Pallade Veneta - Opposition kritisiert Rekordschulden und falsche Prioritätensetzung im Haushalt

Opposition kritisiert Rekordschulden und falsche Prioritätensetzung im Haushalt


Opposition kritisiert Rekordschulden und falsche Prioritätensetzung im Haushalt
Opposition kritisiert Rekordschulden und falsche Prioritätensetzung im Haushalt / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

In der Haushaltsdebatte des Bundestags hat die Opposition der schwarz-roten Koalition eine Rekordverschuldung und falsche Prioritätensetzung vorgeworfen. AfD, Grüne und Linke kritisierten dabei am Dienstag auch, dass die Senkung der Stromsteuer nun nicht wie angekündigt für alle komme.

Textgröße ändern:

Der AfD-Finanzpolitiker Michael Espendiller nannte den Haushaltsentwurf und die Finanzplanung am Dienstag einen "finanzpolitischen Amoklauf". Statt die Staatsfinanzen zu konsolidieren nehme die schwarz-rote Koalition bis 2029 mehr als 846 Milliarden Euro neue Schulden auf. Dadurch steige Deutschlands Schuldenstand binnen einer Wahlperiode "um satte 50 Prozent".

"Dieser Schuldenberg ist nicht alternativlos", sagte Espendiller. Ziel müsse eine echte Haushaltskonsolidierung sein, bei der alle Ausgaben hinterfragt würden. Und trotz der Rekordverschuldung habe die Regierung bei der verschobenen Senkung der Stromsteuer für alle erneut "ihr Wort gebrochen", sagte Espendiller. Dies sei "eine absolute Frechheit gegenüber der arbeitenden Mitte in diesem Land". Stattdessen wolle die Regierung "Waffen im Wert von 42,3 Milliarden Euro für die Ukraine kaufen".

"Ihr Haushaltsentwurf ist ohne Mut, ohne klare Richtung, ohne Zukunft", sagte der Grünen-Finanzpolitiker Sebastian Schäfer. Statt die Rekordverschuldung als Chance für wegweisende Investitionen in Klimaschutz und die Modernisierung des Landes zu nutzen, würden bestehende Ausgabenprogramme nun in Sondervermögen verschoben, damit im Haushalt "Platz für Wahlgeschenke" sei.

Dabei entlaste die Regierung dann "lieber die Besser- und Bestverdienenden", sagte Schäfer. Dies zeige die Stromsteuer, die nun anders als im Koalitionsvertrag angekündigt vorerst nicht für private Haushalte gesenkt werde. Damit leiste sich die Regierung erneut einen "Wortbruch".

Der Linken-Abgeordnete Dietmar Bartsch bezeichnete die Steigerung des Verteidigungsbudgets bis zum Ende der Legislaturperiode auf jährlich 152,8 Milliarden Euro als "Wahnsinn" zu Lasten der folgenden Generationen. "Die Kinder und Enkel werden die Panzer und Raketen noch abstottern, wenn das längst Metallschrott ist."

Gleichzeitig hätten Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag "schlicht gelogen", als sie als Sofortmaßnahme die Senkung der Stromsteuer für alle angekündigt hätten, warf auch Bartsch der Regierung vor. Dass dies für private Verbraucherinnen und Verbraucher nun vorerst nicht komme, treffe gerade "die kleinen und mittleren Einkommen".

P.Colombo--PV

Empfohlen

Angehörige von politischen Gefangenen in Venezuela treten in den Hungerstreik

Angehörige von politischen Gefangenen in Venezuela sind in den Hungerstreik getreten, um die Freilassung der Inhaftierten zu erzwingen. Sie starteten ihre Aktion am Samstag vor einem Gefängnis in der Hauptstadt Caracas. Mit dem Hungerstreik wollen sie auch Druck auf das Parlament ausüben, wo sich die geplante Verabschiedung eines Amnestie-Gesetzes für politische Gefangene verzögert hat.

Dänische Regierungschefin Frederiksen: USA wollen Grönland weiterhin besitzen

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sieht Grönland weiterhin durch US-Pläne zur Übernahme der Arktis-Insel bedroht. "Leider denke ich, dass der Wunsch derselbe ist", sagte sie am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) auf die Frage, ob Trump ihrer Meinung nach die Insel immer noch besitzen wolle. Der Druck auf Grönland sei "völlig inakzeptabel", fügte Frederiksen hinzu.

250.000 fordern in München Machtwechsel im Iran - Schah-Sohn will Übergang anführen

Eine Viertelmillion Menschen für den Machtwechsel im Iran: In München haben nach Polizeiangaben rund 250.000 Demonstranten an einer Großkundgebung gegen die Führung der Islamischen Republik teilgenommen. Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, äußerte vor den Teilnehmern seinen Willen, den "Übergang" im Iran in eine "demokratische Zukunft" anführen zu wollen. Der in außenpolitischen Fragen einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sicherte dem iranischen Volk die Solidarität der USA zu.

Europäische Staaten: Nawalny in russischem Straflager mit Froschgift getötet

Zwei Jahre nach dem Tod des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny in einem sibirischen Straflager gibt es nach Angaben von fünf europäischen Staaten Nachweise für eine Vergiftung des 47-Jährigen. Bei Untersuchungen von Gewebeproben von Nawalnys Körper seien eindeutig Giftspuren nachgewiesen worden, erklärten am Samstag Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und die Niederlande. Russland habe erneut seine "hässliche Fratze" gezeigt, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU).

Textgröße ändern: