Pallade Veneta - Wadephul bezeichnet Entwurf von US-Plan für die Ukraine als "Themenliste"

Wadephul bezeichnet Entwurf von US-Plan für die Ukraine als "Themenliste"


Wadephul bezeichnet Entwurf von US-Plan für die Ukraine als "Themenliste"
Wadephul bezeichnet Entwurf von US-Plan für die Ukraine als "Themenliste" / Foto: NICOLAS TUCAT - AFP

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat den Entwurf des US-Plans für die Beendigung des Ukraine-Kriegs als "Themenliste" bezeichnet. Der Vorschlag aus Washington sei aus seiner Sicht "kein wirklicher Plan", sondern "eine Auflistung der Themen", die "dringend besprochen werden müssen zwischen der Ukraine und Russland", sagte Wadephul am Freitag in Brüssel vor Journalisten. Es sei die Aufgabe der Verhandlungsparteien, "das zu definieren".

Textgröße ändern:

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die USA einen neuen Plan zur Beilegung des seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs in der Ukraine erarbeitet haben. Wie aus einem Entwurf hervorgeht, den die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte, müsste die Ukraine dem Plan zufolge weitreichenden Gebietsabtretungen an Russland zustimmen. Zudem sieht die Initiative eine Begrenzung der ukrainischen Armee auf 600.000 Soldaten vor. Insgesamt entsprechen die wichtigsten Punkte des Vorschlags den bisherigen Forderungen Moskaus.

Am Donnerstag hatten mehrere europäischen Top-Diplomaten, darunter Wadephul, eine Einbeziehung Europas in die Verhandlungen um einen Friedensplan für die Ukraine gefordert. Später telefonierte der Bundesaußenminister nach eigenen Angaben mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff.

Trotz des augenscheinlichen Alleingangs Washingtons in der Frage um eine Friedenslösung in der Ukraine sieht Wadephul Europa geopolitisch nicht an den Rand gedrängt. Vor einem Treffen mit Vertretern indopazifischer Staaten in Brüssel sagte der Minister, er sehe die EU sowohl in Europa als auch im Indopazifik in einer "starken Position". Er gehe "fest davon aus", dass die EU und "wichtige Staaten in Europa" sowohl in Bezug auf die Sicherheit in Europa als auch bei Fragen der Freiheit der Seehandelswege in Südostasien eine "zentrale Rolle einnehmen werden".

Beim EU-Indopazifikforum soll über die Zusammenarbeit bei den Themen Sicherheit und Wirtschaft gesprochen werden. Dabei geht es nicht zuletzt um den Schutz der Seehandelswege angesichts der wachsenden Dominanz Chinas in der Region. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte zu Beginn der Konferenz am Freitag, Russland und China arbeiteten zusammen, um "die globale Wirtschaft- und Sicherheitsordnung grundlegend umzugestalten". Wadephul betonte, die Teilnehmer des Treffens verbinde das "gemeinsame Interessen daran, das System des internationalen Rechts zu verteidigen".

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Scharfe Kritik nach Epstein-Enthüllungen: Britischer Premier Starmer lehnt Rücktritt ab

Der wegen der neuen Epstein-Enthüllungen stark unter Druck geratene britische Premierminister Keir Starmer hat einen Rücktritt abgelehnt. "Ich beabsichtige, diese wichtige Arbeit für unser Land weiterzuführen", sagte Starmer am Donnerstag bei einer Rede im südenglischen Hastings. Er entschuldigte sich aber auch bei den Opfern des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, weil er den britischen Labour-Politiker Peter Mandelson, der ein Freund Epsteins war, vergangenes Jahr zum britischen Botschafter in den USA ernannt hatte.

Selenskyj drängt nach Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi auf "schnellere Ergebnisse"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach dem Abschluss der neuen Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi auf mehr Tempo gedrängt. "Wir wollen schnellere Ergebnisse", sagte Selenskyj am Donnerstag in Kiew. Das zweitägige Treffen zwischen Unterhändlern Russlands und der Ukraine war zuvor in der Hauptstadt der Emirate zu Ende gegangen. Bis auf die Einigung auf einen neuen Gefangenenaustausch wurden zunächst keine Details dazu bekannt. Die Ukraine war derweil erneut russischen Angriffen ausgesetzt.

Menschenrechtskommissar: UN-Organisation befindet sich im "Überlebensmodus"

Das UN-Menschenrechtsbüro befindet sich nach Angaben seines Leiters derzeit aufgrund von Finanzierungslücken "im Überlebensmodus". Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Einsätze zur Beobachtung der Lage der Menschenrechte im Vergleich zu 2024 um mehr als die Hälfte zurückgegangen, sagte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Donnerstag vor Diplomaten in Genf. "Wir haben unsere Präsenz in 17 Ländern reduziert", fügte er hinzu.

Russland weist deutschen Diplomaten aus - Wadephul: "Völlig inakzeptabel"

Als Vergeltung für die Ausweisung eines russischen Diplomaten aus Deutschland in einem Spionagefall weist Russland einen deutschen Diplomaten aus. Das russische Außenministerium erklärte am Donnerstag, es habe einen diplomatischen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Moskau zur unerwünschten Person erklärt. Es handle sich um eine Reaktion auf die vorherige Ausweisung eines russischen Diplomaten durch Berlin. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte die russische Entscheidung als "völlig inakzeptabel" und drohte mit weiteren Schritten.

Textgröße ändern: