Pallade Veneta - Israels Regierungschef Netanjahu droht mit Einnahme von Teilen des Gazastreifens

Israels Regierungschef Netanjahu droht mit Einnahme von Teilen des Gazastreifens


Israels Regierungschef Netanjahu droht mit Einnahme von Teilen des Gazastreifens
Israels Regierungschef Netanjahu droht mit Einnahme von Teilen des Gazastreifens / Foto: - - AFP

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat mit der Einnahme von Teilen des Gazastreifens gedroht. Sollte die radikalislamische Hamas die verbleibenden Geiseln nicht freilassen, werde Israel den militärischen Druck erhöhen, sagte Netanjahu am Mittwoch. Dies schließe "die Einnahme von Gebieten" im Gazastreifen ein. Die Hamas erklärte, Israel gefährde mit seiner neuen Offensive selbst das Leben der Geiseln. Im Gazastreifen hatten am Vorabend hunderte Palästinenser für eine Ende des Krieges und gegen die Hamas demonstriert.

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"Je mehr die Hamas sich weigert, unsere Geiseln freizulassen, desto stärker üben wir Druck aus", sagte Netanjahu am Mittwoch im israelischen Parlament und ergänzte: "Ich sage dies meinen Kollegen in der Knesset und ich sage es der Hamas: Das schließt die Einnahme von Gebieten ein, zusammen mit anderen Schritten, die ich hier nicht erörtern werde."

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte der Hamas bereits am Freitag mit der Annektion von Gebieten im Gazastreifen gedroht. "Je länger sich die Hamas weigert, die Geiseln freizulassen, desto mehr Gebiet wird sie verlieren, das dann von Israel annektiert wird", erklärte er.

Die Hamas warnte Israel am Mittwoch davor, die Angriffe im Gazastreifen fortzusetzen. Sie bemühe sich zwar darum, die Geiseln "am Leben zu halten", doch das fortgesetzte Bombardement bedrohe deren Leben, erklärte die islamistische Palästinenserorganisation. "Jedes Mal, wenn die Besatzer versuchen, ihre Gefangenen mit Gewalt zu befreien, bringen sie diese schließlich in Särgen zurück", warnte sie.

Israel hatte vor gut einer Woche seine massiven Luftangriffe auf Hamas-Ziele im Gazastreifen wieder aufgenommen, wo seit Mitte Januar eine Waffenruhe galt. Zudem startete die Armee einen neuen Bodeneinsatz in dem Palästinensergebiet. Israel will mit der Offensive nach eigenen Angaben den Druck auf die Hamas erhöhen, um die 58 noch immer im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freizubekommen. 34 von ihnen sind nach Armeeangaben bereits tot.

"Wir kämpfen hier gegen eine Terrororganisation, die nur Gewalt versteht", sagte der Israeli Gal Gilboa-Dalal, dessen Bruder Guy am 7. Oktober 2023 von Hamas-Kämpfern vom Nova-Musikfestival in Südisrael verschleppt wurde und noch immer im Gazastreifen festgehalten wird. Gleichzeitig habe er "große Angst", dass die neue israelische Offensive "die Geiseln in Gefahr bringt". "Man kann nicht wissen, was die Terroristen ihnen antun oder ob sie versehentlich von einer Rakete getroffen werden", sagte Gilboa-Dalal.

Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen wurden seit der Wiederaufnahme der israelischen Angriffe mindestens 830 Menschen getötet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Am Dienstagabend hatten im Gazastreifen hunderte Menschen für ein Ende des Krieges gegen Israel demonstriert und dabei Sprechchöre gegen die Hamas gerufen. Wie Augenzeugen berichteten, skandierten die überwiegend männlichen Demonstranten bei der Protestkundgebung in Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen "Hamas raus" und "Hamas-Terroristen".

Ein Demonstrant sagte, er wisse nicht, wer die Kundgebung organisiert habe. "Ich habe teilgenommen, um im Namen der Menschen eine Botschaft zu senden: Schluss mit dem Krieg." Ein anderer Demonstrant sagte, die Menschen seien "müde". "Wenn die Lösung ist, dass die Hamas die Macht in Gaza aufgibt, warum gibt sie dann nicht die Macht auf, um die Menschen zu schützen?", fragte er. Im Onlinedienst Telegram wurde für Mittwoch zu neuen Protesten in verschiedenen Teilen des Gazastreifens aufgerufen.

O.Pileggi--PV

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