Pallade Veneta - Vorwurf der Urkundenfälschung: Prozess gegen Istanbuler Bürgermeister Imamoglu begonnen

Vorwurf der Urkundenfälschung: Prozess gegen Istanbuler Bürgermeister Imamoglu begonnen


Vorwurf der Urkundenfälschung: Prozess gegen Istanbuler Bürgermeister Imamoglu begonnen
Vorwurf der Urkundenfälschung: Prozess gegen Istanbuler Bürgermeister Imamoglu begonnen / Foto: Yasin AKGUL - AFP

In der Türkei hat ein weiterer Prozess gegen seit März inhaftierten Istanbuler Bürgermeister und führenden Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu begonnen. Imamoglu wird darin vorgeworfen, seinen Universitätsabschluss gefälscht zu haben, er erschien am Freitag zum Prozessauftakt im Gericht im Istanbuler Gefängnis Silivri.

Textgröße ändern:

Wie auf einem Video des oppositionsnahen Fernsehsenders Sözcü TV zu sehen war, betrat Imamoglu kurz vor Mittag den Gerichtssaal und wurde dort von zahlreichen Zuschauern begrüßt, die zu applaudieren und zu pfeifen begannen. Einige seiner Anhänger riefen "Präsident Imamoglu".

Imamoglu sagte in dem Verfahren aus, er sei im Alter von 18 Jahren an einer Universität in der Republik Nordzypern im türkisch besetzten Teil der Mittelmeerinsel zugelassen worden, die weltweit einzig von der Türkei anerkannt wird. Später sei er im Einklang mit den türkischen Hochschulgesetzen an die Universität Istanbul gewechselt und habe dort seinen Abschluss erreicht.

"Was soll hier mein Vergehen sein? Welcher Betrug?", sagte Imamoglu unter anderem aus. Die Anklage gegen ihn sei "dermaßen absurd", dass die Staatsanwaltschaft "als nächstes sogar behaupten könnte, dass die Republik Nordzypern gar nicht existiert, nur um mir meinen Abschluss abzuerkennen."

Die Staatsanwaltschaft fordert für Imamoglu laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu eine Haftstrafe von bis zu acht Jahren und neun Monaten. Der führende Oppositionspolitiker soll zudem von jeglicher politischer Betätigung ausgeschlossen werden.

Imamoglu war im März wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden. Am Tag vor seiner Festnahme hatte die Istanbuler Universität seinen Abschluss aberkannt, was Imamoglu von einer Kandidatur für das Amt des türkischen Präsidenten ausschließt.

Der 55-jährige Politiker der größten türkischen Oppositionspartei CHP gilt als der größte Rivale des islamisch-konservativen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Seine Festnahme hatte die größte Protestwelle in der Türkei seit den sogenannten Gezi-Protesten im Jahr 2013 ausgelöst. Imamoglu wirft den Behörden vor, sie wollten ihn politisch ausschalten. Die CHP war als klare Siegerin aus den Kommunalwahlen im Frühjahr 2024 hervorgegangen und steht derzeit landesweit unter massivem Druck der Justizbehörden.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Lula verbietet Online-Wettplattformen neun Tage vor Präsidentenwahl

Neun Tage vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva Online-Wettplattformen verboten. Der linksgerichtete Lula erließ am Freitag eine entsprechende vorläufige Maßnahme, die sofort in Kraft trat, aber noch vom Parlament gebilligt werden muss. Ab dem 6. Oktober soll es nach Regierungsangaben in Brasilien weder legale Wett-Websites oder -Apps noch Sponsoring durch Sportwettenanbieter geben.

Papst Leo XIV. feiert am Samstag riesige Messe in Paris

Am zweiten Tag seines Frankreich-Besuchs will Papst Leo XIV. am Samstag eine riesige Messe auf der Place de la Concorde in Paris feiern (15.00 Uhr). Die erwarteten 600.000 Teilnehmer werden sich von dem Platz über die gesamte Länge des Prachtboulevards Champs-Elysées und über den Triumphbogen hinaus verteilen. Dort wo der Altar unter einem Zelt aufgebaut ist, nimmt üblicherweise der französische Präsident die Militärparade am Nationalfeiertag ab.

Wadephul hält Rede bei UN-Generaldebatte in New York

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hält am Samstag eine Rede bei der UN-Generaldebatte in New York. Wadephul tritt nach Angaben des Auswärtigen Amts in der ersten Tageshälfte vor die Delegierten in New York. Der Außenminister vertritt wie schon im Vorjahr Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Merz steht wegen des schlechten Abschneidens seiner Partei bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin innenpolitisch unter großem Druck und war deshalb nicht nach New York gereist.

Entscheidung über deutschen Olympiabewerber - München oder Köln mit Rhein und Ruhr

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am Samstag (09.00 Uhr) über den deutschen Bewerber für die Austragung der Olympischen Sommerspiele und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündet zusammen mit DOSB-Präsident Thomas Weikert, ob München oder die Region Köln/Rhein/Ruhr in Nordrhein-Westfalen zum Zug kommen. Ursprünglich bewarben sich vier Kandidaten um die Austragung.

Textgröße ändern: