Pallade Veneta - Angolas Ex-Präsident Dos Santos im Alter von 79 Jahren gestorben

Angolas Ex-Präsident Dos Santos im Alter von 79 Jahren gestorben


Angolas Ex-Präsident Dos Santos im Alter von 79 Jahren gestorben
Angolas Ex-Präsident Dos Santos im Alter von 79 Jahren gestorben / Foto: STEPHANE DE SAKUTIN - AFP/Archiv

Der langjährige ehemalige Präsident Angolas, José Eduardo dos Santos, ist am Freitag im Alter von 79 Jahren gestorben. Er starb in einem Krankenhaus in Barcelona, in das er am 23. Juni mit einem Herzstillstand eingeliefert worden war, wie die angolanische Regierung mitteilte. José Eduardo Dos Santos hatte das südwestafrikanische Angola von 1979 bis 2017 autokratisch regiert.

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Eine seiner fünf Töchter, Tchizé dos Santos, forderte eine Autopsie des Leichnams. In einer in Madrid veröffentlichten Mitteilung erklärte sie, dies solle geschehen, bevor der Leichnam nach Angola gebracht werde. Die Tochter des Ex-Präsidenten hatte vor einigen Tagen bei der spanischen Polizei Anzeige wegen des Verdachts auf eine versuchte Tötung ihres Vaters erstattet.

In der Mitteilung der Regierung in Luanda hieß es: "Die angolanische Regierung gibt mit großem Schmerz und mit Bestürzung den Tod von Herrn dos Santos bekannt." Sie verneige sich "mit größtem Respekt und Hochachtung vor dieser historischen Figur", die "viele Jahre lang mit Klarheit und Menschlichkeit (das Schicksal) der angolanischen Nation" geleitet habe. Von Samstag an sollte eine fünftägige Staatstrauer in Angola gelten.

Dos Santos wurde vorgeworfen, im Laufe seiner fast vier Jahrzehnte währenden Herrschaft in Angola Gelder in großem Umfang veruntreut zu haben, um seine Familie und enge Vertraute zu begünstigen. Während seiner Präsidentschaft setzte er Familienmitglieder in Schlüsselpositionen in der Wirtschaft ein, darunter im Bankwesen, in der Telekommunikation, in den Medien sowie in der Ölindustrie.

Seine Tochter Isabel dos Santos, die reichste Frau des Landes, wird von der angolanischen Justiz beschuldigt, während ihrer Zeit an der Spitze des staatlichen Ölkonzerns Sonangol Gelder unterschlagen und einen Großteil davon in Portugal investiert haben. Isabel dos Santos weist die Vorwürfe zurück.

Als "Luanda Leaks" bezeichnete Recherchen des Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten (ICIJ) legen den Verdacht nahe, dass die Präsidententochter massive Vorteile aus dem korrupten System ihres Vaters zog. Die Geschäftsfrau lebt in London und Dubai.

Das Oberste Gericht in Angola hatte Dos Santos' Sohn José Filomeno dos Santos, auch bekannt unter dem Spitznamen "Zenu", 2020 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er habe während seiner Tätigkeit an der Spitze eines angolanischen Staatsfonds Gelder in Millionenhöhe veruntreut, urteilte das Gericht.

Als ehemaliger Präsident blieb José Eduardo dos Santos selbst bis zu seinem Tod vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt. In dem südwestafrikanischen Land herrschte von 1975 bis 2002 Bürgerkrieg, in dessen Verlauf etwa eine halbe Million Menschen getötet wurden. Armut und Vetternwirtschaft sind in Angola bis heute nweit verbreitet.

B.Cretella--PV

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