Pallade Veneta - Wahl in New York: Trump-Gegner Mamdani könnte Bürgermeister werden

Wahl in New York: Trump-Gegner Mamdani könnte Bürgermeister werden


Wahl in New York: Trump-Gegner Mamdani könnte Bürgermeister werden
Wahl in New York: Trump-Gegner Mamdani könnte Bürgermeister werden / Foto: ANGELA WEISS - AFP

Ein Jahr nach dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump könnte es in New York ein politisches Erdbeben geben: Der erst 34 Jahre alte "demokratische Sozialist" Zohran Mamdani könnte am Dienstag zum ersten muslimischen Bürgermeister der Ostküstenmetropole gewählt werden. Das wäre eine schwere Niederlage für Trump: Dieser hatte New York mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht und Juden aufgerufen, gegen Mamdani zu stimmen.

Textgröße ändern:

Bei der Bürgermeisterwahl zeichnete sich laut "New York Times" die höchste Beteiligung seit fast 25 Jahren ab. Mamdani hatte vor allem junge Wähler und Menschen ohne Geld mit einer geschickten Onlinekampagne für ein "bezahlbareres" Leben angesprochen. Versprechen wie einen Mietpreisdeckel, kostenlose Busse und Kitas sowie städtische Lebensmittelgeschäfte will er durch höhere Steuern für Reiche und Unternehmen finanzieren.

Mamdani gehört dem linken Flügel der Demokratischen Partei an und bezeichnet sich als Trumps "schlimmsten Albtraum". Der Präsident verunglimpfte ihn als "100 Prozent kommunistischen Irren" und mischte sich massiv in den Wahlkampf von New York ein, wo Trumps Immobilienkonzern seinen Hauptsitz hat - im Trump-Tower auf der berühmten Fifth Avenue.

"Wenn der kommunistische Kandidat Zohran Mamdani die Bürgermeisterwahl in New York City gewinnt, ist es höchst unwahrscheinlich, dass ich meiner geliebten Heimatstadt mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbeträge an Bundesmitteln zukommen lasse", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Zudem beschimpfte er den 34-jährigen Muslim als "Judenhasser". Jeder jüdische New Yorker Bürger, der für ihn stimme, sei eine "dumme Person", schrieb Trump auf Truth Social. Wegen Mamdanis pro-palästinensischer Haltung im Gaza-Krieg und seinem "Genozid"-Vorwurf an Israel gilt er vielen im rechten Lager als "Extremist". Aber auch zahlreiche jüdische US-Bürger äußerten sich besorgt.

Viele im Maga-Lager des Präsidenten (Make America Great Again, Macht Amerika wieder großartig) forderten zudem lautstark Mamdanis "Abschiebung". Der Abgeordnete aus dem Parlament des Bundesstaats New York wurde 1991 in Uganda geboren, ist Kind von Intellektuellen aus der indischen Diaspora und ist erst seit 2018 US-Staatsbürger. Bei Trump-Anhängern hält sich hartnäckig das Gerücht, er habe sich den Pass unrechtmäßig erschlichen.

Um Mamdani zu verhindern, rief Trump zur Wahl des 67-jährigen Andrew Cuomo auf. Dieser trat nach seiner Niederlage gegen Mamdani bei der Vorwahl der Demokraten im Juni als Unabhängiger an. Cuomo gehört dem Establishment der Demokratischen Partei an und hoffte auf ein Comeback: Er hatte das Amt als New Yorker Gouverneur 2021 nach Belästigungsvorwürfen von elf Frauen niederlegen müssen.

Nach letzten Umfragen lag Mamdani deutlich vor Cuomo. Der 71-jährige Republikaner Curtis Sliwa lag laut Umfragen abgeschlagen auf Platz drei. Sollten seine Anhänger allerdings zu Cuomo umschwenken, könnte dies den Wahlausgang zu dessen Gunsten verändern. Die New Yorker konnten noch bis 21.00 Uhr (Ortszeit, 03.00 Uhr MEZ) ihre Stimme abgeben, danach wurden erste Prognosen erwartet.

Experten zufolge könnte es für den Fall von Mamdanis Wahlsieg zu "einer Art politischer Konfrontation" mit Trump kommen. Trump werde New York City "aggressiver behandeln", sagte der Politikwissenschaftler Grant Reeher von der Syracuse University. Trump hatte New York mit einer Entsendung der Nationalgarde gedroht und könnte zudem verschärfte Razzien der Einwanderungspolizei ICE gegen Migranten anordnen.

In den US-Bundesstaaten Virginia und New Jersey fanden zugleich Gouverneurswahlen statt. Sie gelten ebenfalls als Stimmungstest für Trumps Republikaner. Sollte die Demokratische Partei dort einen Sieg einfahren, würde ihr dies für die US-Zwischenwahlen zum Kongress im kommenden Jahr womöglich neuen Schwung verleihen. Seit der Niederlage der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris gegen Trump vor einem Jahr gelten die Demokraten als führungslos und suchen händeringend neue Themen.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

Grüne schlagen für Sommerferien 49-Euro-Ticket für Familien vor

Um Familien mit wenig Geld Mobilität in den Ferien zu ermöglichen, haben die Grünen ein Sommer-Ferienticket zum Preis von 49 Euro vorgeschlagen. Damit sollten für die Dauer der Sommerferien zwei Elternteile und alle eigenen Kinder fahren können, heißt es in einem Papier der Grünen-Bundestagsfraktion, über das am Samstag die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten. Das Ticket solle auf dem Deutschlandticket basieren und wie dieses im Nah- und Regionalverkehr gültig sein.

Berichte: USA fordern Ende der Angriffe in Straße von Hormus und stellen Iran Ultimatum

Die USA erhöhen im Streit über die Straße von Hormus den Druck auf den Iran. Washington habe Teheran eine Frist bis Samstag gesetzt, um öffentlich ein Ende der Attacken in der Meerenge zu erklären und zuzusichern, dass die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr geöffnet sei, berichteten die US-Nachrichtenportale "Axios" und "Politico".

Schnieder räumt Defizite bei Generalsanierungen von Bahnstrecken ein

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat Defizite bei den Generalsanierungen von Strecken durch die Deutsche Bahn eingeräumt. "Wir haben nicht alle Ziele erreicht, die wir vorher vereinbart haben", sagte Schnieder im Berlin Playbook Podcast des Nachrichtenmagazins "Politico" vom Samstag. Er forderte deswegen Aufklärung von dem Unternehmen.

Trump: Iran wird bei Mordanschlag auf mich "vollständig vernichtet"

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran im Falle eines Mordanschlags auf ihn mit "vollständiger" Vernichtung gedroht. "1000 Raketen sind scharf gemacht und auf die Islamische Republik Iran gerichtet", erklärte Trump am Freitag. "Und Tausende weitere würden unmittelbar folgen, sollte die iranische Regierung ihre weltweit geäußerte Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika - in diesem Fall mich! - zu ermorden oder einen entsprechenden Versuch zu unternehmen."

Textgröße ändern: