Pallade Veneta - Nach Telefonat mit Selenskyj: Trump sieht Bemühungen um Waffenruhe "auf Kurs"

Nach Telefonat mit Selenskyj: Trump sieht Bemühungen um Waffenruhe "auf Kurs"


Nach Telefonat mit Selenskyj: Trump sieht Bemühungen um Waffenruhe "auf Kurs"
Nach Telefonat mit Selenskyj: Trump sieht Bemühungen um Waffenruhe "auf Kurs" / Foto: NICHOLAS KAMM, Handout - AFP

US-Präsident Donald Trump hat sich nach getrennten Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zuversichtlich über die Chancen auf eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg gezeigt. "Wir sind sehr auf Kurs", erklärte Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social nach einem Telefonat mit Selenskyj. Der ukrainische Staatschef warnte dagegen vor zu großen Zugeständnissen an Russland. Entgegen Putins Zusage griff Russland nach ukrainischen Angaben erneut Energie-Infrastruktur in der Ukraine an.

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Das Telefongespräch mit Selenskyj am Mittwoch sei "sehr gut" verlaufen, erklärte Trump. Ausgehend von seinem Telefonat mit Putin am Dienstag habe er mit dem ukrainischen Präsidenten darüber gesprochen, wie die "Forderungen und Bedürfnisse" der Ukraine und Russlands "aufeinander abgestimmt" werden könnten.

Trump und Putin hatten am Dienstag anderthalb Stunden miteinander telefoniert und über den Krieg in der Ukraine gesprochen. Putin sagte dabei laut Kreml eine 30-tägige Aussetzung der Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur zu. Trump nannte das Telefonat "gut und produktiv". Einer von den USA und der Ukraine vorgeschlagenen umfassenden Waffenruhe stimmte der russische Präsident dagegen nicht zu.

Wenige Stunden nach dem Telefonat zwischen dem russischen und dem US-Präsidenten griff Russland die Ukraine in der Nacht zum Mittwoch nach ukrainischen Angaben mit sechs Raketen und 145 Drohnen an. Bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in der Region Sumy wurde demnach ein Mensch getötet, drei weitere Menschen wurden verletzt. Zudem wurden laut Verteidigungsministerium zwei Krankenhäuser zerstört.

Laut der ukrainischen Bahngesellschaft wurde in der Region Dnipropetrowsk im Zentrum des Landes auch eine Energie-Infrastrukturanlage von Drohnen getroffen. "So viel zu einer Pause bei Angriffen auf den Energiesektor oder eine Energiewaffenruhe durch den Feind!", kommentierte die Bahngesellschaft.

"Putin hat den Vorschlag für eine vollständige Waffenruhe heute effektiv abgelehnt", sagte Selenskyj zu den Angriffen. Er warnte davor, Russland in Verhandlungen zu weit entgegenzukommen. Bei der Hilfe für sein Land sollten "keine Zugeständnisse gemacht werden", sagte er bei einem Besuch in Finnland und bezog sich auf die von Putin gegenüber Trump geäußerte Forderung, die Waffenlieferungen an die Ukraine müssten eingestellt werden. Stattdessen sollte "die Hilfe für die Ukraine im Gegenteil verstärkt werden", sagte Selenskyj.

Russland wiederum meldete einen Brand in einem Öl-Lager in der Region Krasnodar im Südwesten des Landes infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs. Kremlsprecher Dmitri Peskow warf der Ukraine daraufhin vor, die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung der Kämpfe zu untergraben.

Die Gespräche über eine Waffenruhe sollen nach US-Angaben am Montag in Saudi-Arabien weitergehen. Nach Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff sollen sie erneut in der Hafenstadt Dschidda stattfinden. Wer an den Gesprächen neben US-Außenminister Marco Rubio und dem Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz teilnehmen soll, blieb offen.

Witkoff sagte im US-Sender Bloomberg, eine Waffenruhe könne womöglich "innerhalb weniger Wochen" erreicht werden. Ein Treffen zwischen Trump und Putin sei "wahrscheinlich", fügte er hinzu, ohne einen Zeitpunkt zu nennen.

Kreml-Sprecher Peskow sagte zu den nächsten Gesprächsrunden zwischen Russland und den USA, hierüber würden am Donnerstag und Freitag weitere Vereinbarungen zwischen beiden Seiten getroffen.

Die westlichen Verbündeten der Ukraine reagierten unterdessen überwiegend zurückhaltend auf das Gespräch zwischen Trump und Putin. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einer "Nullnummer" und warf Putin vor, "ein Spiel" zu spielen. Die französische Regierungssprecherin Sophie Primas sagte in Paris, Putin habe "Bedingungen vorgelegt, die nicht realistisch erscheinen", insbesondere den Stopp der Hilfe für die Ukraine.

Der britische Regierungschef Keir Starmer sprach zwar von einem "Fortschritt", bekräftigte aber das Versprechen, Kiew "so lange wie möglich" zu unterstützen, um eine weitere "illegale Invasion" durch Russland zu verhindern.

Wesentlich positiver äußerte sich das Russland politisch nahestehende China. "Wir begrüßen alle Bemühungen um einen Waffenstillstand und betrachten ihn als einen notwendigen Schritt zur Erreichung des Friedens", sagte in Peking Außenministeriumssprecherin Mao Ning.

Derweil tauschten die Ukraine und Russland am Mittwoch nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau insgesamt 372 Kriegsgefangene aus.

M.Romero--PV

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