Pallade Veneta - Madrid erbost über Israels Vorwurf einer "Genozid-Drohung"

Madrid erbost über Israels Vorwurf einer "Genozid-Drohung"


Madrid erbost über Israels Vorwurf einer "Genozid-Drohung"
Madrid erbost über Israels Vorwurf einer "Genozid-Drohung" / Foto: Thomas COEX - AFP/Archiv

Die diplomatische Krise zwischen Israel und Spanien wegen des Gaza-Kriegs verschärft sich weiter. Der Vorwurf des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, sein spanischer Kollege Pedro Sánchez drohe Israel mit einem "Genozid", stieß am Freitag in Madrid auf eine erboste Reaktion.

Textgröße ändern:

"Netanjahu ist nicht gerade die Person, die das Recht hat, wem auch immer Lektionen zu erteilen angesichts der Gräuel, die er im Gazastreifen verübt", sagte die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles dem Sender Antena 3. Netanjahus Büro hatte Sánchez am Donnerstag im Onlinedienst X vorgeworfen, er habe eine "Genozid-Drohung" gegen Israel ausgestoßen.

Zunächst hatte Sánchez Israel am Montag einen "Völkermord im Gazastreifen" vorgeworfen und als Konsequenz neun Maßnahmen angekündigt, darunter Einreiseverbote und einen Einfuhrstopp für Produkte aus israelischen Siedlungen im Gazastreifen. "Wie Sie wissen, hat Spanien keine Atombomben. Es hat auch keine Flugzeugträger oder Erdölreserven", hatte Sánchez dazu gesagt. Sein Land allein könne "die israelische Offensive nicht beenden, aber das heißt nicht, dass wir aufhören, es zu probieren".

Zu Sánchez' Atomwaffen-Äußerung erklärte daraufhin Netanjahus Büro, dies sei "eine unverhohlene Genozid-Drohung gegen den einzigen jüdischen Staat der Welt".

Das spanische Außenministerium betonte am Donnerstagabend in einer Erklärung, das spanische Volk sei "ein Freund des israelischen Volkes". Zugleich wurden die Vorwürfe von Netanjahus Büro als "lügnerisch und diffamierend" zurückgewiesen.

Die jüngsten Äußerungen sind Teil eines heftigen Schlagabtauschs. Nach Sánchez' Sanktionsankündigung hatte der israelische Außenminister Gideon Saar dem Spanier eine "anti-israelische und antisemitische Kampagne" vorgeworfen, mit der dieser von Korruptionsskandalen in seinem Umfeld ablenken wolle. Zudem kündigte Saar ein Einreiseverbot für Spaniens Vize-Regierungschefin und Arbeitsministerin Yolanda Díaz an.

Spanien rief daraufhin seine Botschafterin in Israel ins Land zurück. Am Dienstag verhängte die Regierung in Madrid Einreiseverbote gegen die zwei rechtsextremen israelischen Minister Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich.

Sánchez zählt seit dem Beginn des durch den Großangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel ausgelösten Gaza-Kriegs zu den härtesten Kritikern der israelischen Regierung. Im Mai 2024 erkannte die spanische Regierung offiziell einen eigenständigen palästinensischen Staat a. Israel ist seitdem nicht mehr mit einem Botschafter in Madrid vertreten.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Lula verbietet Online-Wettplattformen neun Tage vor Präsidentenwahl

Neun Tage vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva Online-Wettplattformen verboten. Der linksgerichtete Lula erließ am Freitag eine entsprechende vorläufige Maßnahme, die sofort in Kraft trat, aber noch vom Parlament gebilligt werden muss. Ab dem 6. Oktober soll es nach Regierungsangaben in Brasilien weder legale Wett-Websites oder -Apps noch Sponsoring durch Sportwettenanbieter geben.

Papst Leo XIV. feiert am Samstag riesige Messe in Paris

Am zweiten Tag seines Frankreich-Besuchs will Papst Leo XIV. am Samstag eine riesige Messe auf der Place de la Concorde in Paris feiern (15.00 Uhr). Die erwarteten 600.000 Teilnehmer werden sich von dem Platz über die gesamte Länge des Prachtboulevards Champs-Elysées und über den Triumphbogen hinaus verteilen. Dort wo der Altar unter einem Zelt aufgebaut ist, nimmt üblicherweise der französische Präsident die Militärparade am Nationalfeiertag ab.

Wadephul hält Rede bei UN-Generaldebatte in New York

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hält am Samstag eine Rede bei der UN-Generaldebatte in New York. Wadephul tritt nach Angaben des Auswärtigen Amts in der ersten Tageshälfte vor die Delegierten in New York. Der Außenminister vertritt wie schon im Vorjahr Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Merz steht wegen des schlechten Abschneidens seiner Partei bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin innenpolitisch unter großem Druck und war deshalb nicht nach New York gereist.

Entscheidung über deutschen Olympiabewerber - München oder Köln mit Rhein und Ruhr

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am Samstag (09.00 Uhr) über den deutschen Bewerber für die Austragung der Olympischen Sommerspiele und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündet zusammen mit DOSB-Präsident Thomas Weikert, ob München oder die Region Köln/Rhein/Ruhr in Nordrhein-Westfalen zum Zug kommen. Ursprünglich bewarben sich vier Kandidaten um die Austragung.

Textgröße ändern: