Pallade Veneta - Haushoher Sieg für Tansanias Präsidentin bei von schweren Unruhen begleiteter Wahl

Haushoher Sieg für Tansanias Präsidentin bei von schweren Unruhen begleiteter Wahl


Haushoher Sieg für Tansanias Präsidentin bei von schweren Unruhen begleiteter Wahl
Haushoher Sieg für Tansanias Präsidentin bei von schweren Unruhen begleiteter Wahl / Foto: Michael JAMSON - AFP/Archiv

Bei der von Unruhen mit zahlreichen Toten überschatteten Präsidentenwahl in Tansania ist Staatschefin Samia Suluhu Hassan mit haushoher Mehrheit im Amt bestätigt worden. Den am Samstag im staatlichen Fernsehen verkündeten Endergebnissen zufolge kam Hassan auf 97,66 Prozent der Stimmen und gewann sämtliche Wahlkreise. Laut der größten Oppositionspartei Chadema wurden bei den Protesten mindestens 800 Menschen getötet. Hassan verurteilte hingegen Gewalt durch Demonstranten.

Textgröße ändern:

Die Chadema-Partei war von den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Mittwoch ausgeschlossen worden und hatte die Bevölkerung zum Boykott des Urnengangs aufgerufen. Im Zuge der Abstimmung kam es im ganzen Land zu heftigen Protesten. "Nicht weniger als 800 Menschen" seien seit Mittwoch von Sicherheitskräften getötet worden, teilte die Partei der Nachrichtenagentur AFP mit.

Aus Sicherheits- und Diplomatenkreisen in Daressalam, dem Regierungssitz des ostafrikanischen Landes, erfuhr AFP, dass es "hunderte Tote" gegeben habe. Die Zahl der Opfer könne landesweit "vielleicht 700 bis 800" betragen, hieß es.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "zutiefst besorgt" angesichts der Berichte über die zahlreichen Toten und Verletzten.

Der tansanische Außenminister Mahmoud Thabit Kombo bestritt die Anwendung von "übermäßiger Gewalt". Seiner Regierung lägen keine Zahlen zu Todesopfern vor.

Staatschefin Hassan verurteilte ihrerseits Gewalt, die von den Demonstranten ausgegangen sei. "Diese Zwischenfälle sind überhaupt nicht patriotisch", sagte sie im Staatsfernsehen.

Menschenrechtsgruppen hatten Hasssan bereits vor den Wahlen vorgeworfen, für eine "Welle des Terrors" verantwortlich zu sein, darunter zahlreiche Entführungen.

Hassan hatte das höchste Staatsamt nach dem Tod von Ex-Präsident John Magufuli im Jahr 2021 übernommen und wollte nun mittels der Wahl ihre Position festigen.

Chadema-Sprecher John Kitoka bezeichnete das Wahlergebnis jedoch als "Verhöhnung des demokratischen Prozesses" und forderte Neuwahlen. Er betonte, dass seine Partei womöglich zu "nationalen Protesten" aufrufen werde.

Chadema-Chef Tundu Lissu war im April festgenommen worden. Ihm wird wegen des Vorwurfs des Landesverrats der Prozess gemacht. Lissu droht die Todesstrafe.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Trump: USA werden Truppenpräsenz in Deutschland "deutlich reduzieren"

Die USA wollen nach den Worten von US-Präsident Donald Trump ihre Truppenpräsenz in Deutschland über die bereits angekündigte Zahl hinaus herunterfahren. "Wir werden die Zahl noch deutlich stärker reduzieren, und zwar um weit mehr als 5000" US-Soldaten, sagte Trump am Samstag (Ortszeit) vor Journalisten in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Am Vortag hatte das US-Verteidigungsministerium nach erneuten Drohungen von Trump den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland angeordnet und damit die europäischen Nato-Verbündeten auf den Plan gerufen.

Kubanische Führung verurteilt jüngste Trump-Drohungen scharf

Die kubanische Führung hat die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen ihr Land scharf verurteilt. Trumps erneute Androhung militärischer Gewalt habe ein "gefährliches und beispielloses Niveau" erreicht, schrieb der kubanische Staatschef Miguel Díaz-Canel am Samstag im Onlinedienst X. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, Stellung dazu zu beziehen, ob ein solch "drastischer krimineller Akt zugelassen wird".

Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi aus Gefängnis ins Krankenhaus gebracht

Die inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihrer Unterstützer "nach einer katastrophalen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands" ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die 54-jährige Aktivistin sei am Freitag eilig in ein Krankenhaus in Sandschan gebracht worden, teilte Mohammadis Stiftung mit. Dem seien unter anderem "zwei Episoden eines vollständigen Verlusts ihres Bewusstseins und ernste Herzprobleme" vorausgegangen. Das Nobelpreis-Komitee in Oslo forderte, Mohammadi "umgehend in die Obhut ihres eigenen Ärzteteams in Teheran zu überstellen".

Zwei Teilnehmer der Gaza-Hilfsflotte nach Israel gebracht - Spanien übt scharfe Kritik

Nach dem Abfangen der Gaza-Hilfsflotte durch Israel vor der griechischen Insel Kreta sind zwei der 175 Aktivisten nach Israel gebracht worden. Wie das israelische Außenministerium am Samstag mitteilte, wurden der Spanier Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Ávila zu einer Befragung an die Strafverfolgungsbehörden im Land übergeben. Das spanische Außenministerium kritisierte das Vorgehen der israelischen Behörden scharf und bezeichnete es als "illegal".

Textgröße ändern: