Pallade Veneta - Kabinett beschließt Wegfall der Gasspeicherumlage

Kabinett beschließt Wegfall der Gasspeicherumlage


Kabinett beschließt Wegfall der Gasspeicherumlage
Kabinett beschließt Wegfall der Gasspeicherumlage / Foto: Charly TRIBALLEAU - AFP/Archiv

Unternehmen und Privathaushalte sollen ab dem kommenden Jahr weniger für Erdgas zahlen. Die Bundesregierung beschloss am Mittwoch die Abschaffung der Gasspeicherumlage in Höhe von 0,3 Cent pro Kilowattstunde, wie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mitteilte. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt, der Gas bezieht, werde so um bis zu 60 Euro im Jahr entlastet. Insgesamt sollen sich die Entlastungen auf 3,4 Milliarden Euro summieren.

Textgröße ändern:

Die Abschaffung der Umlage war von Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart worden. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mahnte am Mittwoch, nun müssten die für die Umsetzung erforderlichen Regelungen "rechtzeitig" erlassen werden: Für eine Entlastung ab dem kommenden Jahr müsse das Gesetz bis Ende Oktober in Kraft treten.

Die Gasspeicherumlage war während der Gaskrise 2022 eingeführt worden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Energiewirtschaft wurde so verpflichtet, die Gasspeicher mit teurem Gas zu befüllen, die entstandenen zusätzlichen Kosten wurden auf die Endverbraucher umgelegt.

Diese Kosten sollen künftig aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Der BDEW kritisierte am Mittwoch, dass das Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds kommen soll. Dieser "muss seinem Namen gerecht und für Investitionen in den Klimaschutz und die Transformation genutzt werden".

Das bemängelte auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Er kritisierte zudem, von der Abschaffung der Umlage profitierten nur Gaskunden. "Solange die Bundesregierung die Stromsteuer nur für das produzierende Gewerbe und die Landwirtschaft senkt, gucken alle anderen Stromkunden in die Röhre."

Der Ansatz, Gaspreise zu entlasten und Strompreise im Vergleich hoch besteuert zu belassen, widerspreche den Zielen der Klimaneutralität und der Unabhängigkeit von fossilen Importen aus dem Ausland. "Für beides braucht unser Land mehr Stromanwendungen statt fossilem Gas", erklärte der VKU. Werden nun nur die Gaspreise entlastet, sorge das für trügerische Sicherheit bei den Gaskunden und ein böses Erwachen etwa mit Blick auf absehbar weiter steigende CO2-Preise.

Auch die Vize-Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Julia Verlinden, kritisierte, dass Menschen, die in klimafreundliche Elektromobilität und Wärmepumpen investiert hätten, "im Stich gelassen" würden. Ihnen sei eine Senkung der Stromsteuer versprochen worden - "stattdessen fließt das Geld nun in fossile Heizungen". Die Bundesregierung verunsichere damit den Markt und verzögere den Umstieg auf klimafreundliche Technologien, für den die Branche und das Handwerk vorbereitet seien.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Britischer Premier Burnham eröffnet "Downing Street des Nordens" in Manchester

Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat im nordenglischen Manchester eine Außenstelle seines Regierungssitzes eröffnet. Der Labour-Politiker weihte das "No. 10 North" genannte Büro am Freitag ein und kündigte an, dort mindestens einmal pro Woche arbeiten zu wollen.

Sechs Tote im Westjordanland - Netanjahu will Siedlungs-Vorposten "legalisieren"

Nach einer erneuten gewaltsamen Konfrontation im Westjordanland, bei der zwei Israelis und vier Palästinenser getötet wurden, hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu den Ausbau von Siedlungsvorposten angekündigt. Zudem sollten bereits bestehende "landwirtschaftliche Außenposten" zügig "legalisiert" werden, erklärte Netanjahu am Freitag - ungeachtet der Tatsache, dass sämtliche israelische Siedlungen im besetzten Westjordanland völkerrechtswidrig sind.

Präsident von Bangladesch erklärt Rücktritt

In Bangladesch hat Staatschef Mohammed Shahabuddin seinen Rücktritt erklärt. Der 76-Jährige begründete den Schritt am Freitag mit gesundheitlichen Problemen. "Wegen einer Krankheit, die meine geistigen und körperlichen Fähigkeiten einschränkt, ist es mir nicht mehr möglich, die Pflichten eines wichtigen Amtes wie das des Präsidenten ordnungsgemäß wahrzunehmen", erklärte Shahabuddin in einem an den Parlamentspräsidenten gerichteten Rücktrittsbrief.

Antisemitismusbeauftragter Klein: "Die Brandmauer muss aufrechterhalten werden"

In der Debatte um den Umgang mit der AfD hat sich der scheidende Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, für eine klare politische Abgrenzung zu der in Teilen rechtsextremen Partei ausgesprochen. "Die Brandmauer muss aufrechterhalten werden. Das ist ganz wichtig", sagte Klein im "ARD Interview der Woche". Er reagierte damit auf einen Vorstoß des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), der angesichts der Mehrheitsverhältnisse in Ostdeutschland Gesprächsbereitschaft mit allen anderen Parteien gefordert hatte.

Textgröße ändern: