Pallade Veneta - Grünen-Politiker Dahmen ruft bei Corona-Aufklärung zu Blick nach vorne auf

Grünen-Politiker Dahmen ruft bei Corona-Aufklärung zu Blick nach vorne auf


Grünen-Politiker Dahmen ruft bei Corona-Aufklärung zu Blick nach vorne auf
Grünen-Politiker Dahmen ruft bei Corona-Aufklärung zu Blick nach vorne auf / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Vor der am Nachmittag geplanten Einsetzung der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie hat der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen zum Blick nach vorn aufgerufen. Es gelte aus den Erfahrungen der Pandemiezeit zu lernen, sagte Dahmen am Donnerstagmorgen in mehreren Interviews. Im Deutschlandfunk äußerte er die Erwartung auf "sachliche und vernunftgeleitete" Beratungen in der Kommission.

Textgröße ändern:

Dem Gremium soll 14 Bundestagsabgeordnete sowie die gleiche Zahl von Expertinnen und Experten angehören. Bis Ende Juli 2027 soll die Kommission einen Bericht vorlegen. Es solle um die Frage gehen: "Wie können wir uns in Zukunft effizienter und gerechter schützen?", sagte Dahmen dazu im Deutschlandfunk. Auch müsse es darum gehen, wie demokratische Kontrolle auch in Ausnahmesituationen gewährleistet werden könne.

Dahmen selbst sieht rückblickend vor allem drei kritische Punkte. Eine Frage sei, "wie konnte es passieren, dass wir mit so einer Einseitigkeit Familien, Kinder, Jugendliche in die Verantwortung genommen haben", während es beispielsweise im Arbeitsleben eine große Nachlässigkeit gegeben habe. Dann müsse es darum gehen, ob die 200.000 Menschen, die durch die Pandemie ums Leben kamen, "wirklich alle nicht zu retten gewesen sind".

Schließlich stelle sich für ihn auch die Frage, ob nicht mehr dagegen hätte getan werden können, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wegen ihrer Ratschläge für Auswege aus der Pandemie "selbst so sehr zur Zielscheibe für Hass und Hetze geworden sind". Dahmen wandte sich dabei gegen pauschale und überzogene Kritik an den damaligen Maßnahmen. "Wer die Feuerwehr kritisiert, weil es nicht gebrannt hat, der hat nicht verstanden, was Vorsorge ist", sagte er im Deutschlandfunk.

"Ich glaube, die Enquete-Kommission ist da eine große Chance, aus diesen ganzen Lehren Handlungsempfehlungen für die nächste Krise zu ziehen, damit wir beim nächsten Mal alles möglichst besser machen", sagte Dahmen zudem im RBB-Inforadio. "Es geht um die Resilienz unserer Demokratie, unseres Gesundheitssystems, unserer ganzen Gesellschaft und diese zu stärken", hob er hervor.

Eine klare Trennlinie zog Dahmen zwischen der Enquete-Kommission und den Forderungen von Grünen und Linkspartei nach einem Bundestagsuntersuchungsausschuss zur Maskenaffäre um den früheren Bundesgesundheitsminister und heutigen Unions-Fraktionschef Jens Spahn. Während es in der Kommission um Lehren aus der Corona-Pandemie gehe, solle der Untersuchungsausschuss die mögliche Ausnutzung der Pandemie durch einige damalige Akteure unter die Lupe nehmen, die "sich Staat und Gesellschaft zur Beute gemacht haben".

A.Saggese--PV

Empfohlen

CDU-Außenpolitiker kritisiert Treffen von Wadephul und Lawrow

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York scharf kritisiert. "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche", sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ", Montagsausgabe). Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow "wie immer lächerlich gemacht".

Großbritannien: Fünf Festnahmen wegen Verdachts auf Vorbereitung einer "Terrortat"

Nach einem ernsten Vorfall in der Nähe eines Luftwaffenstützpunktes im Südwesten Englands hat die Polizei fünf Männer wegen des Verdachts der Vorbereitung einer "Terrortat" festgenommen. Die Anti-Terror-Polizei leite die Ermittlungen zu dem Vorfall an der Royal Air Force-Basis Fairford, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zuvor hatte sie angegeben, mehrere Männer seien wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz festgenommen worden.

JU-Chef Winkel will Migranten weniger Sozialleistungen zahlen

Der Vorsitzende der Jungen Union und neue Vizechef der Unionsfraktion, Johannes Winkel (CDU), will Migranten weniger Sozialleistungen zahlen. Winkel forderte im "Ronzheimer"-Podcast von Paul Ronzheimer, den Sozialstaat massiv zu reformieren. Dabei solle bei der Höhe der Sozialleistungen entscheidend sein, ob jemand bereits ins System eingezahlt habe oder nicht. Besonders betroffen wären demnach Migranten.

Erste Begegnung seit Kriegsbeginn: Wadephul trifft russischen Außenminister Lawrow

Erstmals seit dem Beginn des Ukraine-Krieges vor viereinhalb Jahren haben sich die Außenminister aus Deutschland und Russland getroffen - eine Annäherung gab es aber nicht. Bei seinem Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in New York seien die "fundamentalen Unterschiede" bei der Beurteilung des Krieges deutlich geworden, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) der ARD. Bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine wurden am Wochenende mehr als 20 Menschen getötet.

Textgröße ändern: