Pallade Veneta - Zeichen der Unterstützung: Rubio betet mit Netanjahu an der Klagemauer

Zeichen der Unterstützung: Rubio betet mit Netanjahu an der Klagemauer


Zeichen der Unterstützung: Rubio betet mit Netanjahu an der Klagemauer
Zeichen der Unterstützung: Rubio betet mit Netanjahu an der Klagemauer / Foto: Nathan Howard - POOL/AFP

Fünf Tage nach den Luftangriffen auf Hamas-Vertreter in Katar ist US-Außenminister Marco Rubio nach Israel gereist und hat dem Land die Unterstützung Washingtons zugesichert. US-Präsident Donald Trump sei zwar "nicht glücklich" über den israelischen Angriff in Katar gewesen, sagte Rubio. Dies werde aber "nichts an unserer Beziehung ändern". Die Auswirkungen des Angriffs müssten diskutiert werden, sagte Rubio. Zudem dürfte die angekündigte Anerkennung eines palästinensischen Staates durch mehrere westliche Länder Thema seines Besuches sein.

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Rubio landete am Sonntagmorgen auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Später betete er laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten an der Klagemauer in Jerusalem zusammen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, der Rubio einen "außerordentlichen Freund" Israels nannte. Der Besuch des US-Außenministers zeige "die Stärke der israelisch-amerikanischen Allianz", erklärte Netanjahu. "Die ist so stark und beständig wie die Klagemauer, die wir gerade berührt haben."

Ein offizielles Gespräch der beiden Politiker ist für Montag geplant. Dabei sollten die Auswirkungen des israelischen Angriffs in Katar auf die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Israel und der islamistischen Hamas besprochen werden, erklärte Rubio. Der Angriff am Dienstag hatte laut Israel Führungsmitgliedern der radikalislamischen Palästinenserorganisation gegolten. Es war das erste Mal, dass Israel ein Ziel in Katar angriff, das neben den USA und Ägypten als Vermittler im Gaza-Krieg auftritt.

Katar und andere Länder der Region reagierten empört und warfen Israel eine Verletzung der Souveränität des Golfstaates vor. Am Montag wollen sich Staats- und Regierungschefs arabischer und muslimischer Staaten in Doha treffen, um dem angegriffenen Land seine Solidarität zu zeigen.

Auch aus dem Westen gab es scharfe Kritik an dem Angriff. US-Präsident Trump zeigte sich "äußerst betrübt über den Ort des Angriffs" und versicherte, vorher nicht informiert worden zu sein.

Ungeachtet der Kritik verteidigte Netanjahu das Vorgehen: Die in Katar lebenden "Hamas-Terroristenchefs" kümmerten sich nicht um die Menschen im Gazastreifen und "haben alle Versuche einer Waffenruhe blockiert, um den Krieg endlos in die Länge zu ziehen", erklärte er am Samstag. "Sie loszuwerden, würde das Haupthindernis für die Freilassung all unserer Geiseln und die Beendigung des Krieges beseitigen."

Das Forum der Geisel-Familien kritisierte das Vorgehen der israelischen Regierung dagegen scharf. Der Angriff in Katar habe "zweifelsfrei bewiesen, dass es ein Hindernis für die Rückkehr der Geiseln und die Beendigung des Krieges gibt: Ministerpräsident Netanjahu", erklärte die Initiative. "Jedes Mal, wenn sich eine Einigung abzeichnet, wird sie von Netanjahu sabotiert."

Israel hatte in den vergangenen Tagen seine Offensive zur Einnahme der Stadt Gaza ausgeweitet, die sie als eine der letzten Hamas-Hochburgen bezeichnet. Nach Armeeangaben flohen seitdem mehr als 250.000 Palästinenser in andere Teile des Gazastreifens. Der Hamas-Zivilschutz erklärte hingegen, nur rund 68.000 Einwohnern sei die Flucht aus der Stadt gelungen.

AFP-Bilder zeigten am Wochenende eine Kolonne von Fahrzeugen und Menschen zu Fuß, die Richtung Süden durch eine trostlose Landschaft mit zerstörten Gebäuden flohen. Unter ihnen befanden sich ein Amputierter auf Krücken und ein Paar mit einem Neugeborenen. "Wir leben in ständiger Angst inmitten von unerbittlichem Beschuss und heftigen Explosionen", sagte die 20-jährige Sara Abu Ramadan, eine Bewohnerin von Gaza-Stadt. "Wir sterben hier, ohne Zufluchtsort… und die Welt schaut nur zu."

International wird die Ausweitung der israelischen Offensive scharf kritisiert. Die UNO, die in Teilen des Gazastreifens eine Hungersnot festgestellt hat, befürchtet eine Verschlimmerung der katastrophalen humanitären Lage. Einige Staaten wollen nun den Druck auf Israel erhöhen, indem sie während der am Dienstag beginnenden Generaldebatte der UN-Vollversammlung einen Palästinenserstaat anerkennen. Unter anderem Frankreich, Großbritannien, Belgien und Kanada haben einen solchen Schritt angekündigt beziehungsweise in Aussicht gestellt. Am 22. September soll zu den Palästinensergebieten in New York ein Gipfel abgehalten werden.

Weltweit haben mehr als 140 Länder einen Palästinenserstaat anerkannt, darunter mehrere EU-Mitglieder wie Spanien und Irland. Die Bundesregierung erklärte im Juli, dieser Schritt komme für sie "kurzfristig" nicht in Frage.

Die Hamas und ihre islamistischen Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Gaza-Krieg ausgelöst. Bei dem Großangriff wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet. 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 47 Menschen von der Hamas festgehalten, 25 von ihnen sind nach israelischen Angaben bereits tot.

Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden bislang mehr als 64.800 Menschen getötet. Die Zahlen sind von unabhängiger Seite nicht nachprüfbar, die UNO hält sie aber für glaubwürdig.

D.Bruno--PV

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