Pallade Veneta - "Trump ist wechselhaft": Transatlantik-Koordinator erhofft Erfolg von Merz-Besuch

"Trump ist wechselhaft": Transatlantik-Koordinator erhofft Erfolg von Merz-Besuch


"Trump ist wechselhaft": Transatlantik-Koordinator erhofft Erfolg von Merz-Besuch
"Trump ist wechselhaft": Transatlantik-Koordinator erhofft Erfolg von Merz-Besuch / Foto: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS - AFP/Archiv

Der neue Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), hat die Erwartungen an den Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei US-Präsident Donald Trump gedämpft. "Ich hoffe, der Besuch wird ein Erfolg", sagte Hakverdi der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Gleichzeitig sollten wir auch keine überzogenen Erwartungen an den Besuch des Kanzlers stellen."

Textgröße ändern:

Es wäre schon "ein Gewinn für uns, für Europa und für die USA, wenn die beiden einen ganz guten persönlichen Draht miteinander entwickeln - weil Spitzenpolitik immer auch persönliche Beziehungen mit einschließt, erst recht bei diesem US-Präsidenten", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete.

"Es wird sicher nicht immer alles wie geschnitten Brot laufen, dafür ist Trump einfach zu wechselhaft“, sagte der im Auswärtigen Amt angesiedelte Transatlantik-Koordinator weiter. "Trumps Markenzeichen ist eben die Unberechenbarkeit."

Kanzler Merz fahre allerdings "zu einem sehr günstigen Zeitpunkt" nach Washington – "auch, weil in Washington jetzt auf allen Ebenen angekommen ist, dass wir in unsere Sicherheit, in unsere Verteidigung investieren", sagte Hakverdi. "Das verstehen jetzt auch die auf der anderen Seite des Atlantiks, die uns kritisch gesonnen sind. Man kann den Deutschen nicht mehr ernsthaft vorwerfen, dass sie 'free-rider' sind, also nicht ihren Beitrag leisten."

"Es wäre ein Erfolg, wenn Merz klarmachen könnte, dass wir in Deutschland, in Europa, die Sicherheitsherausforderungen Europas wirklich ernst nehmen, dass es in Deutschland einen echten Wandel gibt in unserer Gesellschaft, in unserem Willen, Verantwortung zu übernehmen", sagte Hakverdi. "Wenn Trump das am Ende auch sähe, das wäre ein großer Erfolg."

Hakverdi sieht die Chance auf eine Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen - auch, weil beide Länder große "Interessenüberschneidungen" hätten. "Dass es da einen Einigungskorridor gibt, das ist realistisch – weil es auch im Interesse der Sicherheit und der Ökonomie der Vereinigten Staaten ist", sagte er. Es bleibe aber abzuwarten, inwieweit sich der US-Präsident der gemeinsamen Interessen bewusst sei. "Wie Trump das sieht, ist nicht immer klar.“

Der Bundestagsabgeordnete Hakverdi hat das Amt des Koordinatoren für die transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt in der vergangenen Woche übernommen. Zu den Schwerpunkten der Arbeit des Koordinators zählen unter anderem die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung, Kontakte zu Parteien und Zivilgesellschaft sowie die Beschäftigung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen. Das Amt besteht seit 1981.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

CSU-Landesgruppe in Bundestag trifft sich zu Sommerklausur

Inmitten der ersten Kabinettsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) treffen sich die Bundestagsabgeordneten der CSU am Montag (12.30 Uhr) zu einer zweitägigen Sommerklausur im fränkischen Kloster Banz. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder stößt zu den Beratungen der CSU-Landesgruppe dazu.

Merz äußert sich als Parteichef zu Umbesetzungen

CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz will sich am Montag (12.00 Uhr) auf einer Pressekonferenz zu den aktuellen Entwicklungen in Partei und Regierung äußern. Es wird erwartet, dass es dabei insbesondere um die Nachfolge von Generalsekretär Carsten Linnemann gehen wird, der als Bundesgesundheitsminister ins Kabinett wechselt. Zuvor finden Beratungen der CDU-Gremien statt. Dem Vernehmen nach soll CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann neue Generalsekretärin werden.

Ölpreise fallen wegen Hoffnung auf Entspannung im Iran-Krieg deutlich

Die Ölpreise sind zu Beginn des asiatischen Handels am Montag um mehr als fünf Prozent gefallen. Händler schöpften nach zwei Nächten ohne neue US-Angriffe auf den Iran Hoffnung auf eine Entspannung und mögliche neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Brasilien ruft Botschafter nach Äußerungen von Argentiniens Präsident Milei zurück

Wegen abfälliger Äußerungen von Argentiniens Staatschef Javier Milei über den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva hat Brasilien seinen Botschafter im Nachbarland zurückgerufen. Angesichts der "beleidigenden Äußerungen des argentinischen Staatschefs" habe Außenminister Mauro Vieira beschlossen, Botschafter Julio Bitelli zu Konsultationen zurückzubeordern, teilte das Außenministerium am Sonntag mit.

Textgröße ändern: