Pallade Veneta - Gericht: Auch Afghanen mit Aufnahmezusage müssen durch Sicherheitsprüfung

Gericht: Auch Afghanen mit Aufnahmezusage müssen durch Sicherheitsprüfung


Gericht: Auch Afghanen mit Aufnahmezusage müssen durch Sicherheitsprüfung
Gericht: Auch Afghanen mit Aufnahmezusage müssen durch Sicherheitsprüfung / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Auch Afghanen mit gültiger Aufnahmezusage müssen sich vor der Einreise nach Deutschland einer Sicherheitsprüfung unterziehen und dazu persönlich bei der Botschaft vorsprechen. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg nach Angaben vom Donnerstag im Fall einer Familie, die derzeit in Pakistan wohnt. Am Dienstag war bekannt geworden, dass einige der in Pakistan festsitzenden Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage einreisen dürfen.

Textgröße ändern:

Dies betrifft nach Angaben aus Regierungskreisen jene, bei denen die Bundesrepublik durch rechtskräftige Gerichtsbeschlüsse zur Visaerteilung und Gestattung der Einreise verpflichtet wurde. Sie sollten Aufnahmeverfahren und die Sicherheitsprüfung vollständig durchlaufen. Wie viele betroffen sind, war noch unklar.

Die Bundesregierung hatte nach der Eroberung Afghanistans durch die radikalislamischen Taliban im August 2021 Aufnahmeprogramme gestartet. Damit sollte besonders stark gefährdeten Afghaninnen und Afghanen dauerhaft eine Aufnahme in Deutschland aus humanitären Gründen ermöglicht werden. Union und SPD vereinbarten in ihrem Koalitionsvertrag allerdings, die Aufnahmeprogramme "soweit wie möglich" zu beenden. In Pakistan sind deshalb viele afghanische Menschen zurzeit gestrandet.

So auch die vierköpfige Familie, um die es nun vor dem Oberverwaltungsgericht ging. Die Familienmitglieder haben eine deutsche Aufnahmezusage, die bestandskräftig ist. Bei der deutschen Botschaft in Pakistans Hauptstadt Islamabad beantragten sie Visa. Das Auswärtige Amt stellte aber mit Hinweis auf Sicherheitsbedenken keine aus - die Sicherheitsprüfung sei nicht abgeschlossen.

Die Familie wandte sich mit einem Eilantrag an das Berliner Verwaltungsgericht. Dieses entschied, dass die Visa erteilt werden müssten. Der automatisierte Datenabgleich in den Datenbanken der Sicherheitsbehörden habe keine sicherheitsrelevanten Erkenntnisse erbracht.

Das Auswärtige Amt legte gegen die Entscheidung beim Oberverwaltungsgericht Beschwerde ein, welches den Eilantrag der Afghanen nun ablehnte. Alle Voraussetzungen müssten vorliegen, auch die Sicherheitsprüfung, erklärte es. Nur in einem persönlichen Gespräch könne die Botschaft klären, ob es Sicherheitsbedenken gebe. Der automatisierte Datenabgleich reiche nicht aus.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Leo XIV. feiert in Paris Messe mit 700.000 Menschen

Es war wohl die größte Messe, die je in Paris stattgefunden hat: Rund 700.000 Menschen haben am Samstag in der französischen Hauptstadt an einem Gottesdienst mit Papst Leo XIV. teilgenommen. In seiner Predigt rief das Oberhaupt der katholischen Kirche dazu auf, über den Sinn des Lebens nachzudenken: "Was suchen wir wirklich im Leben?", fragte er. "Begnügen wir uns mit materiellen Gütern, der sofortigen Erfüllung unserer Wünsche, den kleinen Idolen, die uns alles Mögliche versprechen, aber unser Herz leer lassen?"

Dobrindt: Wollen Frontex künftig stärker bei Rückführungen einsetzen

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will die europäische Grenzschutzagentur Frontex stärker bei Rückführungen einsetzen. "Wir sind der Überzeugung, dass wir Frontex stärker einsetzen können bei Rückkehrverfahren", sagte Dobrindt am Samstag zu Beginn des sogenannten Munich Migration Meeting. Frontex solle künftig dabei unterstützen, "schon in Transitstaaten Rückkehrverfahren zu organisieren" - also in Ländern außerhalb der Europäischen Union.

Mindestens elf Tote in Russland und der Ukraine bei gegenseitigen Angriffen

Bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine sind Behördenangaben zufolge mindestens elf Menschen getötet worden. Zwei Menschen seien in der südukrainischen Stadt Saporischschja getötet worden, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag mit. Die Behörden in der nordostukrainischen Stadt Sumy meldeten zwei weitere Todesopfer. Die russischen Behörden meldeten insgesamt sieben Todesopfer bei ukrainischen Angriffen.

Papst Leo XIV. feiert Messe mit 700.000 Menschen in Paris

Zu der Messe mit Papst Leo XIV. in Paris sind rund 700.000 Menschen gekommen. Damit nehmen etwa 100.000 Menschen mehr teil als ursprünglich geplant, wie der Vatikan am Samstagnachmittag zu Beginn der Messe mitteilte. Der Papst hielt die Messe auf der Place de la Concorde ab, zuvor war er im Papamobil über die Champs-Elysées gefahren.

Textgröße ändern: