Pallade Veneta - Marine-Inspekteur warnt vor "gesteigerter Aggressivität" russischer Einheiten

Marine-Inspekteur warnt vor "gesteigerter Aggressivität" russischer Einheiten


Marine-Inspekteur warnt vor "gesteigerter Aggressivität" russischer Einheiten
Marine-Inspekteur warnt vor "gesteigerter Aggressivität" russischer Einheiten / Foto: Axel Heimken - AFP/Archiv

Der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, hat vor einer "gesteigerten Aggressivität" russischer Einheiten und deren möglichen Folgen gewarnt. Es gebe "Überflüge von Drohnen, wir haben Eindringversuche, Sabotage-Versuche", sagte Kaack im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Bundeswehr-Soldaten würden außerhalb der Dienstzeiten gezielt kontaktiert. Hinzu kämen Bedrohungen für die maritime Infrastruktur.

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All dies berge auch die Gefahr, dass es "zu einer Eskalation aus Zufall" komme, warnte Kaack. Präzise Einsatzregeln sollten dem entgegenwirken, zudem habe auch die Marine ihre Sicherheitsmaßnahmen deutlich verstärkt. "Wir sind dabei, diese Stützpunkte in der Luft unter Wasser und über Wasser besser zu schützen, auch mit eigenen Drohnenanlagen", sagte der Inspekteur. Berichte wie aktuell über vermehrte Flüge russischer Spionage-Drohnen wirkten hier wie ein "Wake-up-Call, dass wir mehr machen müssen".

Die generelle Sicherheitslage beurteilte Kaack als kritisch. "Die Dienste gehen davon aus, dass spätestens 2029 ein möglicher Gegner bereit wäre, Unfug zu machen", verwies der Vizeadmiral auf entsprechende Erkenntnisse. "Und das wollen wir gerne verhindern, indem wir verteidigungsbereit und abschreckungsfähig sind." Dies gelte auch für den Ostseeraum.

Positiv bewertete Kaack die Gesetzespläne für einen neuen Wehrdienst. Dieser werde "ein Game Changer" sein, ein Wendepunkt, sagte der Inspekteur. Zwar sei er selbst auch ein Anhänger einer Rückkehr zur Wehrpflicht. Er sei jedoch überzeugt, dass bereits die nun geplanten Neuregelungen "uns massiv helfen werden", Personalengpässe zu überwinden. Die Bundeswehr setzt in ihrem Gesetzentwurf auf die direkte Ansprache junger Männer und Frauen, bleibt aber beim Grundsatz der Freiwilligkeit.

Die Deutsche Marine setzt für mehr Sicherheit auch auf neue Ausrüstung. Im September solle das erste Aufklärungsflugzeug des Typs Boeing Poseidon P-8 ausgeliefert werden, sagte Kaack. Bislang sind acht Maschinen dieses Typs fest bestellt, vier weitere Bestellungen seien im Gespräch. Zudem werde die Marine in Kürze über eine Unterwasserdrohne verfügen. Einen hundertprozentigen Schutz werde es jedoch nie geben, warnte der Inspekteur.

Darstellungen, wonach es sich bei Beschädigungen etwa von Datenkabeln in der Ostsee um Versehen oder Unfälle handele, nannte Kaack Erzählungen aus dem "Fabelreich". "Man kann nicht nicht bemerken, dass man einen Anker verliert", stellte er klar. Das sei so, "als wenn Sie mit einem Panzer über den Marktplatz von Osnabrück rauschen. Das schüttelt das Schiff. Und wenn der Anker dann unten auf dem Boden aufkommt, dann wird es auch aus dem Kurs gerissen".

In den vergangenen Monaten waren wiederholt im Meer verlegte Leitungen dadurch beschädigt worden, dass Schiffe Anker über den Meeresgrund schleiften. Für solche Vorfälle werden insbesondere offiziell zivile Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte verantwortlich gemacht, es gibt aber auch Vorwürfe gegen chinesische Schiffe.

P.Colombo--PV

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