Pallade Veneta - Weißes Haus: US-Friedensplan "gut" für Ukraine - Selenskyj bereit zu Gesprächen

Weißes Haus: US-Friedensplan "gut" für Ukraine - Selenskyj bereit zu Gesprächen


Weißes Haus: US-Friedensplan "gut" für Ukraine - Selenskyj bereit zu Gesprächen
Weißes Haus: US-Friedensplan "gut" für Ukraine - Selenskyj bereit zu Gesprächen / Foto: TOM BRENNER - AFP/Archiv

Die US-Regierung hat Bedenken wegen einer Begünstigung Moskaus im bislang unveröffentlichten US-Friedensplan für die Ukraine zurückgewiesen. Es sei ein "guter Plan, sowohl für Russland als auch für die Ukraine", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Donnerstag. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte nach einem Treffen mit einem hochrangigen US-Vertreter in Kiew, sein Land brauche einen "würdevollen Frieden", der die Unabhängigkeit und Souveränität der Ukraine respektiere.

Textgröße ändern:

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die USA einen neuen Plan zur Beilegung des seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs in der Ukraine erarbeitet haben. Einem ranghohen ukrainischen Vertreter zufolge sieht die Initiative die Abtretung der von Russland kontrollierten Gebiete einschließlich der Krim-Halbinsel sowie eine deutliche Verkleinerung der ukrainischen Armee und den Verzicht der Ukraine auf jegliche Langstreckenwaffen vor.

Im Gegenzug soll der Plan Berichten zufolge nur vage Angaben zu künftigen Sicherheitsgarantien für die Ukraine enthalten. US-Medien zufolge soll der Plan von Vertretern der US-Regierung gemeinsam mit Vertretern Russlands in geheimen Beratungen ausgearbeitet worden sein.

Der ukrainische Präsident Selenskyj sagte am Donnerstag, jegliches Abkommen zur Beendigung des Krieges müsse die Unabhängigkeit und Souveränität seines Landes sowie "die Würde des ukrainischen Volkes" respektieren. Zuvor war er in Kiew mit ranghohen Vertretern des Pentagons zusammengetroffen.

Selenskyjs Büro erklärte, die Ukraine habe einen Entwurf für einen Plan zur Beendigung des Krieges erhalten. Der ukrainische Präsident wolle "in den kommenden Tagen" mit US-Präsident Donald Trump über den Vorschlag sprechen.

Leavitt bekräftigte am Donnerstag, Trump sei "zunehmend frustriert" über die "Weigerung" Russlands wie der Ukraine, sich auf ein Friedensabkommen einzulassen. Nach ihren Angaben hatten der Sondergesandte Steve Witkoff und Außenminister Marco Rubio den Plan deshalb in den vergangenen Monaten ausgearbeitet. Sie hätten sich dafür "gleichermaßen mit beiden Seiten - Russland und der Ukraine - auseinandergesetzt", betonte die Sprecherin.

Die europäischen Verbündeten Kiews reagierten zurückhaltend auf die US-Initiative, die russische Interessen in hohem Maße zu begünstigen scheint. So bestanden unter anderen Außenminister Johann Wadephul (CDU) und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf einer Beteiligung der Ukraine und Europas an möglichen Verhandlungen.

"Damit jedweder Friedensplan funktioniert, müssen die Ukrainer und die Europäer an Bord sein", sagte Kallas. Auch Wadephul forderte, Europa sei bei solchen Gesprächen "mit einzubeziehen". Eine Voraussetzung für Verhandlungen sei zudem, dass der russische Präsident Putin "seinen aggressiven Angriffskrieg gegen die Ukraine beendet, dass es zu einem Waffenstillstand kommt, ohne jede Vorbedingung".

Selenskyj traf Donnerstag in Kiew mit hochrangigen Vertretern der US-Armee zusammen. Seit dem Regierungswechsel in Washington im Januar haben nur wenige US-Vertreter die Ukraine besucht.

Die russische Armee meldete derweil weitere Geländegewinne in der Ukraine und einen Truppenbesuch von Präsident Wladimir Putin. Der Kommandeur der westlichen Truppen, Sergej Kusowlew, informierte Putin laut einem Fernsehbericht über die "Befreiung der Stadt Kupjansk" im Nordosten der Ukraine. Die ukrainische Armee erklärte dagegen im Onlinedienst Telegram, Kupjansk befinde sich weiterhin unter ihrer Kontrolle.

Kupjansk ist ein wichtiger Knotenpunkt in der Region Charkiw. Die Stadt hatte vor Kriegsbeginn rund 55.000 Einwohner und war bereits in den ersten Tagen des russischen Angriffskriegs 2022 von Moskau erobert worden. Später wurde sie jedoch von den ukrainischen Streitkräften zurückerobert.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Scharfe Kritik nach Epstein-Enthüllungen: Britischer Premier Starmer lehnt Rücktritt ab

Der wegen der neuen Epstein-Enthüllungen stark unter Druck geratene britische Premierminister Keir Starmer hat einen Rücktritt abgelehnt. "Ich beabsichtige, diese wichtige Arbeit für unser Land weiterzuführen", sagte Starmer am Donnerstag bei einer Rede im südenglischen Hastings. Er entschuldigte sich aber auch bei den Opfern des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, weil er den britischen Labour-Politiker Peter Mandelson, der ein Freund Epsteins war, vergangenes Jahr zum britischen Botschafter in den USA ernannt hatte.

Selenskyj drängt nach Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi auf "schnellere Ergebnisse"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach dem Abschluss der neuen Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi auf mehr Tempo gedrängt. "Wir wollen schnellere Ergebnisse", sagte Selenskyj am Donnerstag in Kiew. Das zweitägige Treffen zwischen Unterhändlern Russlands und der Ukraine war zuvor in der Hauptstadt der Emirate zu Ende gegangen. Bis auf die Einigung auf einen neuen Gefangenenaustausch wurden zunächst keine Details dazu bekannt. Die Ukraine war derweil erneut russischen Angriffen ausgesetzt.

Menschenrechtskommissar: UN-Organisation befindet sich im "Überlebensmodus"

Das UN-Menschenrechtsbüro befindet sich nach Angaben seines Leiters derzeit aufgrund von Finanzierungslücken "im Überlebensmodus". Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Einsätze zur Beobachtung der Lage der Menschenrechte im Vergleich zu 2024 um mehr als die Hälfte zurückgegangen, sagte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Donnerstag vor Diplomaten in Genf. "Wir haben unsere Präsenz in 17 Ländern reduziert", fügte er hinzu.

Russland weist deutschen Diplomaten aus - Wadephul: "Völlig inakzeptabel"

Als Vergeltung für die Ausweisung eines russischen Diplomaten aus Deutschland in einem Spionagefall weist Russland einen deutschen Diplomaten aus. Das russische Außenministerium erklärte am Donnerstag, es habe einen diplomatischen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Moskau zur unerwünschten Person erklärt. Es handle sich um eine Reaktion auf die vorherige Ausweisung eines russischen Diplomaten durch Berlin. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte die russische Entscheidung als "völlig inakzeptabel" und drohte mit weiteren Schritten.

Textgröße ändern: