Pallade Veneta - Türkei: Muslimische Staaten pochen auf palästinensische Selbstverwaltung im Gazastreifen

Türkei: Muslimische Staaten pochen auf palästinensische Selbstverwaltung im Gazastreifen


Türkei: Muslimische Staaten pochen auf palästinensische Selbstverwaltung im Gazastreifen
Türkei: Muslimische Staaten pochen auf palästinensische Selbstverwaltung im Gazastreifen / Foto: Ozan KOSE - AFP

Bei einer Konferenz zur Zukunft des Gazastreifens haben sieben mehrheitlich muslimische Staaten eine palästinensische Selbstverwaltung gefordert. "Unser Grundsatz ist, dass Palästinenser über die Palästinenser regieren und selbst für ihre Sicherheit sorgen sollten", sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan am Montag nach Beratungen über den Friedensplan der USA in Istanbul. "Niemand will, dass ein neues System der Vormundschaft entsteht."

Textgröße ändern:

"Jegliche Maßnahme zur Lösung der Palästinenserfrage" dürfe "nicht dazu führen, dass neue Probleme entstehen, hierauf achten wir sehr", sagte Fidan weiter. Zudem brachte er seine Hoffnung auf eine "rasche innerpalästinensische Aussöhnung" zwischen der Hamas und der Palästinenserbehörde zum Ausdruck. Hierdurch könne "die Vertretung Palästinas in der internationalen Gemeinschaft" gestärkt werden.

Fidan traf sich am Montag in Istanbul mit seinen Kollegen aus Indonesien, Jordanien, Katar, Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen. Der Chefdiplomat Ägyptens konnte Fidan zufolge aufgrund eines anderen Termins nicht teilnehmen. Der türkische Außenminister hatte im Vorfeld erklärt, Gegenstand des Treffens sollten Fortschritte und Hindernisse bei der Umsetzung des Gaza-Friedensplans und die "nächsten Schritte" sein.

Zur Lage im Gazastreifen sagte Fidan, es sei nun ein "extrem kritischer Punkt erreicht". Alle sieben in Istanbul zusammengekommenen Staaten unterstützten Pläne, denen zufolge die Palästinenser die Verantwortung für die Sicherheit und die Verwaltung im Gazastreifen übernehmen sollen.

Die Vertreter der sieben Staaten hatten US-Präsident Donald Trump im September am Rande der UN-Generaldebatte getroffen. Wenige Tage später stellte Trump seinen 20-Punkte-Plan vor, auf dessen Grundlage am 10. Oktober schließlich der Gaza-Krieg mit einer Waffenruhe beendet wurde.

Der 20-Punkte-Plan sieht nach der Waffenruhe und der Rückkehr der lebenden und toten Geiseln nach Israel eine internationale Stabilisierungstruppe für den Gazastreifen vor. Es sei von zentraler Bedeutung, dass diese ein "von einer Resolution des UN-Sicherheitsrats definiertes Mandat" und einen "Rahmen für Legitimität" erhielten, sagte Fidan dazu. Es dürfe gegen die Truppe "kein Veto eines der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats" geben, sagte der Minister in einer offensichtlichen Anspielung auf die USA.

Die USA verhandeln derzeit mit arabischen Staaten und anderen internationalen Partnern über die Zusammensetzung der Truppe. Die Türkei will darin eine Rolle spielen. Israel lehnt dies aufgrund der türkischen Unterstützung für die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas ab, der israelische Außenminister Gideon Saar hatte zuletzt erklärt, nur "unparteiische" Länder sollten Teil der Truppe werden.

Die Türkei zählt zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas, deren Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Gaza-Krieg ausgelöst hatte. Vor dem Treffen der sieben Staaten in Istanbul hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gesagt, die Hamas scheine "ziemlich entschlossen", sich an die Vereinbarung zu halten. Israel warf er hingegen ein "sehr mittelmäßiges" Verhalten vor.

E.Magrini--PV

Empfohlen

EU-Kommission will mit 20. Sanktionspaket Russlands Öl-Einnahmen weiter reduzieren

Die EU will die russischen Einnahmen aus dem Ölexport weiter reduzieren. Dieses Ziel verfolgen Vorschläge der Brüsseler Kommission für neue Sanktionen gegen Moskau, die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zweieinhalb Wochen vor dem vierten Jahrestag des russischen Angriffs gegen die Ukraine präsentierte. Der Entwurf für das 20. Sanktionspaket enthält unter anderem ein "umfassendes Verbot maritimer Dienstleistungen" für Tanker mit russischem Rohöl an Bord, wie von der Leyen am Freitag mitteilte.

Kreml: Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi waren "konstruktiv" und schwierig

Nach der zweiten Runde der Ukraine-Verhandlungen hat der Kreml von einem "konstruktiven" und gleichzeitig sehr schwierigem Treffen gesprochen. "Zwei Tage lang haben wir konstruktiv und sehr schwer gearbeitet", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag vor Journalisten. Die Gespräche würden fortgesetzt.

Verdächtiger 14 Jahre nach Angriff auf US-Konsulat in Bengasi gefasst

14 Jahre nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi ist ein wichtiger Verdächtiger gefasst worden. US-Justizministerin Pam Bondi sagte am Freitag bei einer Pressekonferenz, der "Schlüssel"-Akteur Subair al-Bakusch sei festgenommen und in die USA gebracht worden. Ihm solle unter anderem wegen "Mordes, Terrorismus, Brandstiftung" der Prozess gemacht werden.

Französische Behörde deckt Desinformation über Macron und Epstein auf

Ein Bericht über vermeintliche Verbindungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geht möglicherweise auf das Konto einer russischen Propagandagruppe. Die Viginum-Behörde, die Cyberattacken und -propaganda aus dem Ausland abwehren soll, sehe eine Verbindung zur russischen Gruppe Storm-1516, hieß es am Freitag in Regierungskreisen. Diese ist dafür bekannt, Falschinfos über Politiker zu verbreiten, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Textgröße ändern: