Pallade Veneta - Nord-Stream-Sabotage: Weiterer Verdächtiger in Polen gefasst

Nord-Stream-Sabotage: Weiterer Verdächtiger in Polen gefasst


Nord-Stream-Sabotage: Weiterer Verdächtiger in Polen gefasst
Nord-Stream-Sabotage: Weiterer Verdächtiger in Polen gefasst / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Drei Jahre nach der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee ist ein weiterer Tatverdächtiger in Polen gefasst worden. Der Anwalt Tymoteusz Paprocki sagte am Dienstag dem Sender TVN24, sein Mandant sei auf der Grundlage eines von Deutschland ausgestellten europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Polnischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Festgenommenen um den Ukrainer Wolodymyr Z.

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Paprocki sagte, sein Mandant sei am Dienstagmorgen an einem Ort nahe Warschau festgenommen worden. Den Namen seines Mandanten nannte der Anwalt nicht. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Warschau bestätigte die Festnahme, nannte aber ebenfalls nicht den Namen des Verdächtigen.

Im August hatte die Bundesanwaltschaft bereits die Festnahme eines Ukrainers in Italien erwirkt, der an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines beteiligt gewesen sein soll. Der Beschuldigte Serhii K. soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft der Koordinator des Sabotage-Kommandos gewesen sein. Mitte September ordnete ein italienisches Gericht seine Auslieferung nach Deutschland an. K. weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich gerichtlich dagegen.

Die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee waren für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden. Im September 2022 wurden sie durch Sprengsätze schwer beschädigt. Die Leitungen waren damals nicht in Betrieb. Russland hatte die Gaslieferungen über Nord Stream 1 kurz zuvor gestoppt - mutmaßlich als Reaktion auf die westlichen Sanktionen wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Nord Stream 2 ging nie in Betrieb.

Im Oktober 2022 übernahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu der Nord-Stream-Sabotage. Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass eine ukrainische Gruppe bestehend aus mehreren Männern und einer Frau für die Explosionen an den Pipelines verantwortlich war. Medienberichten zufolge mieteten sie eine Yacht, um den Anschlag zu verüben. Diese wurde demnach mit Hilfe gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen gemietet und startete von Rostock aus.

Vor einigen Wochen hieß es dann in Medienberichten, dass es den deutschen Ermittlern gelungen sei, alle Mitglieder des Kommandos zu identifizieren. Es handle sich um sieben ukrainische Tatverdächtige, berichteten Ende August die Wochenzeitung "Die Zeit", die "Süddeutsche Zeitung" und die ARD auf Grundlage gemeinsamer Recherchen. Gegen sechs von ihnen lägen Haftbefehle vor. Das siebte Kommandomitglied soll im Dezember 2024 in der Ostukraine bei Kämpfen gegen die russische Armee getötet worden sein.

Nach den Recherchen dieser Medien soll das Kommando neben dem mutmaßlichen Koordinator Serhii K. aus einem Skipper, einem Sprengstoffexperten und vier Tauchern bestanden haben. Die Ermittlungen erhärten diesen Recherche zufolge zudem den Verdacht, dass die Gruppe den Anschlag mit Hilfe von ukrainischen Behörden habe ausführen können.

So seien die Verdächtigen mit ukrainischen Original-Pässen durch Polen nach Deutschland gereist, die allerdings falsche Namen enthalten hätten, hieß es in den Berichten. Einer der Verdächtigen sei zudem im Sommer vergangenen Jahres in einem Auto des ukrainischen Militärattachés aus Polen in die Ukraine gebracht worden, um einer Festnahme zu entgehen.

A.Graziadei--PV

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