Pallade Veneta - Bundestag: Linken-Politikerin Bünger scheitert bei Wahl für Geheimdienste-Gremium

Bundestag: Linken-Politikerin Bünger scheitert bei Wahl für Geheimdienste-Gremium


Bundestag: Linken-Politikerin Bünger scheitert bei Wahl für Geheimdienste-Gremium
Bundestag: Linken-Politikerin Bünger scheitert bei Wahl für Geheimdienste-Gremium / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die Linkspartei ist im Bundestag erneut mit einer Kandidatin bei der Wahl für das Gremium zur Überwachung der Geheimdienste gescheitert. In dem sogenannten Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) ist somit weiterhin weder die Linkspartei noch die AfD vertreten.

Textgröße ändern:

Bei der geheimen Wahl am Donnerstag bekam die Linken-Abgeordnete Clara Bünger nur 271 Stimmen und damit 45 zu wenig, um einen Platz im PKGr zu erhalten. 285 Abgeordnete stimmten gegen Büngers Aufnahme, 20 enthielten sich.

Damit ist auch der zweite Versuch der Linkspartei in dieser Legislaturperiode gescheitert, einen Platz in dem Geheimdienste-Gremium zu bekommen. Im Juni war bereits Fraktionschefin Heidi Reichinnek nicht auf die notwendige Stimmenanzahl gekommen.

Die Linke ist derzeit mit 64 der 630 Sitze die kleinste Fraktion im Bundestag. Sie scheiterte auch bei einer anderen Gremienwahl: Parteichefin Ines Schwerdtner schaffte es mit 253 Ja-Stimmen bei 284 Nein-Stimmen, 31 Enthaltungen und sieben ungültigen Stimmen nicht in ein Gremium, das die Schuldenangelegenheiten des Bundes kontrolliert.

"Heute ist ein schlechter Tag für das Parlament und die Demokratie", kommentierte Linken-Fraktionschef Sören Pellmann den Wahlausgang. "Regierungshandeln muss kontrolliert werden, und die Nichtwahl bedeutet, dass diese Kontrolle massiv behindert wird - und das ausgerechnet in so einem elementar wichtigen Gremium wie dem PKGr." Die demokratischen Regierungsparteien müssten zusammen mit der demokratischen Opposition "die Spielregeln der Demokratie verteidigen", forderte Pellmann.

Das PKGr hat neun Mitglieder, wobei die beiden Sitze der AfD und jener der Linkspartei derzeit nicht besetzt sind. Die Union entsendet den Vorsitzenden Marc Henrichmann und zwei weitere Abgeordnete in das Gremium, die SPD zwei und die Grünen einen. Das Gremium überwacht die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes, des Militärischen Abschirmdienstes und des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Die Bundesregierung muss das Gremium über die Tätigkeiten der Nachrichtendienste und über Vorgänge von besonderer Bedeutung unterrichten. Die Mitglieder dürfen außerdem Mitarbeiter der Nachrichtendienste befragen und haben Zutritt zu allen Dienststellen der drei Nachrichtendienste. Die vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextremistisch eingestufte AfD versucht bereits seit ihrem Einzug in den Bundestag im Jahr 2017 erfolglos, in das Gremium zu kommen.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Trump: Iran wird bei Mordanschlag auf mich "vollständig vernichtet"

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran im Falle eines Mordanschlags auf ihn mit "vollständiger" Vernichtung gedroht. "1000 Raketen sind scharf gemacht und auf die Islamische Republik Iran gerichtet", erklärte Trump am Freitag. "Und Tausende weitere würden unmittelbar folgen, sollte die iranische Regierung ihre weltweit geäußerte Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika - in diesem Fall mich! - zu ermorden oder einen entsprechenden Versuch zu unternehmen."

Wadephul kündigt gemeinsame Libanon-Initiative mit Frankreich an

Vor dem deutsch-französischen Ministerrat in der kommenden Woche hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) eine gemeinsame Libanon-Initiative angekündigt. "Wir wollen mit Frankreich eine gemeinsame Politik für den Libanon formulieren, um die Chance auf einen Frieden im Nahen und Mittleren Osten zu erhöhen", sagte Wadephul dem "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass sowohl im Iran- als auch im Ukraine-Krieg jetzt ein guter Zeitpunkt für Verhandlungen sei.

Havanna-Syndrom: US-Regierung zahlt Betroffenen erste Entschädigungen

Als Havanna-Syndrom werden erstmals in Kuba aufgetretene mysteriöse Gesundheitsprobleme von US-Botschaftsmitarbeitern bezeichnet - nun hat die Regierung in Washington den ersten Betroffenen Entschädigungen gezahlt. Das Verteidigungsministerium teilte am Freitag mit, es habe Zahlungen in Höhe von fast drei Millionen Dollar (gut 2,6 Millionen Euro) geleistet. Dies seien "die ersten Zahlungen, welche die Regierung im Rahmen des Havanna-Gesetzes vorgenommen hat".

Nach Trump-Drohung verschobene Brücken-Öffnung nach Kanada soll nun stattfinden

Die nach einer Drohung von US-Präsident Donald Trump verschobene Eröffnung einer Brücke nach Kanada soll nun noch in diesem Monat stattfinden. Als neuer Termin für die Inbetriebnahme des milliardenteuren Bauwerks sei der 27. Juli festgelegt worden, teilte am Freitag das kanadische Infrastrukturministerium mit. Ursprünglich hätte die Brücke bereits vor einem Monat eröffnet werden sollen.

Textgröße ändern: