Pallade Veneta - Nach westlichem Druck: Kiew ernennt neuen Chefermittler gegen Wirtschaftskriminalität

Nach westlichem Druck: Kiew ernennt neuen Chefermittler gegen Wirtschaftskriminalität


Nach westlichem Druck: Kiew ernennt neuen Chefermittler gegen Wirtschaftskriminalität
Nach westlichem Druck: Kiew ernennt neuen Chefermittler gegen Wirtschaftskriminalität / Foto: ANDRII NESTERENKO - AFP/Archiv

Nach wochenlangem Zögern hat die ukrainische Regierung einen neuen Leiter einer Ermittlungsbehörde gegen Wirtschaftskriminalität ernannt. Wie Regierungschefin Julia Swyrydenko am Mittwoch mitteilte, wurde der Antikorruptionsermittler Oleksandr Zywinskyj zum Leiter des Büros für wirtschaftliche Sicherheit (BEB) ernannt. Zuvor hatte sich Kiew wochenlang geweigert, den als unabhängig geltenden Ermittler Zywinskyj im neuen Amt zu bestätigen.

Textgröße ändern:

Zywinskyj, der durch mehrere aufsehenerregende Antikorruptionsermittlungen bekannt geworden war, hatte sich im Juni in einem Auswahlverfahren für die Leitung des BEB durchgesetzt. Die Regierung in Kiew weigerte sich jedoch zunächst, ihn zu ernennen. Als Grund dafür wurden angebliche familiäre Verbindungen nach Russland genannt.

Die Blockadehaltung wurde von Aktivisten und Abgeordneten kritisiert. Einige mutmaßten, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj die Ernennung Zywinskyjs verhindern wolle, da er den Ermittler nicht kontrollieren könne.

Laut Swyrydenko hat Zywinskyj inzwischen einen Lügendetektortest absolviert und dabei jeglichen Verdacht über Verbindungen nach Moskau aus dem Weg räumen können. "Es ist wichtig, dass die Wirtschaftsbeziehungen in der Ukraine nicht durch Hinterzimmergeschäfte verzerrt werden und dass Unternehmen auf den Respekt des Staates zählen können", fügte Swyrydenko hinzu.

Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds, die Kiew angesichts des russischen Angriffskriegs maßgeblich unterstützen, hatten eine unabhängige Besetzung der BEB-Leitung zu einer Bedingung für die Fortsetzung wichtiger Finanzhilfen gemacht. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos begrüßte Zywynskis Ernennung und nannte sie eine "entscheidende Reform, die von der EU nachdrücklich unterstützt wird".

In den vergangenen Wochen hatte die Rolle der Antikorruptionsbehörden in der Ukraine heftige Kontroversen und Proteste ausgelöst. Am Donnerstag vergangener Woche hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Gesetz unterzeichnet, das die Unabhängigkeit zweier wichtiger Ermittlungseinheiten wiederherstellen soll. Es trat an die Stelle eines vorherigen Gesetzes, durch das die beiden Stellen der Generalstaatsanwaltschaft unterstellt werden sollten - was faktisch das Ende ihrer Autonomie bedeutet hätte.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Stichwahlen um kommunale Spitzenposten in Niedersachsen

Zwei Wochen nach der Kommunalwahl in Niedersachsen finden am Sonntag (08.00 Uhr) Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere Spitzenämter statt. In der Landeshauptstadt Hannover tritt Grünen-Amtsinhaber Belit Onay gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe an. In der Stichwahl zum Präsidenten der Region Hannover treffen SPD-Bewerberin Eva Bender und CDU-Kandidat Oliver Junk aufeinander. Onay und Bender siegten in der ersten Runde jeweils klar, verpassten aber absolute Mehrheiten.

Papst Leo XIV. besucht Pilgerort Lourdes - Treffen mit Missbrauchsopfern

Am dritten Tag seiner Frankreich-Reise besucht Papst Leo XIV. am Sonntag den Pilgerort Lourdes. Dort wird er auch mit sieben Menschen zusammentreffen, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester oder Lehrer an katholischen Schulen wurden (18.00 Uhr). Die katholische Kirche in Frankreich bemüht sich seit Jahren um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, deren Zahl eine unabhängige Kommission seit 1950 auf 330.000 geschätzt hat.

Schweizer stimmen über Stärkung der Neutralität ab

Die Wähler in der Schweiz stimmen am Sonntag in einem Volksentscheid über den Vorschlag einer Initiative ab, die eine strengere Definition des Schweizer Neutralitätsgrundsatzes durchsetzen will. Zwar ist die Neutralität bereits in der Schweizer Verfassung verankert, die Initiative "Wahrung der Schweizer Neutralität" beklagt aber, dass Bern seinen Nichteinmischungsgrundsatz durch die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland aufgeweicht habe.

Hessischer Ministerpräsident Rhein fordert Fortsetzung der "Stadtbild"-Debatte

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD eine Fortsetzung der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßenen "Stadtbild"-Debatte gefordert. "Da sind wir wieder bei einem Thema - und das ist das Stadtbild", sagte Rhein der "Bild am Sonntag". Die von Merz angestoßene Debatte sei "richtig" gewesen. "Doch, wir müssen es diskutieren und wir müssen dann am Ende auch Lehren daraus ziehen."

Textgröße ändern: