleine Land sei "unmittelbar vom russischen Vorgehen in seiner Sicherheit und Stabilität bedroht".

Das zusätzliche Unterstützungspaket für die Ukraine in Höhe von drei Milliarden Euro wurde seit Monaten diskutiert, die Ampel-Koalition konnte sich aber vor ihrem Bruch nicht auf eine Finanzierung verständigen. Die Umsetzung des Pakets ist nun Teil der Einigung auf das Finanzpaket für Verteidigung und Infrastruktur, die Union und SPD Ende vergangener Woche mit den Grünen erzielt haben.

B.Fortunato--PV

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