Pallade Veneta - "Spiegel": Diplomaten-Gruppe im Außenamt fordert schärferen Kurs gegen Israel

"Spiegel": Diplomaten-Gruppe im Außenamt fordert schärferen Kurs gegen Israel


"Spiegel": Diplomaten-Gruppe im Außenamt fordert schärferen Kurs gegen Israel
"Spiegel": Diplomaten-Gruppe im Außenamt fordert schärferen Kurs gegen Israel / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Im Auswärtigen Amt wächst einem Medienbericht zufolge der Unmut über die Israelpolitik der Bundesregierung. Rund 130 Diplomatinnen und Diplomaten hätten sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die eine härtere Gangart gegenüber der israelischen Regierung fordert, berichtete der "Spiegel" am Mittwochabend. Die Diplomatinnen und Diplomaten würden sich in unregelmäßigen Abständen treffen und über Chatkanäle kommunizieren. Ihr Motto laute: "loyal nonkonform".

Textgröße ändern:

Die Mitglieder der Gruppe stünden am Anfang ihrer Karriere, berichtete das Magazin. Die meisten seien zwischen 30 und 40 Jahre alt, Attachés, Referentinnen und Referenten oder stellvertretende Referatsleiter.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bestätigte dem "Spiegel" die Existenz der Abweichlergruppe. Die beiden Staatssekretäre Géza von Geyr und Bernhard Kotsch seien "kurz nach Amtsantritt der neuen Regierung zu einem informellen Gedankenaustausch mit der Gruppe zusammengekommen", wird der Sprecher zitiert. Ein Treffen mit Außenminister Johann Wadephul (CDU) sei in Planung.

Auf der letzten Personalversammlung des Auswärtigen Amts Anfang Juli trug dem Bericht zufolge eine Referentin die Position der Gruppe Wadephul vor. Sie sei dabei von den Kolleginnen und Kollegen mit Applaus bedacht worden.

Die Abweichler schlagen laut "Spiegel" vor, im Ministerium einen "Dissent Channel" einzurichten. Ein solcher Kanal für abweichende Meinungen existiert beispielsweise im US-Außenministerium. Beamtinnen und Beamte können auf diesem Weg die offizielle Regierungspolitik kritisieren, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. So war es jedenfalls bis zur zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Macron beharrt auf europäischer Beteiligung an Ukraine-Verhandlungen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) seine Forderungen nach einer europäischen Beteiligung an Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine bekräftigt. "Die Europäer müssen zu einem möglichen Abkommen zustimmen, denn sie werden einen bedeutenden Teil der Sicherheitsgarantien übernehmen", sagte Macron am Freitagabend in München. "Wenn Sie wollen, können Sie ohne die Europäer verhandeln, aber dann wird es keinen Frieden geben", sagte Macron an die Adresse der USA.

BND-Chef warnt vor hybriden russischen Angriffen auf Landtagswahlen

Der Präsident des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, hat mit Blick auf die Landtagswahlen in diesem Jahr vor russischer Einflussnahme gewarnt. "Wahlen in Moldau und Rumänien sind jüngste Beispiele, und wir rechnen mit weiteren hybriden Kampagnen im gesamten Wahljahr in Deutschland", sagte Jäger am Freitag in einer Diskussionsrunde bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Merz und Kollegen fordern in München europäisches Selbstbewusstsein gegenüber USA

Forderungen nach europäischer Stärke in einer "Ära der Großmächte": Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und weitere europäische Spitzenpolitiker haben am ersten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz für ein selbstbewusstes Europa im Verhältnis zu den USA geworben. Mehr als 60 Staats- und Regierungschefs kamen in der bayerischen Landeshauptstadt zu dem Treffen zusammen, das von den transatlantischen Spannungen und dem Ukraine-Krieg geprägt war.

Trump will zweiten Flugzeugträger in Nahen Osten verlegen

Im Konflikt mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump die geplante Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers in den Nahen Osten bestätigt. Trump sagte am Freitag in Washington, der Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" werde sehr bald in die Region verlegt. Falls es in den Atomverhandlungen mit dem Iran keine Einigung gebe, "werden wir ihn brauchen", betonte Trump.

Textgröße ändern: