Pallade Veneta - Iran setzt Zusammenarbeit mit Internationaler Atomenergiebehörde offiziell aus

Iran setzt Zusammenarbeit mit Internationaler Atomenergiebehörde offiziell aus


Iran setzt Zusammenarbeit mit Internationaler Atomenergiebehörde offiziell aus
Iran setzt Zusammenarbeit mit Internationaler Atomenergiebehörde offiziell aus / Foto: - - Satellite image ©2025 Maxar Technologies/AFP/Archiv

Der Iran hat die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) offiziell ausgesetzt. Präsident Massud Peseschkian habe ein entsprechendes vom Parlament beschlossenes Gesetz unterzeichnet, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Mittwoch. Die Aussetzung der Zusammenarbeit erfolgte nach den Angriffen Israels und der USA auf die Atomanlagen des Iran. Die Bundesregierung bezeichnete den Schritt des Iran als "verheerendes Signal", Israel forderte Sanktionen gegen Teheran.

Textgröße ändern:

Die iranischen Abgeordneten hatten vor einer Woche beschlossen, die Kooperation mit der IAEA auszusetzen. Der Wächterrat, eine wichtige politische Institution des Landes, stimmte dem Schritt am vergangenen Donnerstag zu.

Das Gesetz, das keine konkreten Maßnahmen zur Aussetzung der Zusammenarbeit mit der IAEA enthält, zielt iranischen Medien zufolge darauf ab, die "volle Unterstützung" der unveräußerlichen Rechte des Iran im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags und "insbesondere der Urananreicherung" sicherzustellen.

Die Frage der Urananreicherung stand im Mittelpunkt der Streitigkeiten zwischen Washington und Teheran in den Atomverhandlungen, die durch den Krieg zwischen Israel und dem Iran scheiterten.

Israel hatte am 13. Juni einen Großangriff auf den Iran gestartet und bombardierte tagelang insbesondere Atomanlagen und militärische Einrichtungen in dem Land. Die USA griffen an der Seite Israels in den Krieg ein und bombardierten die iranischen Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan. Der Iran überzog Israel seinerseits mit massiven Angriffswellen.

Erklärtes Ziel des israelischen Vorgehens war es, den Iran vom Bau einer Atombombe abzuhalten. Der Iran bestreitet, dies zu beabsichtigen. Vergangene Woche trat nach zwölf Tagen Krieg eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran in Kraft.

Scharfe Kritik am Aussetzen der Zusammenarbeit mit der IAEA kam aus Berlin. Die Umsetzung des Schritts "wäre ein verheerendes Signal, weil er das iranische Atomprogramm jeglicher internationalen Aufsicht entziehen würde", sagte ein Außenamtssprecher in Berlin. Für eine diplomatische Lösung sei die Zusammenarbeit seitens des Iran mit der IAEA "essenziell". Die Bundesregierung rufe Teheran erneut dazu auf, die Entscheidung über die Suspendierung der Zusammenarbeit mit der IAEA "sofort zurückzunehmen".

Der israelische Außenminister Gideon Saar forderte die europäischen Unterzeichnerstaaten des Atomabkommens von 2015, zu denen auch Deutschland gehört, auf, den sogenannten Snapback-Mechanismus auszulösen. Dieser ermöglicht die Wiedereinführung vieler Sanktionen gegen den Iran. Alle UN-Sanktionen gegen Teheran müssten wieder in Kraft gesetzt werden, forderte Saar.

Die USA waren während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen. Daraufhin hielt sich auch der Iran schrittweise nicht mehr an seine Verpflichtungen.

Vertreter des Iran hatten die IAEA scharf für ihr "Schweigen" angesichts der Angriffe Israels und der USA auf die iranischen Atomanlagen kritisiert.

IAEA-Chef Rafael Grossi forderte nach den Angriffen Zugang zu den beschädigten Atomanlagen im Iran, um die Bestände an angereichertem Uran überprüfen zu können. Die Regierung in Teheran lehnte dies aber ab. Die Forderung sei ein Zeichen "böswilliger Absichten".

Der hochrangige iranische Justizbeamte Ali Mosaffari sagte am Mittwoch, Grossi solle "zur Rechenschaft gezogen werden" für die israelischen Luftangriffe. Mosaffari warf Grossi der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge zudem "täuschende Handlungen" vor.

Die ultra-konservative iranische Zeitung "Kayhan" hatte Grossi mit Bezug auf Israel am Samstag beschuldigt, "Spion des zionistischen Regimes" zu sein, und dessen Hinrichtung gefordert. Deutschland, Frankreich und Großbritannien verurteilten am Montag die Drohungen des Iran gegen Grossi.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Kallas und Lagarde: 62. Münchner Sicherheitskonferenz endet

In München geht am Sonntag die 62. Sicherheitskonferenz zu Ende. Am dritten und letzten Tag des internationalen Treffens zur Außen- und Sicherheitspolitik stehen unter anderem Auftritte der EU-Außenbeauftragen Kaja Kallas und der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde auf dem Programm. Der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger hält zum Abschluss der Konferenz eine Ansprache (13.00 Uhr).

Chinas Außenminister zu Merz: Beziehungen zwischen Peking und Berlin auf "neue Ebene" heben

Chinas Außenminister Wang Yi hat bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz für einen Ausbau der bilateralen Beziehungen geworben. China wolle die "umfassende strategische Partnerschaft" zwischen beiden Ländern auf eine "neue Ebene" heben, sagte Wang nach Angaben seines Ministeriums bei dem Treffen mit Merz am Samstag.

"Keinerlei Scham": Obama äußert sich erstmals über Trumps Affen-Video

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals über ein von Amtsinhaber Donald Trump veröffentlichtes Video geäußert, das ihn und seine Ehefrau Michelle als Affen verunglimpfte. Obama beklagte dabei am Samstag in einem Interview mit dem Politik-Podcaster Brian Tyler Cohen fehlende "Scham" und fehlenden "Anstand" in der Politik. Die meisten US-Bürger würden ein solches Verhalten als "zutiefst verstörend" empfinden.

Selenskyj nimmt in München stellvertretend für alle Ukrainer Kleist-Preis entgegen

Für ihren anhaltenden Widerstand gegen die russischen Invasionstruppen sind die Ukrainer mit dem Ewald-von-Kleist-Preis der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) geehrt worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm den Preis am Samstagabend stellvertretend für die ukrainische Bevölkerung in Empfang. Gastgeber der Zeremonie in München war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Textgröße ändern: