Pallade Veneta - Viola Fletcher wurde 111: Älteste Überlebende des Massakers von Tulsa gestorben

Viola Fletcher wurde 111: Älteste Überlebende des Massakers von Tulsa gestorben


Viola Fletcher wurde 111: Älteste Überlebende des Massakers von Tulsa gestorben
Viola Fletcher wurde 111: Älteste Überlebende des Massakers von Tulsa gestorben / Foto: JIM WATSON - AFP/Archiv

In den USA ist die älteste Überlebende des rassistischen Massakers von Tulsa, Viola Fletcher, im Alter von 111 Jahren gestorben. Fletcher habe "eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte unserer Stadt" überlebt, erklärte der Bürgermeister von Tulsa, Monroe Nichols, im Bundesstaat Oklahoma am Dienstag. Die Stadt trauere um die 111-Jährige, die "Wahrheit, Widerstandskraft und Anmut" in sich getragen habe.

Textgröße ändern:

Fletcher habe daran erinnert, welchen Weg die Stadt nach dem Massaker von 1921 bereits zurückgelegt habe "und welchen Weg wir noch gehen müssen", fügte Nichols hinzu.

Fletcher war ein kleines Kind, als ein weißer Mob im Stadtteil Greenwood vor 104 Jahren mindestens hundert Schwarze tötete. Das Massaker, das als eines der schlimmsten an Afroamerikanern in der US-Geschichte gilt, habe sie jeden Tag ihres Lebens begleitet, sagte Fletcher, die ihren Lebensunterhalt die meiste Zeit als Haushälterin für weiße Familien verdiente.

"Ich sehe immer noch schwarze Männer vor mir, die erschossen werden, die Leichen von Schwarzen in den Straßen. Ich sehe immer noch Geschäfte von Schwarzen vor mir, die niedergebrannt werden. Ich höre immer noch die Schreie", sagte die damals 107-jährige Tulsa-Überlebende 2021 bei einer Anhörung vor dem US-Kongress. "Unser Land mag diese Geschichte vergessen, aber ich kann es nicht. Ich werde es nicht und andere Überlebende und unsere Nachfahren auch nicht", sagte Fletcher weiter.

Ausgangspunkt des Massakers waren Vorwürfe gegen den jungen Schwarzen Dick Rowland, er habe sich in einem Fahrstuhl an einer weißen Frau vergangen. Rowland wurde am 31. Mai 1921 festgenommen. Vor dem Gerichtsgebäude, in dem er festgehalten wurde, gab es daraufhin Zusammenstöße zwischen bewaffneten Gruppen von Schwarzen und Weißen. Die Afroamerikaner befürchteten offenbar, Rowland könnte gelyncht werden.

Am Morgen des 1. Juni überrannte ein weißer Mob den von Afroamerikanern bewohnten Stadtteil Greenwood, der wegen seines regen Geschäftstreibens als "Wall Street der Schwarzen" bezeichnet wurde. Die Angreifer erschossen zahlreiche Schwarze, plünderten das Viertel und brannten mehr als 1200 Häuser nieder, außerdem Kirchen, Schulen und Geschäfte. Während die Behörden die Zahl der Todesopfer zunächst mit weniger als 40 angaben, gehen Historiker von 100 bis 300 Toten aus.

Die Untersuchungs-Kommission des Kongresses kam 2021 zu dem Schluss, dass viele der weißen Angreifer von der Polizei mit Waffen ausgestattet und mit einer Unterstützung der Sicherheitskräfte beauftragt worden waren - und dann die Gewalt anheizten. Viele gewählte Vertreter der Stadt, Polizeibeamte, Richter und Geschäftsleute gehörten dem rassistischen Ku Klux Klan an.

Trotz der Untersuchungen wurde nie jemand wegen des Massakers zur Verantwortung gezogen. Die Familien der Opfer erhielten keine Entschädigungen. Joe Biden war 2021 der erste US-Präsident, der der Opfer bei einem Gottesdienst offiziell gedachte.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Trauer und Racheschwüre bei Beerdigung von Chamenei in Maschhad

In tiefer Trauer und voller Zorn über die neuen schweren US-Angriffen haben in der iranischen Stadt Maschhad am Donnerstag zahlreiche Menschen Abschied vom langjährigen obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, genommen. Trauernde weinten und schlugen sich auf die Brust, während Chameneis Sarg durch die Menge geleitet wurde. Viele schwenkten iranische Flaggen und rote Fahnen, die als Symbol für Rache gelten: "Kein Kompromiss mit den Mördern", skandierten die Menschen. Die Beerdigung in Maschhad sollte der Abschluss der sechstägigen Trauerfeiern in mehreren Städte im Iran und im Irak sein.

Florida: Flughafen in Palm Beach nach Trump benannt

Wer nach Palm Beach im US-Bundesstaat Florida fliegt, landet künftig auf dem "President Donald J. Trump International Airport". Der Flughafen wenige Kilometer von Trumps Anwesen und Golfclub Mar-a-Lago wurde am Donnerstag offiziell nach dem Präsidenten benannt. Als erster Flieger kam um 5.01 Uhr früh die sogenannte Trump Force One mit Präsidentensohn Eric Trump an Bord an.

Bundestag gibt grünes Licht für neue Gaskraftwerke

Noch in diesem Jahr soll der Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland in die Wege geleitet werden. Der Bundestag stimmte am Donnerstag für das sogenannte Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG). Es sieht die Ausschreibung von Gaskraftwerke mit einer Leistung von zunächst neun Gigawatt vor. Ziel ist, die Stromversorgung auch in Zeiten ohne Sonne und Wind zu sichern. Kritik gibt es daran, dass erst in einer späteren Ausschreibung auch alternative Technologien wie Stromgroßspeicher zum Zuge kommen sollen.

Staat zahlt künftig automatisch: Bundestag beschließt antragsloses Kindergeld

Der Bundestag hat den Weg für die Einführung des antragslosen Kindergelds frei gemacht. Das Parlament beschloss am Donnerstag in Berlin den entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung. Vorgesehen ist, dass im Regelfall künftig Kindergeld automatisch nach der Geburt eines Kindes an die Eltern ausbezahlt wird. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) rechnet damit, dass durch die Reform rund 300.000 Anträge auf Kindergeld im Jahr entfallen.

Textgröße ändern: