Pallade Veneta - Polizeigewerkschaft kritisiert Aufwand von Grenzkontrollen und warnt vor Staus

Polizeigewerkschaft kritisiert Aufwand von Grenzkontrollen und warnt vor Staus


Polizeigewerkschaft kritisiert Aufwand von Grenzkontrollen und warnt vor Staus
Polizeigewerkschaft kritisiert Aufwand von Grenzkontrollen und warnt vor Staus / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Zwei Monate nach Beginn der verschärften Kontrollen an deutschen Grenzen mit Zurückweisungen von Asylbewerbern hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) den Aufwand als zunehmend unverhältnismäßig kritisiert und vor langen Staus in der Ferienzeit gewarnt. "Die Zahl der Zurückweisungen von Asyl- und Schutzsuchenden ist tatsächlich sehr gering, der Aufwand für die Bundespolizei dagegen riesig", sagte GdP-Bundespolizei-Gewerkschaftschef Andreas Roßkopf der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). "Die Überstunden steigen dramatisch an", betonte er.

Textgröße ändern:

Der offiziellen Zahl von 285 Zurückweisungen an den Grenzen bis Ende Juni stünden inzwischen 2,8 Millionen Überstunden bei der Bundespolizei gegenüber. Diese seien nicht ausschließlich wegen der Grenzkontrollen zustande gekommen, "aber dieser Bereich hat den Anstieg massiv beschleunigt", sagte Roßkopf. "Das belastet Motivation und Gesundheit der Beschäftigten enorm", warnte der Gewerkschaftschef und forderte, die "aktuelle Intensität der Grenzkontrollen" müsse so schnell wie möglich reduziert werden.

Zudem drohe sonst ein Verkehrschaos in der Ferienzeit. "Die verschärften Grenzkontrollen werden den Urlaubsverkehr insbesondere bei der Rückreise, massiv belasten", warnte Roßkopf. "Beim Ferienrückreiseverkehr müssen sich die Urlauber wegen der zusätzlichen Grenzkontrollmaßnahmen zwangsläufig auf teils massive Staus einstellen."

Seit der Einführung der Kontrollen durch die Bundespolizei am 8. Mai mit Zurückweisungen sei zwar die Zahl der Asylanträge an den Grenzen zurückgegangen. "Wir gehen aber vor allem davon aus, dass die Kontrollen umgangen werden und die Schleuser neue Wege nutzen", sagte der GdP-Vertreter. Es sei schlicht unmöglich, "jede Ecke der Grenze zu überwachen".

Unterstützung bekam Roßkopf von den Grünen. Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic sagte AFP, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) habe sich mit den Grenzkontrollen "komplett verrannt". Dobrindt verfolge "sinnbefreiten Populismus ohne reale Wirkung", ergänzte Mihalic. "Ein Berg von 2,8 Millionen Überstunden steht 285 Zurückweisungen gegenüber, eine handvoll pro Tag." Dobrindt und Kanzler Friedrich Merz (CDU) müssten "der Bevölkerung erklären, wie sie diese Verschwendung von Steuergeldern und die Überbelastung unserer Einsatzkräfte rechtfertigen".

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Bolsonaro-Sohn Flávio zum Präsidentschaftskandidaten in Brasilien gekürt

Der Sohn von Brasiliens ultrarechtem Ex-Staatschef Jair Bolsonaro, Flávio Bolsonaro, ist offiziell zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Oktober gekürt worden. Der Senator wurde am Samstag beim Parteitag seiner rechtsgerichteten Liberalen Partei in São Paulo zum Herausforderer des linken Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva ernannt. "Hier fließt das Blut von Bolsonaro", sagte der 45-Jährige und schlug sich dabei auf den Arm.

Mindestens 20 Tote bei gegenseitigen Angriffen Russlands und der Ukraine

Bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands sind in beiden Ländern insgesamt mindestens 20 Menschen getötet worden. Russische Behörden meldeten am Samstag zwölf Tote im russisch besetzten Teil Saporischschjas sowie drei weitere Tote in anderen Regionen. Von ukrainischer Seite wurden insgesamt fünf Todesopfer gemeldet. Die Ukraine griff zudem eine Ölraffinerie in Sibirien an. Derweil rief Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew Kremlchef Wladimir Putin zu einem Stopp der Kämpfe auf.

Indische Kakerlaken-Bewegung verkündet Einigung mit Regierung und beendet Proteste

Die sogenannte Kakerlaken-Bewegung (CJP) in Indien hat sich nach tagelangen Kundgebungen gegen die Missstände im Bildungssystem mit der Regierung geeinigt und ihren Protest eingestellt. Die Regierung habe alle ihre Forderungen "akzeptiert", erklärte CJP-Sprecher Ashutosh Ranka am Samstag und rief zu einem Ende der Proteste auf. Kurz zuvor hatte Bildungsminister Dharmendra Pradhan seinen Rücktritt verkündet und damit eine der Forderungen der Protestbewegung erfüllt.

Kasachischer Präsident fordert Putin zu Stopp der Kämpfe in der Ukraine auf

Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat Kreml-Chef Wladimir Putin zu einem Stopp der Kämpfe in der Ukraine aufgefordert. Bei einem russisch-kasachischen Gipfel im sibirischen Omsk schlug er am Samstag im Beisein Putins ein "Einfrieren" des Konflikts vor. Kasachstan ist ein Verbündeter Russlands, hat aber nie Unterstützung für Moskaus Offensive in der Ukraine signalisiert.

Textgröße ändern: