Pallade Veneta - Bundestagsdebatte zu Angriffen auf Polizei - "Richten sich gegen unseren Staat"

Bundestagsdebatte zu Angriffen auf Polizei - "Richten sich gegen unseren Staat"


Bundestagsdebatte zu Angriffen auf Polizei - "Richten sich gegen unseren Staat"
Bundestagsdebatte zu Angriffen auf Polizei - "Richten sich gegen unseren Staat" / Foto: Michaela STACHE - AFP

Der Bundestag hat in einer Aktuellen Stunde über die jüngsten Angriffen auf Polizei- und Rettungskräfte diskutiert. "Die Taten richten sich gegen den Menschen in der Uniform, aber sie richten sich zugleich gegen unseren Staat und die verfassungsrechtliche Ordnung", sagte der CDU-Angeordnete Günter Krings bei der Debatte am Donnerstag im Plenum. "Es ist unsere Pflicht, solchen Angriffen entschlossen entgegenzutreten."

Textgröße ändern:

Zuletzt war in Berlin ein Polizist durch einen Stich in den Hals bei einem Einsatz lebensgefährlich verletzt worden. Bei einer sogenannten propalästinensischen Demonstration ebenfalls in Berlin wurden elf Polizisten verletzt, einer davon schwer.

Insgesamt meldeten die Behörden in der letzten Zeit steigende Zahlen von Angriffen auf Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Die Kriminalstatistik der Polizei registrierte im vergangenen Jahr gut 120.000 Fälle, die meisten davon Widerstandshandlungen, tätliche Angriffe oder Bedrohungen.

"Für Polizistenschläger und andere Gewalttäter gibt es kein Verstecken in der Anonymität und erst recht keine Toleranz mehr", forderte der CDU-Politiker Krings. "Der freiheitliche Rechtsstaat lebt von der Fähigkeit zur verbalen Auseinandersetzung (...), aber er duldet kein Faustrecht."

Der SPD-Abgeordnete Sebastian Fiedler mahnte eine Ausweitung der Befugnisse und des rechtlichen Schutzes von Polizisten im Falle von Übergriffen an. "Jeder und jede, der versucht, einen Polizisten zu schlagen, zu treten, zu beschießen oder mit einem Messer anzugreifen, greift alle von uns an, greift das ganze Volk an", sagte er.

Steffen Jannich von der AfD bezeichnete es als "Aufgabe der Politik, für ein geordnetes Miteinander in unserem Land zu sorgen". Dabei habe die Politik bisher "auf ganzer Linie versagt". Die ehemalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) habe ein "politisches Schlachtfeld hinterlassen", das ihr Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) nun aufräumen müsse. Jannich forderte unter anderem eine bessere Ausstattung von Einsatzkräften auch mit Elektroimpulsgeräten, sogenannten Tasern.

Der Grünen-Abgeordnete Marcel Emmerich warnte davor, nicht nur Strafen zu verschärfen und die Ausstattung hochzufahren. Vielmehr müsse mehr in Prävention und Nachsorge investiert werden. Er stellte zugleich klar: "Wenn diejenigen, die uns schützen, die Feuer löschen, Leben retten, angegriffen werden, haben wir ein unerträgliches Maß an gesellschaftlicher Verrohung erreicht."

Jan Köstering (Linke) machte sich ebenfalls für mehr Sozialarbeit und Prävention stark. Gewaltakte gegen Einsatzkräfte seien häufig begründet durch Alkoholmissbrauch und eine "Prekarisierung", besonders unter Jugendlichen. Er sprach von einem sinkenden Vertrauen in die Polizei, das womöglich auch eine Folge von Fällen von Polizeigewalt sei. Die rechtfertige zwar keine Gewalt, "erklärt aber zumindest das Misstrauen", sagte Köstering.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Merz rechtfertigt Personalwechsel - Hoppermann wird CDU-Generalsekretärin

Kanzler in Erklärungsnot: Nach den Pannen bei der Kabinettsumbildung hat Friedrich Merz (CDU) die umfassende personelle Neuaufstellung gerechtfertigt. Zugleich äußerte Merz am Montag in Berlin sein Bedauern über die Hängepartie bei der Besetzung des Verkehrsministeriums. Nach Sitzungen der CDU-Parteigremien gab er weitere Personalien bekannt. Die bisherige CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann soll die Partei als neue Generalsekretärin in die anstehenden Wahlkämpfe führen.

Selenskyj zu Treffen mit neuem Premier Burnham in Großbritannien

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu einem Treffen mit dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham in Großbritannien eingetroffen. Nach seiner Landung erklärte Selenskyj am Montag, die Ukraine und Großbritannien hätten die "stärksten Beziehungen in der Geschichte der Zusammenarbeit" zwischen beiden Ländern aufgebaut. Burnham wollte Selenskyj als ersten ausländischen Staatschef seit seinem Amtsantritt empfangen. Der ukrainische Präsident reist dann zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington weiter.

Neuer Verkehrsminister: Bilger soll Investitionen in Infrastruktur vorantreiben

Die Erwartungen sind groß: Der künftige Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) soll dafür sorgen, "dass wir schneller und besser werden beim Thema Aufbruch in Deutschland", forderte Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag. Bilger müsse die "Chancen" nutzen, die das Investitionsprogramm aus dem Sondervermögen biete. Verbände forderten "den politischen Willen, Brücken, Straßen, Schienen und Wasserstraßen tatsächlich zu bauen" und eine wieder zuverlässige Bahn.

Tödlicher Angriff auf Waffenmesse nahe Kiew: Veranstalter in Untersuchungshaft

Ein ukrainisches Gericht hat am Montag Untersuchungshaft für den Veranstalter einer Waffenmesse angeordnet, die von Russland angegriffen worden war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Leiter eines Waffenindustrieverbands, Wassyl Hontscharuk, fahrlässige Tötung vor. Bis zum Beginn des Prozesses kann er auch nicht gegen Kaution auf freien Fuß kommen. Bei dem Angriff vom Freitag nahe Kiew waren mindestens elf Menschen getötet worden, fast hundert wurden verletzt.

Textgröße ändern: