Pallade Veneta - Merz hebt Verdienste der Nato für Deutschland hervor - Festakt in Berlin

Merz hebt Verdienste der Nato für Deutschland hervor - Festakt in Berlin


Merz hebt Verdienste der Nato für Deutschland hervor - Festakt in Berlin
Merz hebt Verdienste der Nato für Deutschland hervor - Festakt in Berlin / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Zum 70. Jahrestag des deutschen Nato-Beitritts hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dem Bündnis große Verdienste für die Menschen in Deutschland zugeschrieben. Die Nato "war und sie ist bis heute die Grundlage dafür, dass in Deutschland drei Generationen groß werden konnten, die nichts anderes kennengelernt haben als Freiheit, Frieden und Sicherheit", sagte Merz bei einem Festakt am Mittwoch in Berlin.

Textgröße ändern:

Der Kanzler bekräftigte, dass Deutschland die Nato künftig viel stärker unterstützen werde als bisher. Nato-Generalsekretär Mark Rutte dankte Deutschland in seiner Rede vor rund 500 Gästen auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums in Berlin für die Bereitschaft, die Verteidigungsausgaben bis 2029 mehr als zu verdoppeln. "Das ist bemerkenswert, das ist Führungsstärke", sagte er.

Deutschland sei eine "treibende Kraft in unserem Bündnis", betonte Rutte - und fügte hinzu: "Vielen Dank, Deutschland, für all das, was Sie für unser Bündnis tun."

Merz räumte in seiner Rede erhebliche Versäumnisse der deutschen Sicherheitspolitik der vergangenen Jahre ein. Deutschland habe "große Rückstände aufzuholen, so ehrlich müssen wir mit uns sein", sagte er.

"Deutschland war zu lange nicht bereit, die Aufwendungen für die eigene Sicherheit zu zahlen - weil es ja scheinbar auch so ging", sagte der Kanzler. "Es brauchte erst den offenen Angriffskrieg Russlands gegen die gesamte Ukraine, bis auch in Deutschland die Einsicht mehrheitsfähig wurde: Unsere Verteidigungsfähigkeit ist keine Aufgabe, die wir in die Zukunft verschieben oder gar outsourcen können."

Der 70. Jahrestag des deutschen Nato-Beitritts falle "in Zeiten großer geopolitischer Umbrüche", sagte der Kanzler. Er verwies auf den russischen Krieg gegen die Ukraine und "massive russische hybride Angriffe auf die Nato und auch auf Deutschland". Nur das Bündnis könne Antworten geben auf solche Herausforderungen. "Dieses Bündnis atmet, es lebt und es trägt unsere kollektive Sicherheit", sagte Merz.

Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sagten der Allianz eine deutlich stärkere Unterstützung durch Deutschland zu. "Damit unsere Allianz erfolgreich bleibt, müssen wir Europäer mehr Verantwortung übernehmen", sagte Pistorius in seiner Rede. "Deutschland geht dabei voran." Der 70. Jahrestag des deutschen Nato-Beitritts sei "Ansporn und Auftrag, nicht nachzulassen".

Die Nato sei "heute gefordert wie seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr", sagte Pistorius. "Sie steht unter Druck - durch den gewaltsamen Revisionismus Russlands in Europa." Der "brutale russische Angriffskrieg" gegen die Ukraine habe die Frage nach der Relevanz der Nato "endgültig verstummen lassen", sagte der Minister. "Bündnisverteidigung steht wieder im Vordergrund. Gemeinsam werden wir jeden Zentimeter des Nato-Territoriums verteidigen."

Wadephul bekannte sich in seiner Rede dazu, "unsere Verteidigungsausgaben drastisch anzupassen". "Es geht um unsere Sicherheit, unsere Freiheit, unseren Wohlstand", betonte der Minister. "Spätestens der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat uns vor Augen geführt, wie fragil Sicherheit und Frieden immer noch sein können - selbst in Europa, das viele bereits für einen Kontinent des ewigen Friedens hielten."

In der Ukraine werde sich zeigen, "ob auf dem europäischen Kontinent Grenzen mit Gewalt verschoben werden können", sagte Wadephul. Dabei sei auch die Nato in der aktuellen Lage "gefordert wie seit Jahrzehnten nicht". Der Außenminister erinnerte daran, in welchem Maße besonders Deutschland früher von der Bündnissolidarität profitiert habe. In der Zeit des Kalten Krieges sei die Bundesrepublik die Ostflanke der Nato gewesen.

Auch heute müsse daher das Bündnis gestärkt werden: "Die Nato der Zukunft muss beweglicher, entschlossener und technisch überlegen sein", sagte Wadephul. Insofern seien die 70 Jahre deutscher Nato-Mitgliedschaft "ein Versprechen auf die Zukunft".

J.Lubrano--PV

Empfohlen

250.000 fordern in München Machtwechsel im Iran - Schah-Sohn will Übergang anführen

Eine Viertelmillion Menschen für den Machtwechsel im Iran: In München haben nach Polizeiangaben rund 250.000 Demonstranten an einer Großkundgebung gegen die Führung der Islamischen Republik teilgenommen. Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, äußerte vor den Teilnehmern seinen Willen, den "Übergang" im Iran in eine "demokratische Zukunft" anführen zu wollen. Der in außenpolitischen Fragen einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sicherte dem iranischen Volk die Solidarität der USA zu.

Europäische Staaten: Nawalny in russischem Straflager mit Froschgift getötet

Zwei Jahre nach dem Tod des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny in einem sibirischen Straflager gibt es nach Angaben von fünf europäischen Staaten Nachweise für eine Vergiftung des 47-Jährigen. Bei Untersuchungen von Gewebeproben von Nawalnys Körper seien eindeutig Giftspuren nachgewiesen worden, erklärten am Samstag Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und die Niederlande. Russland habe erneut seine "hässliche Fratze" gezeigt, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU).

Pahlavi bei Kundgebung in München: Möchte "Übergang" im Iran anführen

Bei einer Großkundgebung in München gegen die Führung in Teheran hat der Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi angekündigt, den "Übergang" im Iran anführen zu wollen. Der in den USA lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs sprach am Samstag in der bayerischen Landeshauptstadt auf einer Kundgebung mit rund 200.000 Menschen. Er wolle den Iran in eine "demokratische Zukunft" führen, sagte Pahlavi.

Merz will Alkoholausschank auf CDU-Parteitag einschränken

CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz will den Alkoholausschank auf dem CDU-Parteitag am kommenden Wochenende einschränken. "Aufgrund einer aktuellen Lagebeurteilung und auf Entscheidung des Parteivorsitzenden hin müssen wir den Zeitplan für den Ausschank alkoholischer Getränke am Freitagabend leider kurzfristig anpassen", zitierte der Berliner "Tagesspiegel" am Samstag aus einem Schreiben der Parteizentrale an die Aussteller während des Parteitages.

Textgröße ändern: