Pallade Veneta - Südafrika fordert mehr internationalen Druck auf Israel

Südafrika fordert mehr internationalen Druck auf Israel


Südafrika fordert mehr internationalen Druck auf Israel
Südafrika fordert mehr internationalen Druck auf Israel / Foto: MARCO LONGARI - AFP

Südafrikas Außenminister Ronald Lamola hat mehr Länder dazu aufgefordert, Druck auf Israel auszuüben, die "völkermörderischen Aktiviäten" im Gazastreifen zu beenden. Selbst Verbündete Israels sagten inzwischen: "Nein, so kann es nicht weitergehen", sagte Lamola am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. "Damit kommen wir dem Moment immer näher, an dem das israelische Regime seine völkermörderischen Aktivitäten beendet", sagte Lamola.

Textgröße ändern:

Höherer Druck werde auch dazu führen, dass die Bevölkerung des Gazastreifens wieder humanitäre Hilfe erhalte und eine Waffenruhe verhandelt werde, fügte der südafrikanische Außenminister hinzu. Er begrüßte zudem die Absichtserklärungen Frankreichs, Kanadas und weiterer Länder zur Anerkennung eines Palästinenserstaats. "Das erhöht den Druck für die Vereinbarung einer Waffenruhe", sagte Lamola.

Südafrika habe schon bei seiner im Dezember 2023 eingereichten Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof vor einer Hungersnot und "einer kompletten (ethnischen) Säuberung" im Gazastreifen gewarnt. "Wenn die Welt damals gehandelt hätte, wären wir heute nicht da, wo wir sind", kritisierte der Außenminister.

Das UN-Gericht wies Israel im Januar 2024 an, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um beim Vorgehen gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen Handlungen im Zusammenhang mit einem möglichen "Völkermord" zu verhindern. Im Mai 2024 ordnete das Gericht zudem einen Stopp der israelischen Militäroffensive in Rafah im Süden des Gazastreifens an.

Israel hatte die Klage scharf kritisiert. Sie sei eine "Verhöhnung" der UN-Völkermordkonvention, sagte Israels Anwalt im Mai 2024. "Ein tragischer Krieg ist im Gange, aber es gibt keinen Völkermord," betonte er. Mehrere Länder, darunter Spanien, Kuba, die Türkei und Brasilien, haben sich Südafrikas Klage inzwischen angeschlossen.

Auch der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi beschuldigte Israel am Dienstag des "systematischen Völkermords". Dieser habe das Ziel, "die palästinensische Sache zu vernichten". "Der Krieg im Gazastreifen ist kein Krieg mehr, mit dem politische Ziele oder die Befreiung der Geiseln erreicht werden sollen", sagte Sisi vor Journalisten in Kairo. "Dieser Krieg hat schon seit Langem keine Logik oder Rechtfertigung mehr und hat sich zu einem Aushungerungskrieg und Völkermord entwickelt", fügte er hinzu.

Ägypten trat neben den USA und Katar als Vermittler zwischen den Kriegsparteien Israel und der radikalislamischen Hamas auf. Fast 22 Monate nach Beginn des durch den Hamas-Großangriff vom 7. Oktober 2023 ausgelösten Krieges ist jedoch weiterhin kein Ende in Sicht. Die israelische Regierung plant laut Medienberichten inzwischen die Besetzung des gesamten Gazastreifens und bekräftigte am Dienstag ihre Entschlossenheit zum vollständigen Sieg über die Hamas.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Stichwahlen um kommunale Spitzenposten in Niedersachsen

Zwei Wochen nach der Kommunalwahl in Niedersachsen finden am Sonntag (08.00 Uhr) Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere Spitzenämter statt. In der Landeshauptstadt Hannover tritt Grünen-Amtsinhaber Belit Onay gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe an. In der Stichwahl zum Präsidenten der Region Hannover treffen SPD-Bewerberin Eva Bender und CDU-Kandidat Oliver Junk aufeinander. Onay und Bender siegten in der ersten Runde jeweils klar, verpassten aber absolute Mehrheiten.

Papst Leo XIV. besucht Pilgerort Lourdes - Treffen mit Missbrauchsopfern

Am dritten Tag seiner Frankreich-Reise besucht Papst Leo XIV. am Sonntag den Pilgerort Lourdes. Dort wird er auch mit sieben Menschen zusammentreffen, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester oder Lehrer an katholischen Schulen wurden (18.00 Uhr). Die katholische Kirche in Frankreich bemüht sich seit Jahren um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, deren Zahl eine unabhängige Kommission seit 1950 auf 330.000 geschätzt hat.

Schweizer stimmen über Stärkung der Neutralität ab

Die Wähler in der Schweiz stimmen am Sonntag in einem Volksentscheid über den Vorschlag einer Initiative ab, die eine strengere Definition des Schweizer Neutralitätsgrundsatzes durchsetzen will. Zwar ist die Neutralität bereits in der Schweizer Verfassung verankert, die Initiative "Wahrung der Schweizer Neutralität" beklagt aber, dass Bern seinen Nichteinmischungsgrundsatz durch die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland aufgeweicht habe.

Hessischer Ministerpräsident Rhein fordert Fortsetzung der "Stadtbild"-Debatte

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD eine Fortsetzung der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßenen "Stadtbild"-Debatte gefordert. "Da sind wir wieder bei einem Thema - und das ist das Stadtbild", sagte Rhein der "Bild am Sonntag". Die von Merz angestoßene Debatte sei "richtig" gewesen. "Doch, wir müssen es diskutieren und wir müssen dann am Ende auch Lehren daraus ziehen."

Textgröße ändern: