Pallade Veneta - "Politbarometer": Drei Viertel werfen Merz und Union Wählertäuschung vor

"Politbarometer": Drei Viertel werfen Merz und Union Wählertäuschung vor


"Politbarometer": Drei Viertel werfen Merz und Union Wählertäuschung vor
"Politbarometer": Drei Viertel werfen Merz und Union Wählertäuschung vor / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Der Kurswechsel von CDU-Chef Friedrich Merz in der Schuldenpolitik belastet das Ansehen der Unionsparteien. In dem am Freitag veröffentlichten "Politbarometer" des ZDF äußerten 73 Prozent der Befragten die Meinung, Merz und die Union hätten mit ihrer Zustimmung zur Aufnahme hoher neuer Schulden die Wählerinnen und Wähler getäuscht. Auch 44 Prozent der CDU/CSU-Anhängerinnen und Anhänger sahen Wählertäuschung als gegeben an.

Textgröße ändern:

Die Entscheidung für ein kreditfinanziertes Finanzpaket sowie der Täuschungsvorwurf haben auch Auswirkungen auf die Einstellungen zu Merz persönlich: Die Zustimmung zu ihm als Bundeskanzler ist im Vergleich zur Umfrage von Anfang März zurückgegangen: Nur 37 Prozent fänden es gut, wenn Merz Kanzler wird. 53 Prozent fänden es schlecht. Anfang März fanden das noch 44 Prozent gut und 50 Prozent schlecht.

Zudem gehen mit 45 Prozent jetzt weniger Befragte davon aus, dass Merz seine Arbeit als Regierungschef gut machen würde (Anfang März: 53 Prozent). 44 Prozent rechnen mit einer schlechten Leistung (Anfang März: 37 Prozent).

Die von Union und SPD vorgeschlagene Lockerung der Schuldenbremse bei Verteidigungsausgaben findet allerdings große Unterstützung. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten - und Mehrheiten in den Anhängerschaften von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP - finden das richtig. Nur 32 Prozent finden das nicht richtig.

Zudem wurde beschlossen, dass in den nächsten zwölf Jahren bis zu 500 Milliarden Euro Schulden für zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz aufgenommen werden dürfen. Hierzu ist das Echo geteilt: 50 Prozent der Befragten bewerten das als richtig so, für 27 Prozent ist das zu viel, für vier Prozent zu wenig, und 15 Prozent meinen, dass dafür gar keine Schulden aufgenommen werden dürften.

Wenn am nächsten Sonntag bereits wieder Bundestagswahl wäre, stünde die CDU/CSU bei 27 Prozent (minus ein Prozentpunkt im Vergleich zu Anfang März) und die AfD bei 22 Prozent (plus eins). Die SPD käme auf 16 Prozent (plus eins) und die Grünen auf zwölf Prozent (minus eins). Die Linke könnte mit zehn Prozent rechnen, das BSW mit drei Prozent und die FDP mit vier Prozent (alle unverändert).

Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung steht Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) weiterhin mit Abstand auf Platz eins. Er wird auf der Skala von plus fünf bis minus fünf mit einem Durchschnittswert von 2,0 (Vergleichswert von Anfang März: 2,2) eingestuft. Auf den Plätzen zwei und drei liegen Gregor Gysi (Linke) mit 1,1 und Lars Klingbeil (SPD) mit 0,7.

Es folgen Robert Habeck (Grüne) mit minus 0,2 (0,1), Annalena Baerbock (Grüne) mit minus 0,5 (minus 0,3), Friedrich Merz, der mit minus 0,5 (0,1) deutlich zurückfällt, und Markus Söder (CSU) mit klar verschlechterten minus 0,6 (minus 0,1).

Auf Platz acht liegt Kanzler Olaf Scholz (SPD) mit minus 0,7 (minus 0,7), danach Sarah Wagenknecht (BSW) mit minus 1,4 (minus 1,9) und Schlusslicht bleibt Alice Weidel (AfD) mit minus 2,5 (minus 2,6).

Die Umfrage zum "Politbarometer" wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ausgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 18. bis 20. März 2025 bei 1305 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent bei plus/minus drei Prozentpunkten und bei einem Anteilswert von zehn Prozent bei plus/minus zwei Prozentpunkten.

F.Amato--PV

Empfohlen

Frankreich: Streit um politische Verantwortung für Schülerproteste

Die gewaltsamen Schülerproteste in Frankreich haben am Donnerstag einen heftigen Streit darüber ausgelöst, ob die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hinter der Bewegung steht. Die Regierung berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die LFI wies den Vorwurf zurück. Bis in die Abendstunden wurden nach Angaben des Innenministeriums 1949 Menschen festgenommen, 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt.

Paris: Macron und Milei beraten über Rohstoffe und Investitionen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen argentinischen Kollegen Javier Milei am Donnerstag zu Wirtschaftsgesprächen in Paris empfangen. Dabei berieten die beiden Staatschefs nach Angaben des französischen Präsidialamts unter anderem über Rohstoffe wie Lithium und Kupfer. Der französische Energiekonzern TotalEnergies kündigte Investitionen von knapp zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) in dem südamerikanischen Land an.

US-Außenminister Rubio reist nach Island und Südeuropa

US-Außenminister Marco Rubio reist kommende Woche nach Island und Südeuropa. Erste Station der am Montag beginnenden viertägigen Reise ist die isländische Hauptstadt Reykjavik, wie das Außenministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Dort werde Rubio mit Regierungsvertretern über die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit sprechen.

Von ICE-Mitarbeiter getötet: Familie von Renee Good verklagt Trump-Regierung

Die Familie der von der US-Einwanderungsbehörde ICE getöteten US-Bürgerin Renee Good verklagt die Regierung von Präsident Donald Trump. Wie aus Gerichtsdokumenten vom Donnerstag hervorgeht, wurden zwei Klagen auf Bundesebene eingereicht, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Die Angehörigen von Good fordern zudem Schadenersatz. Die 37-jährige Good war am 7. Januar in der Stadt Minneapolis am Rande von Protesten gegen Abschieberazzien erschossen worden.

Textgröße ändern: