Pallade Veneta - Israelische Armee: Angriff auf Armee-Hauptquartier in Syrien

Israelische Armee: Angriff auf Armee-Hauptquartier in Syrien


Israelische Armee: Angriff auf Armee-Hauptquartier in Syrien
Israelische Armee: Angriff auf Armee-Hauptquartier in Syrien / Foto: Sam HARIRI - AFP

Wegen ihres Vorgehens gegen die Volksgruppe der Drusen im Süden Syriens hat Israel scharfe Drohungen an die syrische Regierungsarmee gerichtet und am Mittwoch deren Hauptquartier in der Region Damaskus angegriffen. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Mittwoch, Israel werde seine Angriffe verstärken, sollte die Regierung ihre Truppen nicht aus der Drusen-Region nahe der Grenze zu Israel abziehen. International sorgte der Konflikt für besorgte Reaktionen.

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Das syrische Staatsfernsehen berichtete, zwei Menschen seien bei einem Angriff im Zentrum der Hauptstadt verletzt worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten laute Explosionen in Damaskus. "Die Signale, die an Damaskus gesendet wurden, sind vorbei - jetzt kommen die schmerzhaften Schläge", sagte Katz. Das israelische Militär werde in Suwaida "mit aller Härte" vorgehen, um einen "vollständigen Rückzug" der Kräfte zu erreichen, welche die Drusen angegriffen haben. Zuvor hatte er bereits erklärt, Israel werde "die Drusen in Syrien nicht im Stich lassen".

Die israelische Armee erklärte derweil, sie werde weitere Soldaten an die Waffenstillstandslinie zwischen den besetzten Golanhöhen und dem von Syrien kontrollierten Territorium schicken.

Israel tritt als Schutzmacht der Drusen auf. Angehörige der religiösen Minderheit leben nicht nur in Syrien - dort vor allem in der Provinz Suwaida -, sondern auch in anderen Ländern, darunter Israel. Dort dienen sie anders als andere arabische Israelis auch in der Armee.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte im Februar gesagt, dass der Süden Syriens vollständig entmilitarisiert werden müsse. Er warnte, dass sein Land die Präsenz von Streitkräften der islamistischen syrischen Regierung in der Nähe der von Israel kontrollierten Gebiete nicht akzeptieren werde.

Die israelische Armee flog bereits Angriffe auf die syrische Armee, nachdem am Sonntag in der Provinz Suwaida die Kämpfe zwischen den Drusen und sunnitischen Beduinen entflammt waren. Die islamistische Regierung in Damaskus hatte am Montag Soldaten in die Provinz geschickt. Am Dienstag rückten die Regierungstruppen in die gleichnamige Provinzhauptstadt vor, die bislang von drusischen Kämpfen gehalten wurde.

Bei den Kämpfen wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Provinz Suwaida mindestens 248 Menschen getötet. Der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle zufolge waren darunter 92 Drusen, davon 28 Zivilisten. 21 Zivilisten seien von Regierungstruppen "hingerichtet" worden.

Mindestens 138 Angehörige der syrischen Sicherheitskräfte seien getötet worden, ebenso wie 18 verbündete Beduinen-Kämpfer, erklärte die Beobachtungsstelle weiter. Sie bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben können oft nicht unabhängig überprüft werden.

International löste der eskalierende Konflikt Besorgnis aus. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte, Berlin verfolge den Gewaltausbruch in Suwaida "mit großer Sorge". Übergriffe auf die Zivilbevölkerung müssten untersucht, geahndet und aufgeklärt werden.

Die EU zeigte sich angesichts der Situation "alarmiert" und verurteilte die mutmaßliche Gewalt gegen Zivilisten scharf. Im Hinblick auf die israelischen Angriffe in Syrien rufe Brüssel "alle externen Akteure auf, die Souveränität und territoriale Integrität Syriens uneingeschränkt zu respektieren", erklärte ein Sprecher des diplomatischen Dienstes. Die syrische Übergangsregierung müsse ihrerseits "deeskalieren, Ruhe wiederherstellen und die Verfolgung aller Verbrechen gewährleisten", hieß es weiter.

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa kündigte am Mittwoch Strafen für diejenigen an, die Übergriffe auf Bewohner von Suwaida verübt hätten. Er verurteilte die "abscheulichen Taten aufs Schärfste".

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember hat die Sorge um die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten in Syrien zugenommen. Bereits im April und im Mai gab es in Suwaida und in der Nähe von Damaskus Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und drusischen Kämpfern, bei denen mehr als hundert Menschen getötet worden waren. Im März waren bei Massakern in den vorwiegend von Angehörigen der Alawiten bewohnten Regionen im Westen Syriens mehr als 1700 Menschen getötet worden.

A.Rispoli--PV

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