Pallade Veneta - Moskau verkündet Eroberung von Lyssytschansk in der Ostukraine

Moskau verkündet Eroberung von Lyssytschansk in der Ostukraine


Moskau verkündet Eroberung von Lyssytschansk in der Ostukraine
Moskau verkündet Eroberung von Lyssytschansk in der Ostukraine / Foto: Anatolii Stepanov - AFP

Die russische Armee hat nach eigenen Angaben die seit Tagen umkämpfte Stadt Lyssytschansk in der Ostukraine erobert. Mit der Einnahme der strategisch wichtigen Stadt sei die gesamte Donbass-Region Luhansk "befreit" worden, erklärte am Sonntag das Verteidigungsministerium. Moskau beschuldigte zudem die Ukraine, die russische Grenzstadt Belgorod mit Raketen angegriffen zu haben. Auch der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko warf der Ukraine Raketenangriffe auf sein Land vor.

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Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe Präsident Wladimir Putin am Sonntag "über die Befreiung der Volksrepublik Luhansk informiert", erklärte das Ministerium. Russische Truppen und pro-russische Kämpfer hätten "die vollständige Kontrolle" über Lyssytschansk und nahegelegene Orte übernommen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Am Samstag hatte es widersprüchliche Angaben zu Lyssytschansk gegeben. Die pro-russischen Separatisten behaupteten, die Stadt sei komplett umzingelt. Die ukrainische Armee wies das zurück.

Lyssytschansks Nachbarstadt Sjewjerodonezk war bereits vor gut einer Woche von russischen Truppen erobert worden. Beide Städte gehören zur Region Luhansk, eine der beiden Teilregionen des Donbass. Nach der Einnahme von Lyssytschansk könnten die russischen Truppen nun auch Kramatorsk und Slowjansk in der zweiten Donbass-Teilregion Donezk ins Visier nehmen.

Slowjansk liegt bereits seit Tagen unter heftigem Raketenbeschuss. Nach Angaben von Gouverneur Pawlo Kyrylenko wurden dort seit Freitag mindestens vier Zivilisten getötet. Bürgermeister Wadym Liach warf Russland vor, in Slowjansk Streumunition eingesetzt zu haben. Streumunition ist durch internationale Verträge geächtet, welche Moskau allerdings nicht unterzeichnet hat.

Die ukrainische Armee warf den russischen Streitkräften am Wochenende zudem vor, die strategisch wichtige Schlangeninsel im Schwarzen Meer mit Phosphorbomben angegriffen zu haben. Die Insel sei am Freitagabend zwei Mal mit den international geächteten Waffen beschossen worden, erklärte Armeechef Walerij Saluschny auf Telegram. Die russische Armee hatte die Schlangeninsel vier Monate lang besetzt gehalten, sich am Donnerstag aber überraschend von ihr zurückgezogen.

In der russischen Grenzstadt Belgorod wurden nach Angaben der Behörden vier Menschen bei Explosionen getötet und vier weitere verletzt. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, dass am Sonntagmorgen "drei von ukrainischen Nationalisten auf Belgorod abgefeuerte Raketen" abgefangen worden seien. Die Trümmer einer zerstörten Rakete seien auf ein Haus gefallen. Die Behörden im Grenzgebiet zur Ukraine werfen der ukrainischen Armee immer wieder Angriffe auf russisches Gebiet vor, vor allem in der Region Belgorod.

Der eng mit Putin verbündete Lukaschenko erklärte am Samstag, die belarussische Armee habe "vor rund drei Tagen" von der Ukraine auf sein Land abgefeuerte Raketen abgefangen. In einer offenbar an die Ukraine und den Westen gerichteten Warnung sagte der belarussische Staatschef, er werde "sofort" auf einen feindlichen Angriff auf sein Territorium reagieren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Samstagabend in seiner täglichen Videoansprache, an der gesamten Kriegsfront in der Ostukraine werde weiter heftig gekämpft. Er berichtete auch von einer Verstärkung der russischen Angriffe in der nordöstlichen Region Charkiw. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, die russische Luftwaffe habe eine Traktorfabrik in Charkiw attackiert, in der Soldaten und Armeeausrüstung untergebracht gewesen seien.

Aus der von Russland besetzten Stadt Melitopol in der Südukraine wurden unterdessen ukrainische Angriffe gemeldet. Der im Exil lebende Bürgermeister Iwan Fedorow erklärte auf Telegram, ukrainische Truppen hätten in der Nacht zum Sonntag einen russischen Militärstützpunkt in der Stadt angegriffen und zerstört. Nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden wurden Häuser in der Umgebung des Stützpunktes beschädigt und ein Flughafen getroffen.

A.Saggese--PV

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