Pallade Veneta - Bundesregierung nimmt Fund russischer Drohne in Litauen "sehr ernst"

Bundesregierung nimmt Fund russischer Drohne in Litauen "sehr ernst"


Bundesregierung nimmt Fund russischer Drohne in Litauen "sehr ernst"
Bundesregierung nimmt Fund russischer Drohne in Litauen "sehr ernst" / Foto: Petras Malukas - AFP

Die Bundesregierung hat besorgt auf den Fund einer mit Sprengstoff beladenen russischen Drohne in Litauen reagiert. Das Bundesverteidigungsministerium nehme den Vorfall "sehr ernst", sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Deutschland, das gerade eine dauerhaft stationierte Brigade in Litauen aufbaut, stehe bei der Untersuchung des Vorfalls im ständigen Austausch mit der litauischen Seite.

Textgröße ändern:

Die Bitte Litauens an die Nato um mehr Unterstützung bei der Luftverteidigung werde sicherlich in den nächsten Tagen im Kreis der Nato-Mitglieder diskutiert, sagte der Sprecher weiter. Mit Blick auf den Selbstschutz der Bundeswehr-Kräfte in Litauen werde sichergestellt, dass diese "angemessenen Fähigkeiten zur Abwehr von Luftbedrohungen aufweisen".

Die russische Drohne war litauischen Behördenangaben zufolge vergangene Woche auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe der Stadt Rukla gefunden worden. Sie war demnach mit zwei Kilogramm Sprengstoff bestückt.

Litauische Ermittler gingen vorerst von der Hypothese aus, dass das unbemannte Flugobjekt versehentlich von dem mit Russland verbündeten Nachbarstaat Belarus aus über die Grenze gelangte. Es würden aber "parallel andere Theorien" geprüft, hieß es.

Ungeachtet der genauen Ursache forderte Außenminister Kestutis Budrys als Konsequenz aus dem Vorfall in einem Schreiben an Nato-Generalsekretär Mark Rutte "sofortige Maßnahmen zur Verbesserung der Luftverteidigungsfähigkeiten in Litauen". Er verwies darauf, dass es bereits der "zweite derartige Vorfall innerhalb eines Monats" sei.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 haben die baltischen Staaten und Polen immer wieder Verletzungen ihres Luftraums durch russische Drohnen gemeldet. Zur Abschreckung Russlands verlegt die Bundeswehr derzeit erstmals eine dauerhaft stationierte Brigade an die Nato-Ostflanke. In ihr sollen bis 2027 rund 4800 Bundeswehrsoldaten und 200 zivile Mitarbeiter Dienst tun.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Nach Aufruf zur Befehlsverweigerung: US-Gericht stoppt Sanktionen gegen Senator Kelly

Weil er US-Militärangehörige zur Verweigerung "illegaler Befehle" aufgerufen hatte, wollte das Pentagon den demokratischen Senator und früheren Kampfjetpiloten Mark Kelly mit Sanktionen belegen. Dieses Vorhaben blockierte ein Bundesrichter am Donnerstag jedoch per einstweiliger Verfügung. Die Äußerungen Kellys seien von der Meinungsfreiheit gedeckt, erklärte Richter Richard Leon. Pentagonchef Pete Hegseth kündigte Berufung an und warf Kelly erneut "Aufruhr" vor.

Merz erteilt gemeinsamen EU-Schulden erneut Absage

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der gemeinsamen Aufnahme von europäischen Schulden erneut eine Absage erteilt. "Ich will das nicht, aber selbst wenn ich es wollte, ich könnte es nicht", sagte Merz am Donnerstagabend nach einem Treffen mit den anderen 26 Staats- und Regierungschefs der EU in Belgien. Das Bundesverfassungsgericht habe der Bundesregierung "sehr klare Grenzen aufgezeigt". Daher kämen sogenannte Eurobonds nicht in Frage.

Trump kippt zentrale Klimaschutz-Vorgabe für Auto- und Gasindustrie in den USA

US-Präsident Donald Trump hat eine der wichtigsten Vorgaben für den Klimaschutz in den Vereinigten Staaten gekippt. Er erklärte am Donnerstag die sogenannte Gefährdungsfeststellung von 2009 für ungültig, derzufolge Treibhausgase gesundheitsschädlich sind. Darauf basieren unter anderem die Regeln für den Kohlendioxid-Ausstoß von Fahrzeugen sowie von Gas- und Kohlekraftwerken in den USA.

Venezuela: Tausende bei erster großer Oppositions-Demo nach Maduro-Festnahme

Tausende Menschen haben in der venezolanischen Hauptstadt Caracas an der ersten großen Demonstration der Opposition seit der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro Anfang Januar durch das US-Militär teilgenommen. "Wir haben keine Angst", riefen Demonstranten am Donnerstag bei der Versammlung auf einem Universitätscampus, zu der Studentenorganisationen aufgerufen hatten. Das venezolanische Parlament sollte am Donnerstag über ein von Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez angekündigtes Amnestiegesetz zur Freilassung zahlreicher politischer Gefangener debattieren.

Textgröße ändern: