Pallade Veneta - Todesschüsse von Minnesota: Verdächtigem könnte Todesstrafe drohen

Todesschüsse von Minnesota: Verdächtigem könnte Todesstrafe drohen


Todesschüsse von Minnesota: Verdächtigem könnte Todesstrafe drohen
Todesschüsse von Minnesota: Verdächtigem könnte Todesstrafe drohen / Foto: Minnesota Senate photographer's office, Paul Battaglia - Minnesota State Legislature/AFP/Archiv

Nach den tödlichen Schüssen auf eine US-Politikerin und ihren Mann im Bundesstaat Minnesota droht dem Verdächtigen die Todesstrafe oder lebenslange Haft wegen Mordes. Das gaben die US-Behörden am Montag in Minneapolis bekannt. Den Ermittlern zufolge suchte der mutmaßliche Täter die Häuser von vier Politikern der Demokraten auf - doppelt so viele wie bisher bekannt. Auf einer Liste, die er bei sich führte, sollen sogar mehr als 45 Namen gestanden haben.

Textgröße ändern:

Der mutmaßliche Täter, Vance Boelter, war der Polizei am Sonntagabend (Ortszeit) nach einer Großfahndung ins Netz gegangen. Die Ermittler werfen dem 57-Jährigen vor, die Abgeordnete Melissa Hortman und ihren Mann kaltblütig mit einer Schusswaffe ermordet zu haben, wie der zuständige Staatsanwalt Joe Thompson sagte.

Die Verbrechen seien "Stoff für Albträume", sagte Thompson vor Journalisten weiter. Der Täter habe seine Opfer "wie Beute gejagt". Vor den tödlichen Schüssen auf Hortman und ihren Mann schoss der als Polizist verkleidete Täter bereits auf John Hoffman, Mitglied des Senats von Minnesota, und dessen Frau und verletzte beide schwer.

Außerdem fuhr er zu den Häusern von zwei weiteren Politikern der Demokratischen Partei, wie die Ermittler nun bekannt gaben. In einem Fall sei niemand zu Hause gewesen, im zweiten Fall sei Boelter einem Polizisten aufgefallen und habe die Flucht ergriffen.

Thompson sprach von "politisch" motivierten Morden und sagte, der Großeinsatz habe vermutlich weitere Tote verhindert. In einem Notizbuch des Festgenommenen standen laut Staatsanwalt Thompson die Namen von mehr als 45 Politikerinnen und Politikern in Minnesota und auf Bundesebene.

Zum möglichen Motiv Boelters äußerte sich Thompson nicht. Andere Ermittler sehen Hinweise, dass der 57-Jährige Abtreibungsgegner war und dies seine Taten mit motiviert haben könnte. Die erschossene Abgeordnete Hortman war örtlichen Medienberichten zufolge eine Verfechterin von Abtreibungsrechten.

Boelter wurde am Montag erstmals einem Richter vorgeführt. Sollte er in einem Prozess wegen Mordes verurteilt werden, könnte ihm nach US-Bundesrecht die Todesstrafe drohen. In Minnesota ist die Kapitalstrafe bereits seit mehr als hundert Jahren abgeschafft, dort droht ihm eine lebenslange Gefängnisstrafe. Was die Anklage in dem Fall letztlich fordern wird, ist noch offen.

Rund hundert Polizisten hatten fast zwei Tage lang mit Drohnen nach dem Verdächtigen gesucht. Es handelte sich nach Behördenangaben um die größte Fahndung in der Geschichte Minnesotas.

Der angeschossene Hoffman befinde sich mittlerweile "auf dem Wege der Besserung", hatte der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, zuvor gesagt. Walz war im Präsidentschaftswahlkampf 2024 als Vize der Demokratin Kamala Harris angetreten und stand Medienberichten zufolge ebenfalls auf der Liste des mutmaßlichen Täters.

Politiker der Demokraten und der Republikaner verurteilten die Gewalttat. Walz sprach von "zielgerichteter politischer Gewalt", die nicht zur Normalität werden dürfe. Präsident Donald Trump hatte die Tat als "schreckliche Sache" verurteilt.

Das politische Klima in den USA ist aufgeheizt. Während des Präsidentschaftswahlkampfs 2024 hatte ein Mann auf Trump geschossen, der Republikaner wurde am Ohr verletzt. Im April 2025 wurde dann ein Brandanschlag auf die Residenz des demokratischen Gouverneurs von Pennsylvania, Josh Shapiro, verübt.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Guterres fordert bei Besuch in Damaskus Ende aller Syrien-Sanktionen

UN-Generalsekretär António Guterres hat bei einem zweitägigen Besuch in Syrien eine vollständige Aufhebung aller gegen das vom Bürgerkrieg gezeichnete Land verhängten Sanktionen gefordert. Guterres begrüßte am Sonntag in Damaskus "die Maßnahmen, die zu einer Lockerung der Sanktionen geführt haben". Allerdings müssten "alle Sanktionen unverzüglich aufgehoben werden", forderte er beim ersten Besuch eines UN-Chefs in Syrien seit 2009. Israels Vorgehen an den Golanhöhen kritisierte Guterres scharf.

Merz richtet Appell an queere Gemeinschaft: "Lassen Sie sich nicht einschüchtern"

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an die queeren Menschen im Land gewandt. "Ich möchte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Christopher Street Days hier in Berlin, aber auch in ganz Deutschland zurufen: Lassen Sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern", sagte Merz am Sonntagnachmittag vor der Berliner Marienkirche kurz vor Beginn eines Trauergottesdiensts.

Kiew: Russland will weitere 30.000 Soldaten aus Nordkorea für Ukraine-Krieg

Russland will nach ukrainischen Angaben weitere 30.000 Soldaten aus Nordkorea im Ukraine-Krieg einsetzen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky warnte vor einer "Bedrohung" nicht nur für die Ukraine. Nach dem Abschuss einer weiteren Drohne im Luftraum über dem EU- und Nato-Mitglied Rumänien machten Bukarest und die Nato Russland verantwortlich. Ukraine und Russland meldeten derweil insgesamt mehr als 20 Todesopfer bei neuen gegenseitigen Angriffen am Wochenende.

"Das kann mal passieren": Söder verteidigt Merz gegen Kritik wegen Kabinettsumbildung

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor Kritik wegen der Kabinettsumbildung in Schutz genommen. Bei seiner Entscheidung zur Neubesetzung von Ministerposten habe Merz "angemessen" gehandelt, sagte Söder am Sonntag im "Sommerinterview" des ZDF. Dass Merz' "Wunschkandidat" für das Verkehrsministerium kurzfristig abgesagt habe, sei nicht dem Kanzler anzulasten: "Da liegt die Verantwortung sicher nicht beim Bundeskanzler. Das hätte vielleicht der Kollege vorher sich überlegen sollen."

Textgröße ändern: