Pallade Veneta - Politologe Jun: Grünen fehlt emotionale Ansprache

Politologe Jun: Grünen fehlt emotionale Ansprache


Politologe Jun: Grünen fehlt emotionale Ansprache
Politologe Jun: Grünen fehlt emotionale Ansprache / Foto: Ronny HARTMANN - AFP/Archiv

Der Politologe Uwe Jun sieht die Grünen aktuell in einer schwierigen Phase. "Es fällt der Partei nach dreieinhalb Regierungsjahren nicht leicht, ihre Oppositionsrolle zu bestimmen", sagte Jun im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. "Was den Grünen im Moment vor allem fehlt, ist eine emotionale Ansprache. Der Partei fehlen Themen, bei denen sie mit einfachen Botschaften Emotionen wecken kann."

Textgröße ändern:

Daran habe es auch schon im Bundestagswahlkampf gemangelt. Die Grünen böten hier im Vergleich zur Linkspartei, die einen Fokus auf soziale Themen wie die Mietenpolitik setzt, nicht richtig etwas an, analysierte Jun. "Deswegen verharren sie bei ihren Stammwählern, die wir zwischen zehn und elf Prozent taxieren - da stehen die Grünen aktuell auch in den Umfragen."

Die Partei bräuchte dem Politikprofessor von der Universität Trier zufolge neben dem Thema Klimaschutz einen weiteren Fokus. Denn dieses stehe zurzeit nicht weit oben in der öffentlichen Agenda. "Die Grünen haben es aber bislang nicht geschafft, in einem zweiten Thema so viel Kompetenz anzuhäufen, dass die Wählerinnen und Wähler hier zu ihr tendieren."

Dies sei auch nicht einfach, räumte Jun im Gespräch mit AFP ein. "Weil die beiden Themen, die auf der Hand liegen, soziale Gerechtigkeit und der Kampf gegen Rechts, im Moment stark von der Linken besetzt sind."

Der Politologe sieht die Grünen aktuell dabei, den von Ex-Vizekanzler Robert Habeck eingeschlagenen Mitte-Kurs zu verlassen und sich nach links zu bewegen. Hier drohe der Partei aber "ein harter Kampf" um potenzielle Wählerinnen und Wähler, prognostizierte Jun. Denn die Grünen konkurrierten dann mit der Linkspartei um die urbanen, akademisch ausgebildeten Wählergruppen in den Großstädten. "Die Gruppe ist größer auf der anderen Seite, wo man eher mit SPD und CDU konkurriert und man auch mehr in die Fläche gehen kann."

Die Grünen hätten sich aber immer eher als linke Partei verstanden und seien zudem stark akademisch geprägt. "Deswegen fällt der Partei auch ein linker Kurs leichter", betonte der Politikwissenschaftler.

Für Jun fehlt den Grünen nach dem Rückzug von Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock zudem eine Führungspersönlichkeit, die mit medialer Ausstrahlung große Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. "Die haben sie im Moment nicht, deswegen setzen sie auf die Teamlösung, bei der die beiden Fraktionsvorsitzenden und die beiden Parteivorsitzenden jetzt das Außenbild der Partei personifizieren sollen." Der Politikprofessor betonte dabei: "Aber keine und keiner der vier hat diese mediale Ausstrahlung, die Habeck oder Baerbock hatten."

Die Grünen treffen sich am 28. und 29. November zu ihrem Bundesparteitag in Hannover. Dabei wollen die Delegierten auch über den künftigen Kurs diskutieren.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Chinas Präsident Xi persönlich von Trump zu Staatsbesuch empfangen

Chinas Staatschef Xi Jinping ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den USA eingetroffen. Bei seiner Ankunft auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews südöstlich von Washington wurde er am Mittwoch von US-Präsident Donald Trump persönlich empfangen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP feststellten. Trump schüttelte zur Begrüßung Xis Hand.

Chinas Präsident Xi zu Staatsbesuch in den USA eingetroffen

Chinas Staatschef Xi Jinping ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den USA eingetroffen. Xis Flugzeug landete am Mittwoch gegen 23.40 Uhr MESZ auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews südöstlich von Washington, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP feststellte. US-Präsident Donald Trump wartete am Flughafen, um Xi als Zeichen der besonderen Ehrerbietung persönlich zu empfangen. Dass der US-Präsident einen ausländischen Staats- oder Regierungschef persönlich am Flughafen empfängt, ist äußerst selten.

USA laden Putin zum G20-Gipfel ein - Russland lehnt Kampfpause in der Ukraine ab

Die USA haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel in Miami im Dezember eingeladen. "Wir hoffen, dass er die Einladung annimmt", sagte US-Außenminister Marco Rubio am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies nach einem Treffen mit Rubio indes Forderungen nach einer Kampfpause gegen die Ukraine zurück.

Russland will Angriffe auf die Ukraine nicht unterbrechen

Russland will seine Angriffe auf die Ukraine vorerst nicht einstellen. "Wir werden in unserer speziellen Militäroperation keine Pause einlegen", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Er nutzte dabei den Begriff, mit dem Russland seinen Angriffskrieg umschreibt.

Textgröße ändern: