Pallade Veneta - Wadephul fordert bei EU-Außenministertreffen erhöhten "Druck auf Putin"

Wadephul fordert bei EU-Außenministertreffen erhöhten "Druck auf Putin"


Wadephul fordert bei EU-Außenministertreffen erhöhten "Druck auf Putin"
Wadephul fordert bei EU-Außenministertreffen erhöhten "Druck auf Putin" / Foto: Raigo PAJULA - AFP/Archiv

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat angesichts der jüngsten russischen Angriffswelle auf die Ukraine stärkeren Druck auf Moskau gefordert. "Die Welt ist verhandlungsbereit, insbesondere die Ukraine ist verhandlungsbereit. Wer Krieg führen will, ist Wladimir Putin", sagte Wadephul vor Beginn eines EU-Außenministertreffens in Kopenhagen am Samstag. Darum müsse die EU ihre "Maßnahmen verstärken, dass er an den Verhandlungstisch kommt".

Textgröße ändern:

Die bisherigen Sanktionen der EU zeigten bereits "eine erhebliche Wirkung, auch eine Inflationswirkung" in Russland. Dieser Weg müsse nun weiter verfolgt werden, betonte Wadephul. Der Bundesaußenminister rief zudem zu "weiterer militärischer und finanzieller Unterstützung" der Ukraine auf. Noch lange nicht alles, was von Seiten der EU zugesagt worden ist, sei auch eingehalten worden.

Unterdessen litten die Menschen in der Ukraine "in schrecklicher Weise" unter den russischen Angriffen mit Drohnen und Raketen auf zivile Ziele im Land, sagte der Bundesaußenminister. Am Donnerstag waren bei Angriffen mit Drohnen und Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew nach ukrainischen Angaben mindestens 25 Menschen getötet worden, darunter vier Kinder.

Die Zusammenkunft der Außenministerinnen und Außenminister in Kopenhagen im sogenannten Gymnich-Format ist ein informelles EU-Ministertreffen, daher sind keine konkreten Beschlüsse zu erwarten.

Mit Blick auf den am Donnerstag von Deutschland, Frankreich und Großbritannien in Gang gesetzten sogenannten Snapback-Mechanismus über Sanktionen gegen den Iran im Atomstreit rief Wadephul Teheran zu diplomatischen Zugeständnissen auf. "Wir brauchen jetzt die klare Zusage des Iran, dass er sich auf uns zubewegt" und zur Zusammenarbeit mit der internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bereit sei. Wenn das geschehe, könne eine diplomatische Lösung gefunden werden, die dafür sorge, "dass diese Welt sicher bleibt".

Die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Teheran waren mit dem 2015 abgeschlossenen Atomabkommen mit dem Iran aufgehoben worden. Das Abkommen war damals geschlossen worden, um den Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern.

Der Snapback-Mechanismus sieht eine Wiedereinsetzung der Sanktionen vor und setzt dafür eine Frist von 30 Tagen, sofern der UN-Sicherheitsrat keine Resolution verabschiedet, in der ihre Aufhebung bestätigt wird. Die Frist von 30 Tagen läuft während der Generaldebatte der UN-Vollversammlung ab, zu der Dutzende Staats- und Regierungschefs vom 22. bis 30. September in New York zusammenkommen werden.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Befragung: Mehr als jeder vierte Studierende lebt noch bei den Eltern

Mehr als jeder vierte Studierende in Deutschland lebt noch bei den Eltern. Damit ist das Elternhaus mit knappem Vorsprung die häufigste Form des Wohnens im Studium, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Befragung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervorgeht. Im Vergleich zur vorherigen Erhebung im Jahr 2023 sank der Anteil leicht auf 27,9 Prozent.

Spaniens Amnestiegesetz für katalanische Aktivisten ist mit EU-Recht vereinbar

Das spanische Amnestiegesetz für katalanische Unabhängigkeitsbefürworter ist mit dem EU-Recht vereinbar. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg sieht laut Urteilen vom Donnerstag keinen Verstoß gegen EU-Richtlinien. Die 2024 beschlossene Amnestie kam katalanischen Aktivisten zugute, die nach dem gescheiterten Abspaltungsversuch der reichen Region im Nordosten Spaniens im Jahr 2017 von der spanischen Justiz verfolgt wurden. (Az. C-523/24 und C-666/24)

Großbritannien verstaatlicht Stahlkonzern British Steel

Die britische Regierung hat die Verstaatlichung des Stahlkonzerns British Steel angekündigt. Der Schritt erfolge, um "die Zukunft der Stahlproduktion im Vereinigten Königreich zu sichern", teilte die Regierung am Donnerstag in London mit. Mit der Entscheidung würden "qualifizierte Arbeitsplätze" geschützt und "eine lebenswichtige nationale Kapazität" bewahrt, erklärte der scheidende Premierminister Keir Starmer.

Argentiniens Spieler sorgen mit Falkland-Botschaft nach WM-Sieg für Ärger

Nach ihrem Sieg über England im WM-Halbfinale haben die argentinischen Spieler mit einer politischen Botschaft zu den umstrittenen Falkland-Inseln für Ärger gesorgt. "Las Malvinas son argentinas" ("Die Malwinen sind argentinisch"), stand auf dem Transparent, das einige der Spieler am Mittwoch kurz nach Abpfiff bei der Feier ihres 2:1-Siegs im Stadion in Atlanta entrollten. Die Geste könnte nun den Fußballweltverband Fifa auf den Plan rufen, da politische Botschaften durch Spieler und Offizielle verboten sind.

Textgröße ändern: