Pallade Veneta - Großer Einigungsbedarf bei dritter Ländertarifrunde

Großer Einigungsbedarf bei dritter Ländertarifrunde


Großer Einigungsbedarf bei dritter Ländertarifrunde
Großer Einigungsbedarf bei dritter Ländertarifrunde / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Zum Auftakt der dritten Tarifrunde für die Bundesländer außer Hessen haben die Tarifparteien zunächst weit auseinander gelegen. Die Gewerkschaften müssten von ihren Maximalforderungen Abstand nehmen, sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Mittwoch als Verhandlungsführer der Länder in Potsdam. Bis Freitag wollen die Tarifparteien nach drei Verhandlungstagen einen Tarifabschluss erreichen.

Textgröße ändern:

Die Gewerkschaften Verdi und Deutscher Beamtenbund fordern für die 925.000 angestellten Länderbediensteten sieben Prozent, monatlich jedoch mindestens 300 Euro mehr Geld. Sie forderten die Länder auf, ein Arbeitgeberangebot vorzulegen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte den Gewerkschaften zufolge bisher nur öffentlich, jedoch nicht am Verhandlungstisch Eckpunkte für einen Einigungskorridor präsentiert.

Diese enthalten ein Lohnplus von fünf Prozent, das über eine Tariflaufzeit von 29 Monaten im Kern einen Ausgleich der erwarteten Inflation sichern soll. Würden alle in Aussicht gestellten Angebote zusammengerechnet, kämen mehr als fünf Prozent zusammen, sagte TdL-Verhandlungsführer Dressel.

Von Verdi und dem Beamtenbund hieß es hingegen, Dressel habe die Eckpunkte zwar der Öffentlichkeit präsentiert, am Verhandlungstisch jedoch kein Arbeitgeberangebot vorgelegt. Ziel der Tarifrunde sei eine deutliche Reallohnsteigerung mindestens wie bei Bund und Kommunen, sagte Verdi-Bundeschef Frank Werneke.

Dort hatten Verdi und Beamtenbund 5,8 Prozent Lohnzuschlag über 28 Monate abgeschlossen. Allerdings bestehe "der starke Eindruck, dass die Länder versuchen, einen Abschluss zu machen, der schlechter ist als für die Kommunalbeschäftigten", sagte Werneke.

Er erwarte in der dritten Tarifrunde ein Arbeitgeberangebot, sagte der Chef des Beamtenbunds, Volker Geyer. Die Tarifforderung der Gewerkschaften sei berechtigt. Bund und Kommunen zahlten mehr für die gleiche Tätigkeit im öffentlichen Dienst. Die Länder stünden in Konkurrenz, zudem fehle ihnen Personal.

Ein Tarifergebnis wird in der Regel von den Landesparlamenten auch auf 1,3 Millionen Länderbeamten und knapp eine Million Pensionäre übertragen. Hessen ist nicht TdL-Mitglied und verhandelt ab dem 27. Februar in Wiesbaden separat mit im Kern gleichen Forderungen.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Pistorius: Deutschland beteiligt sich mit vier Kampfjets an Nato-Mission in der Arktis

Deutschland wird sich in einem ersten Schritt mit vier Eurofighter-Kampfjets an der Nato-Mission in der Arktis beteiligen. Das kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch in Brüssel an. Weitere Einzelheiten sollen nach seinen Angaben beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag besprochen werden.

Luftkampfsystem FCAS: Entscheidung bald erwartet - Kampfjet-Bau mit Frankreich offen

Als Luftkampfsystem der Zukunft gestartet, ist das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS immer wieder verschoben worden. Jetzt erwartet die Bundesregierung nach Angaben eines Sprechers in den kommenden Wochen eine Entscheidung zur Zukunft des 100 Milliarden Euro schweren Vorhabens. Offen ist dabei, ob tatsächlich noch ein Kampfjet gemeinsam mit Frankreich gebaut wird oder nur andere Komponenten wie Drohnen, Triebwerke oder Kommunikationssoftware.

Krankenversicherung: Warken kündigt Milliarden-Sparprogramm für den Sommer an

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angesichts der enormen Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung ein milliardenschweres Sparpaket angekündigt. "Wir müssen für das nächste Jahr ein Defizit in zweistelliger Milliardenhöhe ausgleichen - deutlich mehr als im vergangenen Jahr", sagte Warken dem "Handelsblatt" nach Angaben vom Mittwoch. Sie bekräftigte dabei ihr Ziel, die Beiträge für die Versicherten stabil zu halten.

Behörden: Vater und drei kleine Kinder bei russischem Angriff in Ostukraine getötet

Bei einem russischen Drohnenangriff in der ostukrainischen Region Charkiw sind nach Angaben der dortigen Behörden drei kleine Kinder und ihr Vater getötet worden. Die schwangere Mutter und die Großmutter der Kinder wurden bei dem Angriff auf ein privates Wohnhaus in der Stadt Bohoduchiw verletzt, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Der tödliche Angriff auf die Familie löste Entsetzen in der Ukraine aus.

Textgröße ändern: